Von Jürgen Pander
Vielleicht gäbe es VW ohne den Golf heute nicht mehr. Jedenfalls sähe die Autowelt erheblich anders aus ohne dieses Auto, das eigentlich eine Art Notlösung war. Denn eigentlich stand bereits 1971 ein Nachfolgemodell für den Käfer parat, ein Wagen mit dem internen Kürzel EA 266, mit Mittelmotor und Heckantrieb - also durchaus ein eher evolutionäres Modell im Vergleich zum Käfer, dessen Konzept aus den dreißiger Jahren stammte.
Doch der damalige VW-Chef Rudolf Leiding stoppte das Projekt und die Arbeit begann von neuem. Diesmal kam ein für VW-Verhältnisse revolutionäres Auto dabei heraus: Ein Wagen mit wassergekühltem Frontmotor, Frontantrieb und einer Karosserie, die mit keinem Quadratzentimeter mehr an den noch allgegenwärtigen VW Käfer erinnerte. Giorgetto Giugiaro hatte die kantige Form mit der großen Heckklappe entworfen, und damit auch gleich den Prototypen einer neuen Fahrzeugklasse auf die Räder gestellt: das Kompaktklasse-Auto.
Für das finanziell gebeutelte Unternehmen VW bedeutete der Golf - gemeinsam mit den kurz zuvor erschienen Modellen Passat und Scirocco - die wirtschaftliche Rettung. Schnell wurde das Auto stilbildend, und Derivate wie die sportlich aufgemotzte, 110 PS starke Variante Golf GTI, eine Version mit Dieselmotor (beide ab 1976), das Golf-Cabrio (sowie des reichlich plumpen Stufenheck-Modells Jetta (beide ab 1979) fächerten die Baureihe für nahezu jeden Geschmack und Anspruch auf.
Anfängliche Qualitätsmängel wurden rasch ausgebügelt, mit der Rostanfälligkeit insbesondere der ersten Serie klappte das naturgemäß nicht. Die Palette der Antriebe reichte beim Golf I von 50 bis 112 PS, das billigste Modell, die dreitürige Variante mit dem 1,1-Liter-50-PS-Motor kostete im Premierenjahr 1974 glatt 8000 Mark. Der Golf wurde, auch durch geschicktes Marketing, zum angeblich klassenlosen Auto.
Der Komiker Otto Waalkes ulkte in einer Nonsens-Nummer über "Radkäppchen und der böse Golf", der spätere Papst Joseph Ratzinger fuhr einen Golf und Autor Florian Illies beschrieb eine typisch deutsche Jugend in den siebziger und achtziger Jahren in seinem 2000 erschienenen Buch "Generation Golf".
Bis 1983 wurde der Golf I gefertigt - inzwischen wird seit Herbst 2008 die sechste Generation des VW-Bestsellers verkauft. Knapp 27 Millionen Fahrzeuge dieses Typs wurden bislang produziert - so viele wie von keinem anderen deutschen Auto sonst. Und auch weltweit liegt der VW Golf weit vorne, nur die stärker differenzierte Baureihe Toyota Corolla wurde noch häufiger gebaut.
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Ein ähnliches Konzept hatten viele Vorgänger, aber alle diese Eigenschaften wurden in dem Golf gebündelt. Was er allerdings allen voraus hatte, das war die aerodynamische Formgebung, das war der zu seiner Zeit phänomenale cw-Wert. [...] mehr...
Ein ähnliches Konzept hatten viele Vorgänger, aber alle diese Eigenschaften wurden in dem Golf gebündelt. Was er aber allen anderen voraus hatte, das war die aerodynamische Formgebung, das war der zu seiner Zeit phänomenale [...] mehr...
Man kann nicht ernsthaft behaupten, von "dem Golf" seien 27 Mio. Exemplare verkauft worden. "Den Golf" gibt es nämlich nicht. Ein Golf 1 ist kein Golf 3 ist kein Golf 6. Diese Modelle besitzen viel zu wenige [...] mehr...
Da stimme ich voll und ganz zu. Ich würde noch den R4 in die Liste der frühen Kompaktwagen aufnehmen: http://de.wikipedia.org/wiki/Renault_R4 Aber der Golf war das richtige Auto zur richtigen Zeit, kompakt, mehr Leistung, [...] mehr...
Sicher war der Golf der Vorreiter der modernen Kompaktklasse. Oder etwa nicht? Schauen wir mal. 1965 Frontmotor und Frontantrieb in Verbindung mit einem Schrägheck: Renault R16 http://de.wikipedia.org/wiki/Renault_16 [...] mehr...
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