VW E-Up: GTI, ich komme!

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VW E-Up: Der schnelle Stromer Fotos
Volkswagen

Mit dem Kleinwagen Up hat VW einen Hit gelandet, doch alle Welt rätselt: Wie fährt sich die mit Spannung erwartete Elektroversion? SPIEGEL ONLINE war mit einem Vorserienfahrzeug unterwegs - und vor allem vom Antritt des kleinen Flitzers beeindruckt.

Den größten Aha-Effekt im Elektro-Up von Volkswagen hat man an der Ampel. Mit 82 PS und vor allem mit 210 Nm Drehmoment ab der ersten Radumdrehung spurtet der E-Up selbst mit vier Mann an Bord so flott drauflos, dass bisweilen die Reifen quietschen. Bis Tempo 50 kann der E-Up gefühlt mit jedem Golf GTI mithalten.

Endlich, möchte man fast sagen, hat auch VW, immerhin Europas größter Autokonzern und in ein paar Jahren nach eigener Einschätzung der größte der Welt, ein Elektroauto auf die Räder gestellt. Und zwar kein exotisches Nischenmobil, sondern einen Wagen, den jeder kaufen kann. Jedenfalls ab Sommer 2013 - wenn alles so kommt, wie VW es heute sagt.

Der E-Up ist die elektrisch angetriebene Variante des neuen Kleinwagens Up. "Der Wagen ist das erste Elektroauto von VW", sagt Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg. Das soll aufregend und neu klingen, doch der E-Up fährt Elektro-Modellen wie Nissan Leaf, Mitsubishi i-MiEV oder dem Smart ed, der in wenigen Monaten als erstes reines Elektroauto aus deutscher Produktion in den Verkauf geht, um rund ein Jahr hinterher.

Ein Prototyp allerdings stand bereits jetzt zu ersten Ausfahrten bereit. Und das Auto tritt durchaus ausgereift auf. Die Lenkung wirkt zwar noch ein wenig synthetisch, das Fahrwerk hat spürbar Mühe mit den rund 240 Kilogramm Mehrgewicht durch die Akkus und die Bremsen lassen sich nur recht grob dosieren. Der Antrieb jedoch läuft schon wie Lottchen.

Die Lithium-Ionen-Akkus stammen von Sanyo

Auch jenseits des Ortsschilds geht dem E-Mobil nicht gleich die Puste aus. Erst bei mehr als 80 km/h schwächelt der Elektromotor, so dass es vom Start weg fast 14 Sekunden dauert, bis die 100-km/h-Marke erreicht ist. Bei Tempo 130 wird der Vortrieb dann elektronisch abgeregelt. Gedacht ist der E-Up aber ohnehin vor allem für den reglementierten und meist dichten Ballungsraum-Verkehr.

Die Energie für den Antrieb speichert ein Lithium-Ionen-Akku von Sanyo. Die Kapazität der Akkus, die im Vorderwagen und unter den Fondsitzen platziert sind, beträgt fast 19 kWh und reicht für bis zu 150 Kilometer Fahrt. Der Kofferraum des Elektromodells fasst unverändert 251 Liter, und auch die Rückbank lässt sich umklappen. Einzig der Wagenboden im Fond wurde um sieben Millimeter angehoben, doch wer nicht nachmisst, wird das gar nicht merken.

Bislang haben die VW-Techniker drei sogenannte Rekuperationsstufen programmiert. Sie bestimmen, wie viel Strom der zum Generator umgepolte E-Motor im Leerlauf und beim Bremsen erzeugt und wieder in die Batterie einspeist. Der Fahrer kann sie mithilfe des Gangwahlhebels auswählen - und damit, ähnlich der Motorbremse beim normalen Auto, den Wagen abbremsen. In der stärksten Stufe genügt es schon, den Fuß vom Gas zu nehmen, damit der Wagen spürbar verzögert und es kaum mehr bis zur nahen Ampel schafft. An diesen Abschied vom Ausrollen im Leerlauf muss man sich erst gewöhnen.

Problemloses Laden mit neuen Steckersystem

Aber alles Stromrückgewinnung durch Bremsen und Rollen wird nichts helfen: Irgendwann muss der E-Up an die Steckdose. Dort parkt der Wagen im ungünstigsten Fall fünfeinhalb Stunden, sagt VW. Hat man einen Schnellladeanschluss in der Garage, sollen 30 Minuten genügen.

Genau wie die Detroit-Studie E-Bugster will VW auch den E-Up mit dem neuen "Combined Charging System" ausrüsten. Das System entstammt einer Kooperation aller deutschen Fahrzeughersteller mit General Motors und Ford und beendet den Steuer- und Adapter-Wirrwarr. Egal ob Gleich- oder Wechselstrom, unwichtig ob 110, 220 oder 380 Volt - man braucht nur einen Stecker und eine Buchse.

Das größte Geheimnis des E-Up ist der Preis. Der einzige Anhaltspunkt ist der Smart ed, der im ersten Halbjahr 2012 auf die Straßen kommen soll und rund 19.000 Euro plus monatlich 70 Euro Batterieleasinggebühr kosten soll. Wenn die Konkurrenz aus Stuttgart bereits ein Jahr früher auf dem Markt ist, heißt es in Wolfsburg, wolle man mit dem E-Up wenigstens beim Preis die Nase vorn haben.

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insgesamt 58 Beiträge
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1. Nase vorn
micha-mille 01.02.2012
Zitat von sysopMit dem Kleinwagen Up hat*VW einen Hit gelandet, doch alle Welt rätselt: Wann kommt die angekündigte Elektrovariante, und wie fährt sie sich? SPIEGEL ONLINE war mit einem Vorserienfahrzeug unterwegs - und vor allem vom Antritt des kleinen Flitzers beeindruckt. http://www.spiegel.de/auto/fahrberichte/0,1518,811489,00.html
Was heißt denn "beim Preis die Nase vorn haben"? Heißt das für den Käufer, dass er billiger ist oder für den Hersteller, dass er mehr kosten wird. Bitte um Aufklärung. :-)
2. Kein GTI
emantsol 01.02.2012
"Erst bei mehr als 80 km/h schwächelt der Elektromotor, so dass es vom Start weg fast 14 Sekunden dauert, bis die 100-km/h-Marke erreicht ist." Das ist für einen Kleinwagen noch immer gut und vollkommen ausreichend. Nein, nicht befriedigend und schon gar nicht gut, aber für den Sinn und Zweck des Fahrzeugs vollkommen ausreichend. Günstigere eMobile sind auch kleiner, leichter und langsamer: Elektromobile, StartLab, EVE, FLYER Elektrovelos in Trostberg, Deutschland und Österreich - elfar.de (http://www.elfar.de/)
3.
Lebkuchenkiller 01.02.2012
Zitat von sysopMit dem Kleinwagen Up hat*VW einen Hit gelandet, doch alle Welt rätselt: Wann kommt die angekündigte Elektrovariante, und wie fährt sie sich? SPIEGEL ONLINE war mit einem Vorserienfahrzeug unterwegs - und vor allem vom Antritt des kleinen Flitzers beeindruckt. http://www.spiegel.de/auto/fahrberichte/0,1518,811489,00.html
Wieso soll VW eigentlich mit dem Up "einen Hit gelandet " haben ? Das ist ein Kleinwagen , wie ihn die Konkurrenz schon seit mindestens 15 Jahren produziert ( zB Micra, Twingo) , nur das der VW mehr Benzin verbraucht. Und die Elektrovariante scheint ebenso unwirtschaftlich und unpraktisch ( " bis zu" 150 km Reichweite ) wie alle anderen E-Autos auch zu sein.
4. Micra ?Twingo ,igitt !!
juergw. 01.02.2012
Zitat von LebkuchenkillerWieso soll VW eigentlich mit dem Up "einen Hit gelandet " haben ? Das ist ein Kleinwagen , wie ihn die Konkurrenz schon seit mindestens 15 Jahren produziert ( zB Micra, Twingo) , nur das der VW mehr Benzin verbraucht. Und die Elektrovariante scheint ebenso unwirtschaftlich und unpraktisch ( " bis zu" 150 km Reichweite ) wie alle anderen E-Autos auch zu sein.
Für mich muß ein schnieker Kleinwagen das VW Emblem auf der Haube haben und mit Vollausstattung 21897,--€ kosten.Damit kann ich mich von den anderen Billigheimern abgrenzen.VW for ever!
5. Hit?
cor 01.02.2012
Zitat von sysopMit dem Kleinwagen Up hat*VW einen Hit gelandet, doch alle Welt rätselt: Wann kommt die angekündigte Elektrovariante, und wie fährt sie sich? SPIEGEL ONLINE war mit einem Vorserienfahrzeug unterwegs - und vor allem vom Antritt des kleinen Flitzers beeindruckt. http://www.spiegel.de/auto/fahrberichte/0,1518,811489,00.html
Bitte was? Der Up ist seit dem 3.12.11 auf dem Markt und ich habe bisher noch keinen einzigen auf der Strasse gesehen. Wie kommt denn diese Aussage so plötzlich aus dem Nichts geschossen? Ansonsten liegt der Haken an der ganzen E-Geschichte halt, wie immer, im Preis. 19k für einen Kleinwagen ist einfach ein ganz schlechter Witz.
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Fahrzeugschein
Hersteller: VW
Typ: E-Up
Karosserie: Kleinwagen
Motor: Elektromotor
Getriebe: Eingang-Automatik
Antrieb: Front
Leistung (E-Motor): 82 PS (60 kW)
Drehmoment (E-Motor): 210 Nm
Von 0 auf 100: 14,0 s
Höchstgeschw.: 130 km/h
Kofferraum: 251 Liter


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