60 deutsche Autos: Der Porsche Cayenne

Von Jürgen Pander

Nur mit Sportwagen, das war dem damaligen Porsche-Vorstandschef Wendelin Wiedeking klar, ließen sich seine großspurigen Expansionspläne nicht realisieren. Passenderweise schwappte gerade die Luxus-SUV-Welle über den Atlantik - und Porsche schwamm mit dem Cayenne mit.

Porsche Cayenne: Erstmals wagte sich Porsche mit dem Cayenne, der anfangs ab 49.017 Euro verkauft wurde, in ein Marktsegment außerhalb der klassischen Sportwagenregion. Zur Großansicht

Porsche Cayenne: Erstmals wagte sich Porsche mit dem Cayenne, der anfangs ab 49.017 Euro verkauft wurde, in ein Marktsegment außerhalb der klassischen Sportwagenregion.

Das Image ist wohl das größte Kapital eines Sportwagenherstellers, und so tat sich die Zuffenhausener Firma Porsche lange Zeit schwer, eine Alternative zu finden zu den prinzipiell immer gleichen Zweitürern mit Hochleistungsanspruch. Ausgerechnet am entgegengesetzten Ende des Pkw-Marktes, bei den Geländewagen, zeichnete sich jedoch ab Ende der neunziger Jahre ein neuer Trend ab: Bis dahin für Oberförster oder Sahara-Reisende reservierte Offroader wurden plötzlich chic, in betuchteren Kreisen gab es ein neues Autoidol: das Sport Utility Vehicle - kurz SUV.

Mit dem SUV ließen sich sportliche Attitüde, Darstellungsdrang und praktischer Familiensinn vereinen, was besonders die sogenannten Premium-Hersteller anzog. BMW baute den X5, Mercedes die M-Klasse und Porsche, VW und Audi taten sich zusammen und entwickelten auf einer gemeinsamen Plattform und mit zahlreichen Gleichteilen unter dem Blech drei großkalibrige Geländewagen. VW den Touareg, Audi (etwas später) den Q7 und Porsche den Cayenne.

Für die Porsche-Kundschaft gab es plötzlich ein Auto mit vier Türen und großer Heckklappe. Mit einem Kofferraum der den Namen verdiente und sogar mit Allradantrieb und Anhängerkupplung. Im Dezember 2002 startete der Verkauf des Wagens, der mehr als zwei Tonnen wog, aber aufgrund der üppigen Motorisierung dennoch als sportlich galt - und somit das Image der Marke nicht beeinträchtigte.

Im Gegenteil: Mit dem Porsche Cayenne Turbo S, der in der ab 2007 gebauten, überarbeiteten Auflage der Modellreihe eine Leistung von 550 PS abgibt und bis zu 280 km/h schnell fahren kann, konnte Porsche den Trumpf ausspielen, das schnellste Serien-SUV-Modell überhaupt im Programm zu haben. Zeitweise war der Cayenne die meistverkaufte Baureihe der Marke und vor allem auf dem für Porsche wichtigen US-Markt ein Bestseller. Das 250.000 Exemplare insgesamt wurde im Frühjahr 2009 im Werk Leipzig gebaut.

Doch das Image des Geländebrummers wandelte sich. Inzwischen gelten große SUV-Modelle aufgrund ihrer enormen Verbrauchswerte als Klimaschädlinge. Porsche steuerte kürzlich entgegen und brachte erstmals ein Dieselmodell auf den Markt. Dabei gehe es auch um "soziale Akzeptanz", hieß es bei der Premiere im Februar 2009. Nach derzeitiger Planung wird im kommenden Jahr die neue Cayenne-Generation vorgestellt; und von der soll es dann auch eine Hybridvariante geben.

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