Das Durchschnittsalter der rund 46 Millionen Pkw in Deutschland liegt bei knapp acht Jahren, einige Autos sind noch deutlich älter. SPIEGEL ONLINE testet mit Hilfe der Leser, wo die Stärken und Schwächen des Altmetalls liegen. Diesmal berichtet Kai Rühling über seinen Ford Taunus, Baujahr 1973.
"Ach, du möchtest Dir endlich wieder ein Auto zulegen? Meine Freundin möchte ihren Golf IV verkaufen, kostet nur 3.500", so die Frau meines Bruders, "Das ist doch ein vernünftiges Auto, viel praktischer als der Oldtimer, der Dir im Kopf herumschwirrt". Klar, ich wollte ein Auto, mein erstes seit acht Jahren Abstinenz. Aber nun war eine Entscheidung fällig: Generation Golf oder Generation Pimp? Erwachsen werden oder den Rückfall ins Matchbox-Alter?
Ich habe den Großteil meiner Kindheit auf der Rückbank eines V6 Ford Granada Kombi verbracht und von "Rockford", den "Dukes of Hazard" oder "Bullit" geträumt. All diese Filme, in denen amerikanische PS-Schleudern wie der Dodge Charger die Hauptrolle spielen. Oder das cineastische Ruhrpott-Meisterwerk "Bang Boom Bang". Hier fährt Oliver Korittke alias "Keek" jeden Tag mit seinem Ford Taunus zur Videothek 30 Meter die Strasse herunter.
Statt des schnöden Golf entschied ich mich für einen Ford Taunus GXL aus dem November 1973, mit einem 2.0 Liter OHC Motor und 89 PS. Zugelassen war der Taunus die letzten 34 Jahre im südfranzösischen Perpignan und wies daher keine nennenswerten Rostspuren auf.
Hammer für den Anlasser
Ansonsten gab es allerdings viel. zu tun. Was französische Zulassungsbehörden unter TÜV verstehen, ist mir schleierhaft; das Fernlicht funktionierte nicht, die Elektrik war garantiert nicht von Profis verlegt worden.
Die sieben Stunden Fahrtzeit nach München konnte ich mir mit einer Tankpause abwechslungsreich gestalten, denn das Geschoss wollte einfach nicht wieder anspringen, der Anlasser war schuld. Fortan wusste ich, wo ich den Taunus seicht traktieren musste, damit er auch bei Kälte und Nässe seinen Dienst verrichtet.
Ein Gummihammer, wie ihn Flieseneger benutzen, eignet sich am besten dafür, erklärte der Pannenhelfer vom ADAC. Bei mir tut es auch das über 30 Jahre alte Original-Ford-Radkreuz.
Beim einer Kfz-Werkstatt ließ ich den Wagen renovieren. Die Lagerbuchsen wurden erneuert, das Getriebe sowie der Motor abgedichtet und die Bremsen überholt. "Jetzt stinkt es auch nicht mehr nach Abgasen im Innenraum", bemerkte meine Mutter neulich während einer Spritztour.
Der Ford Taunus ist jetzt mein treuer Begleiter, und er kommt gut an: Eine Unbekannte war unlängst so begeistert, dass sie mit tatsächlich ihre Telefonnummer an die Windschutzscheibe klemmte und um eine Probefahrt bat.
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Kann ich so nicht bestätigen. Mein Taunus 2300 Coupe nimmt sich unter 12 Liter Kraftstoff auf 100 km. Bei längeren Autobahnfahrten gar um die 9 Liter. Der Verbrauch des 2,0 V6 und 2,3er V6 ist in etwa gleich. Der 2,0 OHC nimmt [...] mehr...
Daß der 2.3er 9-11 Liter verbraucht halte ich für unrealistisch. Schon der 2.0er war nur unter allergrößten Anstrengungen unter 10l zu bringen - 12l++ waren normal. mehr...
"Sowas fährt doch heute kein Mensch mehr" (Bang Boom Bang) @jimKn0pfEnhanced: Laut einer von Greenpeace in Auftrag gegebenen Studie kann ein Neuwagen erst nach 15 Jahren dauerhafter Nutzung die bei der Herstellung [...] mehr...
Simpel gesagt: RUHE AUF DEN BILLIGEN PLÄTZEN!!! :-D Oldtimer wie der Taunus sind einfach ein schönes Stück Geschichte und wenigstens hier sollte das Gerede von der Umwelt mal ganz abgestellt werden. Und dem Auto des Artikels [...] mehr...
Jaja... der ganze technische Schnickschnack, den man nicht braucht... aber in unser Heimatstadt braucht man(n) nicht unbedingt ein Auto. ;-) mehr...
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