60 deutsche Autos Der Ford Escort

Es war ein ehrgeiziges Ziel, das Ford bei der Premiere des Modells Escort im Sommer 1968 formulierte: Das Auto sollte VW Käfer und Opel Kadett Konkurrenz zu machen. Ein schwieriges Unterfangen, wie sich nach dem Verkaufsstart zeigte. Doch Ford bewies einen langen Atem.

Von Markus Bruhn


Ende gut, alles gut. So ähnlich könnte man die Karriere des Ford Escort überschreiben. Denn das mit großen Erwartungen gestartete Auto kam zunächst gar nicht gut in Fahrt. Lediglich 234.667 Exemplare des Escort I, der von 1968 bis 1974 angeboten wurde, fanden einen Käufer in Deutschland. Später allerdings wurde die Lage für den schlichten und mitunter sportlich aufgepeppten Wagen erfreulicher. Am Ende - der Escort wurde bis zum Jahr 2000 gebaut - war der Wagen 6,5 Millionen Mal verkauft hierzulande und damit zum erfolgreichsten Ford-Modell in Deutschland nach dem Taunus geworden.

Ford Escort: Auf dem Bild ein Modell aus dem Jahr 1972, und zwar ein 1300 GT. Gut zu erkennen ist der charakteristische "Hundeknochen"

Ford Escort: Auf dem Bild ein Modell aus dem Jahr 1972, und zwar ein 1300 GT. Gut zu erkennen ist der charakteristische "Hundeknochen"

Der Escort kam, als Nachfolger des Modells Anglia in England konstruiert, im September 1968 auf den deutschen Markt. Das Einstiegsmodell lag mit 5400 Mark etwa auf dem Niveau wie die Alternativen von VW und Opel - Käfer und Kadett. Der Zuspruch fiel dennoch eher mäßig aus. Zu beliebt waren die etablierten Autos, zu wenig innovativ das Escort-Konzept, das durch eine ruppig Straßenlage und spartanische Ausstattung auffiel.

Gebaut wurden die Escort-Typen für den deutschen Markt im belgischen Ford-Werk in Genk und später auch im Werk Saarlouis. Ausgestattet mit einem Vierzylinder-Motor, kam der simpel konstruierte Wagen auf ein Spitzentempo von 127 km/h bei 40 PS Leistung. Angeboten wurde der Escort als zwei- und viertürige Limousine sowie als Kombivariante namens Turnier. Ab 1973 gab es eine RS-Version mit 100-PS-Maschine und einer Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h, die 10.400 Mark kostete.

Beworben wurde das Auto damals als "Familienwagen und sportlicher Flitzer", doch der Volksmund griff sich eine ganz andere Charakteristik des Wagens heraus: Wegen des schmalen Kühlergrill, der optisch auch die beiden Scheinwerfer umfasste, erhielt der Wagen rasch den Spitznamen "Hundeknochen".

Ford reagierte rasch auf das verhaltene Interesse an dem Auto. Bereits 1969 erhielten die Motoren einen PS-Zuschlag und die Hinterachskonstruktion wurde verbessert. Spätere Modell-Generationen bekamen zudem flottere Designs und - ab 1981 (dritte Modellgeneration) Frontantrieb.

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