Anti-Gurtwarner: Da schnallst du ab

Anti-Gurtwarner: Es piept wohl! Fotos
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Der Anti-Gurtwarner ist das Schweizer Taschenmesser der Unbelehrbaren. Die kleinen Stecker lassen in Autos den Alarmton verstummen, ohne dass der Fahrer sich anschnallt. Je nach Ausführung dienen sie auch als Accessoire oder Flaschenöffner.

Fast jeder Autofahrer hat schon mal diesen kleinen Hassanfall kurz nach dem Einsteigen bekommen: Kaum hat man auf dem Fahrersitz Platz genommen und fährt unangeschnallt los, ertönt ein fiebriges Piepen, ein schlimmes Bimmeln oder ein dumpfes Läuten. Das ist der sogenannte Gurtwarner. Der Sound des schlechten Gewissens ist mahnend, erzieherisch und nervig - und vor allem: lebensrettend.

Der Vorsichts-Fanfare ist es sicher mit zu verdanken, dass sich die Anschnallquote bei Autofahrern und Beifahrern kaum noch steigern lässt: Laut einer Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen (BAST) liegt sie bei 98 Prozent.

Die restlichen zwei Prozent werden sich über den Anti-Gurtwarner freuen.

Der Anti-Gurtwarner ist das richtige Gerät für Leute, die sich für unsterblich halten, oder denen ein Griff über die eigene Schulter zu viel Akrobatik abverlangt. Der Stecker ohne Anschnallriemen wird, genau wie die übliche Vorrichtung, in das Gurtschloss geklickt und bringt damit den Alarmton zum Schweigen. Nur bietet er bei einem Aufprall mit dem Auto eben keinen Schutz.

Für Flaschen und Kinder

Ohne den Anschnaller klatscht man - je nach Geschwindigkeit - entweder mit dem Gesicht gegen das Lenkrad oder den Airbag, vielleicht zerschlägt man auch mit dem eigenen Schädel die Windschutzscheibe. Aber davon abgesehen ist das Teil genial - man kann damit sogar Flaschen öffnen.

In Deutschland sind die kleinen Edelstahlstecker allerdings ziemlich lieblos gestaltet. Reich verzierte Modelle finden Gurtmuffel dagegen in Fernost: Dort gibt es zum Beispiel passend zur Marke des eigenen Autos Anti-Gurtwarner mit dem jeweiligen Herstelleremblem. Wer auf Bling-Bling steht, greift zum edelsteinbesetzten Gold-Anti-Gurtwarner in Form einer majestätischen Krone. Und wer sagt denn, dass Nichtanschnallen eine ernste Angelegenheit und nur was für Erwachsene ist? Die Kleinen kommen nicht zu kurz, für sie gibt es Anti-Gurtwarner mit putzigen Comic-Köpfen.

Blöd nur, dass mit den Dingern Folgekosten drohen: Wen die Polizei ohne Gurt erwischt, muss 30 Euro Bußgeld blechen - und wer Pech hat, bezahlt den Spaß mit dem Leben.

cst

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 318 Beiträge
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    Seite 1    
1. Her mit dem Ding
Bakturs 15.11.2013
Dann kann ich endlich ohne gepiepse auf meinem eigenen Gelände kurz umparken.
2.
Plasmabruzzler 15.11.2013
Wie doof ist das denn? Wer im Auto sitzt, muss sich anschnallen. Ganz einfach. Nicht nur, weil es Gesetz ist, sondern weil ebenso dies der gesunde Menschenverstand sagt. Wer das ausblendet und sich selbst in Gefahr bringt, hat etwas Grundsätzliches nicht verstanden.
3. Musste das sein?
carlitom 15.11.2013
Warum machen Sie solche Methoden erst publik? Damit die ganzen Gurtmuffel, die Rettungskräfte nachher aus Gräben und sogar aus Baumkronen sammeln müssen, endlich wissen, wie es geht? Das finde ich kontraproduktiv. Solche Idioten müssen nicht noch durch Tipps zur Idiotie unterstützt werden.
4. optional
fisschfreund 15.11.2013
Das Ding ist für Leute wie mich, die nicht dauernd ihren Aktenkoffer, die Einkaufstüte oder andere schwere Gegenstände auf dem BEIFAHRERsitz anschnallen wollen. Denn dort bimmelt der dösige Gurtwarner auch los.
5.
frodosix 15.11.2013
Wer so ein Teil benutzt und sich nicht vorschreiben lassen will, einen Gurt zu benutzen glaubt vermutlich auch noch, dass Frauen körperlich/geistig nicht in der Lage sind Auto zu fahren.
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