60 deutsche Autos: Der VW-Porsche 914

Von Jürgen Pander

VW und Porsche bereiten die neue Zweisamkeit vor - und schon gibt es hochfliegende Pläne. So soll mit der Technik aus dem Volkswagen-Regal ein neuer Volksporsche entstehen. Das gab es schon einmal: Am 11. September 1969 debütierte der VW-Porsche 914.

Porsche 914: Der erste Mittelmotor-Seriensportwagen aus deutscher Produktion wurde zwischen 1969 und 1970 knapp 120.000-mal gebaut Zur Großansicht

Porsche 914: Der erste Mittelmotor-Seriensportwagen aus deutscher Produktion wurde zwischen 1969 und 1970 knapp 120.000-mal gebaut

Wenige Monate zuvor, im April 1969, war in aller Stille die "VW-Porsche-Vertriebsgesellschaft mbH" gegründet worden, eine Firma mit fünf Millionen Mark Grundkapital und dem Auftrag, den zu dieser Zeit noch nicht öffentlich bekannten Mittelmotor-Sportwagen VW-Porsche 914 unters Volk zu bringen. Doch bereits zu diesem Zeitpunkt, also noch vor dem öffentlichen Debüt des flott gestylten Zweisitzers, war der Autofrieden zwischen Zuffenhausen und Wolfsburg höchst brüchig.

Die Ursachen dafür lagen in der Genese dieses Autoprojekts. Gestartet wurde es im Frühling des Jahres 1966 durch eine mündliche Abmachung zwischen den damaligen Chefs von Porsche und VW, Ferry Porsche und Heinrich Nordhoff. Die Schwaben wollten durch ein Auto unterhalb des Modells 911 die Absatzchancen vergrößern, die Niedersachsen hofften auf einen Nachfolger des Karmann Ghia. Die Eintracht erhielt einen Riss, als nach dem Tode Heinrich Nordhoffs im Jahr 1968 der neue VW-Vorstandschef Kurt Lotz das Projekt zunächst stoppte.

Erst nach beträchtlichem Hin und Her einigten sich die beiden Autohersteller auf eine Fortführung der Kooperation: der Kompromiss sah vor, das Auto als VW-Porsche 914 zu vermarkten.

So kam es dann auch, wobei das Auto von Anfang an mit zwei Motorvarianten verfügbar war. Der 914/4 besaß einen 1,7-Liter-Vierzylinder-Boxermotor mit 80 PS, der ursprünglich aus dem VW 411 E stammte; der 914/6 wurde von einem Zwei-Liter-Sechszylinder-Boxermotor mit 100 PS aus dem Hause Porsche angetrieben. Später erhielt die Vierzylinder-Maschine mehr Hubraum und Leistung und die Sechszylinder-Version wurde mangels Nachfrage ganz eingestellt.

12.560 Mark kostete der VW-Porsche 914/4 bei seinem Debüt. Das Auto mit dem herausnehmbaren Targadach fuhr sich vortrefflich und gewann einerseits viele Fans, musste andererseits aber stets mit dem Zwitter-Image klarkommen, ein Möchtegern-Porsche zu sein. Vor allem in den USA aber wurde der Sportwagen ein Erfolg. Insgesamt 118.978 Exemplare wurden gebaut. Darunter ein ganz besonderes: Porsche-Chef Ferry Porsche erhielt zu seinem 60. Geburtstag einen VW-Porsche 914/8 zum Geschenk - mit Achtzylinder-Rennmotor und 300 PS.

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Auto
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Fahrkultur
RSS
alles zum Thema 60 deutsche Autos
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
60 deutsche Autos
VW

Kaum ein anderes Produkt hat Deutschland so geprägt wie das Auto. SPIEGEL ONLINE stellt zum Jubiläum der Bundesrepublik 60 Fahrzeuge vor, die unser Straßenbild prägten und Geschichte schrieben.

Alle bisher erschienenen Artikel

RSS-Feed abonnieren



Aktuelles zu