Zugegeben, der Name ist ein schlechter Witz: Umweltprämie nennt die Regierung jene Bonuszahlung, die Autobesitzer neuerdings bei Verschrottung ihrer ollen Möhre einheimsen können. Wer seinen rostigen VW Polo gegen einen nagelneuen Porsche Cayenne GTS eintauscht, bekommt dafür 2500 Euro - ökologisch gesehen natürlich Kappes. Eine richtige Umweltprämie sähe folgendermaßen aus: Wer sein Auto einfach nur abwrackt, der bekommt Geld. Punkt, Aus, Ende.
Designunfall Fiat Multipla: Warum gibt es eigentlich keine Abwrackprämie für hässliche Autos?
Warum soll es lediglich für alte Autos Bares geben? Mindestens genauso dringend müssten schließlich die zahlreichen Designunfälle der Autobranche entsorgt werden. Das Verkehrsministerium könnte hierzu eine Liste von besonders hässlichen Autos erstellen, die prämienfähig sind. Heiße Kandidaten wären der Ssangyong Rodius (der mit dem schlimmen Heck), der letzte Opel Vectra (der mit der prolligen Chromspange) und der Fiat Multipla (der mit der Hackfresse und dem Silberblick).
Selbst das Keulen ganzer Baureihen ist freilich Stückwerk. Ein wahrhaft energischer Verkehrsminister würde gleich ganze Fahrzeugkategorien abwracken, zum Beispiel die unsäglichen Sport Utility Vehicles (SUV). Für jeden platt gemachten Geländewagen gäbe es dann vom Staat 10.000 Euro - aber nur, wenn der Halter gleichzeitig einen Fiat Panda kauft.
Yes, we can wreck
Da ginge auch bei uns noch einiges, schließlich ist die Liste der automobilen Ärgernisse länger als die Deutsche Alleenstraße. Der Großteil des verwirrenden Schilderwalds gehört zum Beispiel endlich abgewrackt. Das könnten die Bundesbürger selbst erledigen, mit Tiefensees Hilfe: Wer ein Verkehrszeichen umhaut und dafür einen Baum pflanzt, erhält fortan 500 Euro.
Auch die löchrige A1 zwischen Bremen und Münster gehört weggekloppt, ebenso wie die unter Humoristen auch als Ruhrschnellweg bekannte A40. Ferner gehören sämtliche Coach-Busse verschrottet, zwecks Erhöhung der Verkehrssicherheit: Diese Musical-Transporter werden von den wohl schlechtesten Autofahrern des Planeten gesteuert.
Also Frau Merkel, werfen Sie die Schrottpresse an! Öffnen Sie die Staatsschatulle - und wir wracken nicht nur unsere Autos ab, sondern gerne auch die Stadt Duisburg, die Sozialdemokratische Partei Deutschlands und sämtliche Frankfurter Großbanken. Ach, die haben Sie schon abgewrackt? Verdammt, dann ist der Prämientopf wohl bereits leer.
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Ich habe lange nicht mehr so gelacht - eine bitterböse Satire wunderbar geschrieben. mehr...
Nee, Du warst denen nicht zu teuer, die merkten, Du hast keine Ahnung. mehr...
Und trotzdem war die Kuh enorm wichtig. Die Kuh hat mich stutzig gemacht und mich veranlaßt, die physikalischen Mechanismen (Treibhauseffekt) mal zu überprüfen (ich bin Physiker). Auch wenn ich mir noch kein endgültiges Urteil [...] mehr...
Erinnern wir uns an Ex und Hopp, die Glorifizierung des Wegwerfens. Die Wertstoffhöfe sollten Abwrackprämien auszahlen für Gegenstände aller Art, die in voll funktionsfähigem Zustand dort abgeliefert werden, damit Neues [...] mehr...
Nun ja, die Abwackprämie lohnt sich doch gar nicht. Wenn ein Neuwagen bei seiner Herstellung mehr Umweltschäden macht als ein 15 jahre altes Auto, bei dem sich die Umweltschäden seiner Produktion nach 15 Jahren etwa relativiert. [...] mehr...
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