Von Tom Hillenbrand
Schon der Name war für manchen Lacher gut. Phaeton ist in der griechischen Mythologie der etwas depperte Sohn des Sonnengottes Helios. Als er zum ersten Mal mit Papas Kutsche auf Spritztour geht, produziert er umgehend einen kosmischen Totalschaden: Das Sonnenwägelchen gerät außer Kontrolle, Phaeton setzt die ganze Erde in Brand.
Der Name war unglücklich, doch das größere Problem der seit 2002 produzierten Luxuslimousine dürfte in der Rückschau das VW-Logo auf dem Kühler gewesen sein. Der damalige Vorstandschef Ferdinand Piëch wollte sich endlich ein Modell gönnen, das technisch mit allen erdenklichen Finessen aufwartete und so mit BMW 7er oder Mercedes S-Klasse gleichzog.
Für den Wagen ließ VW in Dresden eigens die Gläserne Manufaktur hochziehen. Technisch gesehen war der Phaeton denn auch ein Erfolg. Tester lobten die hochwertige Verarbeitung und den leisen Motor. Prestige vermittelte das Auto hingegen kaum - die Marke VW ist eben eher Peek & Cloppenburg als Brioni.
Dass Käufer von Luxusgütern aber vor allem auf Status aus sind, hatte Ingenieur Piëch offenbar nicht einkalkuliert. Entsprechend blieben die Verkaufszahlen weit hinter den Erwartungen zurück. 20.000 Stück pro Jahr sollten abgesetzt werden, mitunter waren es nur 5000. Der Phaeton, höhnte die "Auto Bild", sei die "blaue Mauritius auf unseren Straßen". Rekordhalter ist der Wagen hingegen beim Wertverlust; laut Schwacke-Liste rutscht kein anderes Fahrzeug so schnell ab wie der Sonnyboy aus Dresden.
Dennoch denkt man in Wolfsburg nicht im Traum daran, das Auto abzuwracken. 2010 soll eine neue Version auf den Markt kommen. Dass Phaeton Nummer zwei keine ganz so große Nummer wird wie der erste, dafür spricht die Plattformplanung: Die VW-Limousine soll teilweise mit dem Audi A6 baugleich sein - und nicht mit dem größeren Flaggschiff und S-Klasse-Konkurrenten A8.
Auf anderen Social Networks posten:
...kann ich als Vielfahrer bestätigen: VW und Audi-Fahrer gehören zu den agressiven Fahrern, die sich oft nicht an Geschwindigkeitsbeschränkungen halten. Früher waren das eher die Benz und BMW-Fahrer. Nicht umsonst hieß es [...] mehr...
Sie erinnern mich an Leute, mit denen man kein Gespräch über Autos führen kann, ohne dass sie irgendwann in einen lobpreisenden Monolog über das eigene Fahrzeug verfallen. Also, C-Klasse und 3er sind sicher keine schlechten [...] mehr...
Piech am Wirtschaften - denn auch einen Golf V (der derzeit noch in den USA als Rabbit feilgeboten wird) bekommen sie dort deutlich günstiger als hierzulande. Obwohl auch dieses Modell in Wolfsburg vom Band lief. Die Zeche [...] mehr...
Viele Phaetons werden ins Ausland abverkauft und zu 1/3 VK oder weniger verramscht. Piech am Wirtschaften oder Subventionen für die armen Vermögenden? mehr...
Diesem Beitrag kann man vor allem eines entnehmen: Es handelt sich um einen gefrusteten C-Klasse oder 3er BMW-Fahrer, der geglaubt hat ein schnelles Auto zu fahren und sich nun ständig darüber ärgern muss, von schnelleren AUDI's [...] mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Auto | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Fahrkultur | RSS |
| alles zum Thema 60 deutsche Autos | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH