60 deutsche Autos Der Porsche 911 Turbo

Martialisch sah das Auto aus, aufdringlich und sogar flegelhaft. Oder sollte man flügelhaft sagen? Jedenfalls erregte der Porsche 911 Turbo beim Debüt auf dem Salon in Paris 1974 gehöriges Aufsehen. Es war ein Coupé der Superlative.

Porsche 911 Turbo: Der Supersportwagen des Hauses Porsche zog stets auch exponierte Kunden an. Zu den Turbo-Fahrern zählten und zählen unter anderem Herbert von Karajan, Pete Sampras, Jerry Seinfeld, Michael Ballack, Ray Parker jr. oder Jan Ullrich.

Porsche 911 Turbo: Der Supersportwagen des Hauses Porsche zog stets auch exponierte Kunden an. Zu den Turbo-Fahrern zählten und zählen unter anderem Herbert von Karajan, Pete Sampras, Jerry Seinfeld, Michael Ballack, Ray Parker jr. oder Jan Ullrich.

Von Jürgen Pander


Der extragroße Heckflügel mit der umlaufenden, schwarzen Gummikante fiel sofort auf. Und was sich darunter befand, im Motorraum nämlich, ließ die Autowelt aufhorchen. M 930/50 lautete das werksinterne Kürzel für den Turbomotor, mit dem Porsche das neue Topmodell 911 Turbo bestückt hatte, das auf dem Autosalon in Paris im Oktober 1974 Weltpremiere feierte. 207 Kilogramm wog der Motor, ein Drei-Liter-Sechszylinder-Boxeraggregat, das dank Turboaufladung 260 PS Leistung entwickelte und das Auto bis zu 250 km/h schnell machte.

Damit war der Porsche 911 Turbo der schnellste deutsche Straßensportwagen - und auch einer der teuersten. 65.800 Mark verlangte Porsche für das Geschoss, dessen Verkauf im Frühjahr 1975 begann. Ausgeliefert wurde der Wagen übrigens nicht nur mit dem brachialen Motor, sondern erstmals auch mit innenbelüfteten Scheibenbremsen sowie Aluminium-Bremssätteln, die Porsche ursprünglich für den Rennwagen 917 entwickelt hatte.

1000 Exemplare des 911 Turbo sollten gebaut werden, das war der Plan in Zuffenhausen. Bis 1977 jedoch wurden 2876 Fahrzeuge gefertigt und verkauft - und natürlich wurde diese Vollgas-Story fortgeschrieben. Denn auf den Turbo-Debütanten folgte noch 1977 der 911 Turbo 3.3 mit mehr Hubraum, Ladeluftkühlung und nun 300 PS. Das Auto wurde zur Legende - nicht nur wegen der extraordinären Fahrleistungen, sondern auch, weil die Zeitgenossen zunächst glaubten, mit diesem Modell verabschiede sich die Baureihe 911.

Denn bei Porsche wurde seit 1972 an einem völlig neuen Modell als Nachfolger für den 911 getüftelt - und 1977 kam dieser Typ, der Porsche 928, auf den Markt. Heute ist bekannt, dass das neue Modell eine Episode blieb, der klassische 911er jedoch bis heute im Angebot ist. Das gilt auch für die Turbo-Variante.

Erst vor wenigen Wochen präsentierte Porsche die jüngste Variante des 911 Turbo, der inzwischen rund ein Drittel des 911-Gesamtabsatzes ausmacht. Die Werte des aktuellen Fahrzeugs nur mal so zum Vergleich: 3,8-Liter-Hubraum, zwei Turbolader, 500 PS und ein Preis von 149.786 Euro.



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