60 deutsche Autos Die Mercedes G-Klasse

Die klobige G-Klasse ist eine Geländewagen-Ikone: Das Auto wurde als Nutzfahrzeug entwickelt und sollte sich sowohl in holprigem Terrain als auch auf der Straße fahren lassen. Bis heute wird die Baureihe in nahezu unveränderter Optik verkauft.

Mercedes G-Klasse: 30 Jahre Kante

Mercedes G-Klasse: 30 Jahre Kante


Die Entwicklung begann 1972, als Daimler Benz und die Steyr-Daimler-Puch AG die Idee hatten, ein geländegängiges Nutzfahrzeug zu bauen. Auch wenn die Baureihe nach Aussagen des Herstellers ursprünglich nicht für das Militär hergestellt werden sollte, gaben Streitkräfte Daimler den vielleicht entscheidenden Antrieb.

1975 bestellte der Schah von Persien 20.000 Fahrzeuge für seine Kaiserliche Armee. Allerdings kam es nie zu dem Geschäft, denn der Auftrag wurde 1979 storniert - das Jahr, in dem die Serienfertigung der G-Klasse (Baureihe 460) im österreichischen Graz anlief.

Charakteristisch für die G-Klasse ist das kantige Design. Diese Form hatte auch wirtschaftliche Gründe, denn die großflächigen Bleche ließen sich kostengünstig herstellen. Somit wäre auch eine Produktion in Ländern der Dritten Welt möglich gewesen, die die Stuttgarter durchaus vorgesehen hatten.

Die Baureihe 460 wurde zunächst mit einem Leistungsspektrum von 72 bis 150 PS angeboten. Das Auto mit zuschaltbarem Allradantrieb konnte Steigungen von bis zu 80 Prozent erklimmen, vertrug eine Schräglage von bis zu 54 Prozent und verfügte über eine Bodenfreiheit von 21 Zentimetern.

Erfolgreicher Sportler

Abseits der befestigten Straßen war die G-Klasse nicht nur ein exzellentes Arbeitsgerät, sondern auch ein erfolgreicher Rennwagen. Der ehemalige belgische Formel-1-Fahrer Jacky Ickx und sein Co-Pilot Claude Brasseur gewannen 1983 mit dem 280 GE die legendäre Rallye Paris-Dakar.

Bis heute hat sich die Optik kaum verändert. Allerdings hat sich das Image und natürlich auch die Technik gravierend gewandelt. Auch wenn die G-Klasse auch heute noch dank drei Differentialsperren und Getriebeuntersetzung uneingeschränkt geländetauglich ist, haben die aktuellen Aggregate viel mehr Kraft als für Offroad-Fahrten nötig. War bei der ersten Baureihe bereits bei 150 PS das Maximum erreicht, startet die Motorenpalette heute bei 224 PS und endet im G 55 AMG bei fast schon unvorstellbaren 507 PS.

Preislich hat sich auch einiges getan. Mussten Käufer 1979 mindestens 31.192 Mark investieren, geht es heute erst bei 71.341 Euro los.



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