Wir wohnten damals mitten in Opel-Land, genauer gesagt in Essen-Huttrop. Eingeklemmt zwischen Bahngleisen und A40, zwischen vergammelten Wohnhäusern und Industriebrachen. Als meine Freundin zu Geld kam, da zögerte sie nicht lange. Sie kaufte einen Opel Kadett B, cremefarben, mit roten Ledersitzen. Ein teures Liebhaberstück - sie hätte auch ein BMW-Cabrio kaufen können oder einen gebrauchten Baby-Benz. Aber sie dachte nicht dran. Opel, was denn sonst.
Wenn ich mir vorstelle, dass die Automarke aus Rüsselsheim wegen des taumelnden GM-Konzerns über den Main gehen könnte, wird mir ganz anders. Viele Leute sind der Meinung, dass die Welt auch mit fünf oder sechs Autoherstellern auskäme - und dass gerade Opel niemand vermissen würde. Weil die Marke fad sei, farblos, verzichtbar. Als die Freundin mit dem B-Kadett entschwunden war, kaufte ich mir mein erstes halbwegs neuwertiges Auto. Wieder landete ich bei Opel. Ein Astra, mit einer zugegebenermaßen etwas peinlichen Sportaustattung. Aber gab es Alternativen? Nein! Mercedes assoziierte ich mit schmerbäuchigen Mittfünfzigern. Audi und BMW waren mir entschieden zu bayerisch. VW? Fuhr meine Mutter.
Ehrliche Autos ohne Schnörkel
Opel hingegen stand für ordentliche Qualität zu einem fairen Preis. Made in Bochum. Opel war ehrlich. Irgendwie straight, irgendwie unschnöselig. In Essen bedeute das was. Ein Opel war keine Angeberkarre. Nicht per se. Natürlich konnte man seinen Ascona verspoilern und mit Punkt-Gurten ausstatten. Man konnte es aber auch lassen. Beides war okay.
Zu guter Letzt hatte Opel, diese vermeintliche Spießerkarre, auch immer etwas Rebellisches. Meine Helden, die "Toten Hosen", adelten die Marke mit einem legendären Song: "Wir sind die Jungs von der Opel-Gang, wir haben alle abgehängt." Dieses Lied hat vermutlich mehr Kadetts und Rekords verkauft als alle Marketingkampagnen.
In den vergangenen Jahren habe ich meine Marke dann nicht mehr so recht verstanden. Die goldenen Zeiten waren natürlich schon längst vorbei - doch was da zuletzt aus dem Opel-Werk rollte, war nicht mehr mein Ding. Vor allem der Vectra und der Astra sahen mit ihren breiten Chromspangen aus, als ob sie von ukrainischen Industriedesignern entworfen worden wären. Die geraden Linien, für die ich den Kadett so liebte - wo waren die hin?
Außerdem setzte wieder der Größenwahn ein. Auch bei Opel sollte jetzt alles Premium sein. Dabei sind die Rüsselsheimer in der Vergangenheit schon mehrfach vom Oberklasse-Karussel geflogen. Opel, ausgerechnet dieser ehrliche Jakob, denkt heutzutage über Wellness-Konzepte fürs Auto nach - Parfümzerstäuber und Ambient-Lighting für den Innenraum. In Essen täte man sagen tun: "Hömma, dat is doch Kappes".
Spitzenqualität trotz Unterstützung aus Detroit
Zumindest unter der Haube ist alles in Ordnung. Motoren von Opel sind erstklassig, gerade erst hat die Marke den Qualitätsreport der "Autobild" gewonnen. Das ist schon per se nicht schlecht. Angesichts der Tatsache, dass in den Neunzigern eine ganze Armada unfähiger GM-Manager in schnellem Wechsel durch Rüsselheim ritt und Opel verschlimmbesserte, ist es eine ziemlich beeindruckende Leistung. Man sehe sich nur die andere europäischen Liegenschaft von GM an: Saab. Die Marke ist so gut wie hinüber und hat rein gar nichts von dem exzentrischen Stil bewahrt, der die Schweden berühmt gemacht hat. Ironie des Schicksals: Der Opel Insignia ist das Auto des Jahres 2008. Opel hat also gute Produkte, gute Qualität - und vermutlich viele wehmütige Fans. Helfen wird es möglicherweise nichts. Auto-Professor Ferdinand Dudenhöffer sagt, niemand werde Opel kaufen. Vermutlich hat er recht.
Falls Opel eines Tages dicht macht, dann heißt es den Fuchsschwanz am Ascona befestigen, die Fenster herunterkurbeln und noch einmal laut mit den "Hosen" mitsingen: "Wir sind die Jungs von der Opel-Gang, wir haben alle abgehängt ... dann geht's los in tollem Spurt, wir schließen nie den Gurt."
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Sie haben gewonnen! Ich habe mir heute in jeder Klasse verschiedene Opel-Modelle gekauft damit ich als Opel-Insider endlich mitbashen darf, um an Heiligabend um 3 Uhr morgens Threads zu schreiben. Fröhliche Weihnachten und guten [...] mehr...
Ihr Problem, wenn Sie sich bereits von sachlichen Aussagen angegriffen fühlen - dies ist das SpON-Forum, und hier geschehen solche Sachen täglich, was wohl einer Diskussion auch geschuldet ist. Ähem...soll Opel etwa mit [...] mehr...
Also wenn sie einen Totalschaden hatten, dann kann das ESP wohl nicht dabei geholfen haben, das sie überlebt haben. Die bessere Konstruktion der Karosserien hat wohl mehr geholfen mehr...
So dachte ich auch - bis vor zwei Jahren. Da hatte ich einen ordentlichen, unverschuldeten Crash auf der Bahn. Mit fast Überschlag und Totalschaden. Dank "Lufttüten" und ESP kam ich mit Prellungen und blauen Flecken [...] mehr...
Auch schöne Autos..... Leider bekommt man für den Corolla Verso keine Xenons. Damit hat sich Toyota dann für mich disqualifiziert. mehr...
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