Sonntag, 22. November 2009

Auto



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25.03.2009
 

Abgewürgt

Die Jungs von der Opel-Gang wählen ... Merkel

Von Thomas Hillenbrand

CDU-Wähler lieben Frankreich, die Grünen schwören auf Kombis und der SPD-Klientel ist die Malocher-Marke Opel ziemlich schnurz: Marktforscher haben die Zusammenhänge zwischen Autos und Wahlverhalten untersucht. Viele der Ergebnisse muten ziemlich kurios an.

Wenn Guido Westerwelle einem BMW begegnet, sollte der Chef der FDP fortan artig den Hut ziehen. Denn Fahrer der weiß-blauen Marke sind offenbar mehrheitlich liberale Stammklientel: 34,2 Prozent aller BMW-Piloten wählen FDP.

Die Zahlen hat der Marktforscher Panelbiz im Auftrag des Autoportals Mobile.de erhoben. In einer repräsentativen Umfrage wurden über tausend Bürger nach ihrem Wahlverhalten auf Bundesebene sowie nach ihrer Automarke gefragt. Die Aussagekraft der Erhebung ist natürlich begrenzt. Es gilt wie immer die erste Regel der sozialwissenschaftlichen Analyse: "The more precise the figure, the more general the lie". Aber kurzweilig sind die Ergebnisse allemal, weil sie viele gängige Klischees konterkarieren.

Mit Opel assoziiert man gemeinhin eine bodenständige Kundschaft, Malochertypen gewissermaßen. Entsprechend erscheint ein hoher Anteil der SPD-Wähler unter den Opel-Fahrern logisch. Tatsächlich aber liebäugeln Piloten der Rüsselsheimer Marke mehrheitlich (31,2 Prozent) mit der CDU/CSU - und nur 19,3 Prozent mit der SPD.

Spar dir die Puste, Frank-Walter

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Im Jahr der Bundestagswahl müssten derartige Analysen bei den Strategen in den Parteizentralen eigentlich einschlagen wie eine Bombe. Frank-Walter Steinmeier (SPD) muss sich vielleicht gar nicht mit so viel Verve in die Rolle des Retters von Rüsselsheim werfen. Seine Roten lässt das Thema kalt. Wenn Ford taumelte (SPD-Anteil 27,9 Prozent), dann müsste der Außenminister sich viel mehr Sorgen machen.

Wirtschaftsblitz Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hingegen sollte, wahltaktisch betrachtet, lieber nicht so viel an Opels Rettungskonzept herummäkeln. Sein Zaudern könnte Kanzlerin Angela Merkel ansonsten Stimmen kosten.

Es kommt noch schlimmer: Nicht nur den Sozen ist die Arbeitermarke Opel schnurz. Die Konservativen entpuppen sich gar als vaterlandslose Gesellen: Man könnte eigentlich vermuten, dass Unionswähler im patriotischen Geiste auf deutsche Wertarbeit aus Stuttgart oder München setzen. Tatsächlich sitzen in Autos aus Frankreich jedoch mehr CDU/CSU-Anhänger als in Wagen aus Deutschland. Bei den SPD-Wählern ist es genauso.

Guido Westerwelles (FDP) bekommt in der Autofahrer-Sonntagsfrage zur Bundestagswahl übrigens 18 Prozent der Stimmen. Das sind zwei Prozent mehr, als Infratest dimap für die (teilweise unmotorisierte) Grundgesamtheit aller Wähler erhebt.

18 Prozent wären genau jenes Ergebnis, das der Liberalen-Chef schon 2002 erreichen wollte. Dazu tourte der Politiker seinerzeit äußerst erfolglos in einem kotzgelben Zwölf-Meter-Bus namens Guidomobil durch Deutschland. Inzwischen fährt Westerwelle privat einen Smart. Ob es da einen Zusammenhang gibt? Darüber schweigt sich die Panelbiz-Studie leider beharrlich aus.

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