Fernverkehr: Wo man im Auto Pantoffeln trägt

Von Gregor Wildermann

Es gibt wenige Dinge, die Japaner so sehr fürchten wie Schmutz. Daher investieren sie viel Geld in Bezüge für Lenkräder, Sitzpolster und Gaspedale. Kleiner Nebeneffekt des Hygienewahns: Ein Gebrauchtwagenmarkt ist in Japan fast nicht existent.

Was Sauberkeit und Hygiene angeht, gelten Deutsche gemeinhin als vorbildlich. Sie stehen an den Wochenenden vor dem Reihenhaus, schrubben Autos, saugen, wienern, putzen. Und doch: Im weltweiten Autohygieneranking nehmen nicht Deutsche die Spitzenposition ein - sondern Japaner.

Mit dem Staubmob über die Motorhaube: Saubere Autos sind in Japan Ehrensache
REUTERS

Mit dem Staubmob über die Motorhaube: Saubere Autos sind in Japan Ehrensache

Der Japaner hält mit großer Leidenschaft sein Auto sauber - und dieser Hygienewahn führt zu ganz speziellen Auswüchsen: Vor allem ältere Japaner besitzen zum Fahren ihres geliebten Gefährts ein paar separate Slipper, damit bloß kein Straßendreck die Pedale verschmutzt.

Das führt allerdings dazu, dass man an den Gehwegen immer wieder herrenlose Schuhe findet, die beim pflichtgemäßen Wechsel vom Autofahrer vergessen wurden. Japaner haben übrigens nicht nur spezielle Autoschuhe, sie lieben auch jede Art von Schutzbezug: für Lenkräder, Kopfstützen oder die Sitze.

Häufig werden die Schutzfolien des Herstellers erst gar nicht abgemacht - und so sehen manche Karossen im Inneren aus, als sei der Verpackungskünstler Christo am Werk gewesen.

Und selbst, wenn Bezüge und Folien den Schmutz die Verschmutzung nicht ganz verhindern, gibt es immer noch die unzähligen Tankstellen, an denen Servicemitarbeiter dafür sorgen, dass man für die Reinigung seines Wagens noch nicht einmal selbst den Staubsauger schwingen muss.

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  • Datum: Montag 18.02.2008 | 17:05 Uhr
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Patrik Dietrich
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Alle bisher erschienenen Folgen

Auto-Steckbrief: Japan

Zahl der zugelassenen Autos (2006): 4,64 Millionen

Gängigste Marken: Toyota (Marktanteil 30,6 Prozent), Nissan (14,3 Prozent), Honda (12,7 Prozent)

Benzinpreis (Super): etwa 0,98 Cent/Liter

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