Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Autos 2015: Darauf fahren wir ab

Toyota Mirai: Definitiv ein Top des Jahres 2015 Zur Großansicht
Toyota

Toyota Mirai: Definitiv ein Top des Jahres 2015

Die Mitarbeiter des Auto-Ressorts von SPIEGEL ONLINE stellen ihre persönlichen Lieblinge des Jahres vor. Sogar dem VW-Abgasskandal können sie etwas Positives abgewinnen.

Toyota Mirai: Toyota legt los Zur Großansicht
Toyota

Toyota Mirai: Toyota legt los

Toyota Mirai: Wer wagt, gewinnt

Für mich ist der Toyota Mirai das Top des Jahres. Gar nicht primär wegen seines Wasserstoffantriebs, denn der wird unser Klima auf absehbare Zeit auch nicht retten. Viel zu hoch ist der Energiebedarf zur Herstellung von Wasserstoff; erst wenn aller und wirklich aller Strom aus regenerativen Quellen stammt, wird der Mirai zu einem tatsächlich sauberen Auto. Außerdem ist das Wasserstofftankstellennetz noch so dünn, dass nur wirklich leidensfähige Käufer zu dem teuren Fahrzeug greifen werden. Ein Bestseller wird der Wagen sicher nicht

Das Auto ist vielmehr eine fahrende Litfaßsäule, es geht um die Haltung, die hinter dem ganzen Auto steckt. Nämlich die, eine Technologie zu forcieren ohne Rücksicht auf sofortigen finanziellen Gewinn. Einfach aus dem Grund, dass schließlich irgendjemand mal loslegen muss.

Ein Auto hinzustellen, das futuristisch daherkommt, aber eher auf eine ungelenke Weise. Ein Auto, das gleichzeitig auf all den Proporz verzichtet, mit dem die selbsternannten Premiumhersteller ihre Fahrzeuge behängen. Die haben den Hybridantrieb verschlafen und bauen jetzt verzweifelt Plug-in-Hybride, um viel zu große, viel zu üppig ausgestattete, viel zu gestrige Autos mithilfe absurder Berechnungsregeln für den Verbrauch auf dem Papier zu Spritsparwundern, also zu zeitgemäßen Autos zu frisieren.

Sie halten immer daran noch fest, so wirkt es, während Toyota Ballast abgeworfen hat und schon mal losmarschiert - in die Zukunft. Selbst wenn das alles nur ein geschickt eingefädeltes PR-Manöver ist, kann man den Japanern dazu nur aufrichtig gratulieren.

von Michail Hengstenberg


Mazda MX-5: Schlicht gut Zur Großansicht
Mazda

Mazda MX-5: Schlicht gut

Mazda MX-5: Spaß statt Schnickschnack

Auf eine Sache war ich beim neuen Mazda MX-5 besonders gespannt: Wird sich das Verdeck wieder nur per Hand öffnen lassen? Dann die Erleichterung bei der ersten Testfahrt - ja, nach wie vor funktioniert alles manuell. Eine gute Nachricht in Zeiten, in denen sich selbst kompakte Cabrios per Fernbedienung entblättern und ein Heißluftföhn in den Nacken bläst.

Die Entwickler von Mazda haben es beim MX-5 erneut geschafft, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Der Roadster ist leichter geworden, sogar etwas kürzer und flacher. Zwar gibt es nun nicht einmal mehr Platz für ein Handschuhfach, aber dafür noch mehr Fahrspaß.

Ja, es gibt ein Head-up-Display, und in der Mittelkonsole steckt der offenbar unverzichtbare Touchscreen. Aber davon einmal abgesehen, ist dieser Roadster ein wunderbar analoges und deshalb so authentisches Auto geblieben. Und vor allem beweist er einmal mehr, dass ein guter Sportwagen weder monströs motorisiert noch unverschämt teuer sein muss.

Natürlich ist jeder Porsche stärker, jeder Ferrari schneller und jeder McLaren vornehmer, schließlich geht es bei Mazda mit einem 131-PS-Motörchen los, das schon bei 204 km/h ans Limit kommt. Aber so viele Emotionen pro Euro und so viel positive Energie pro PS bietet für mich keine andere Autoneuheit des Jahres.

von Tom Grünweg


VW-Affäre: Der Diesel hat den Deutschen den Verstand vernebelt Zur Großansicht
DPA

VW-Affäre: Der Diesel hat den Deutschen den Verstand vernebelt

Volkswagen: Alles Neu macht der Skandal

So komisch das klingen mag: VW hat mit seinem Diesel-Abgasskandal den Autofahrern womöglich einen Dienst erwiesen. Erst durch das Auffliegen des Betrugs, bei dem Volkswagen mit einer manipulierten Software die Abgaswerte auf dem Prüfstand gering gehalten hat, ist endlich Bewegung in die leidige Diskussion um Verbrauchswerte und Stickoxide gekommen.

Jahrelang haben Umweltorganisationen bemängelt, dass die gemessenen Schadstoffe mit denen in der Realität nicht übereinstimmen. Doch ihr Warnen, Mahnen, Insistieren verpuffte - zumindest in der Vollgas-Nation Deutschland. Erst durch diesen handfesten Skandal könnte die Politik nun künftig härter gegen die Konzerne durchgreifen.

Mit ersten Erfolgen: Früher als erwartet haben die EU-Staaten strengere Abgasprüfungen beschlossen. Ab dem 1. Januar 2017 sind die Tests mit dem Namen Real Driving Emissions (RDE) für neue Fahrzeugtypen vorgeschrieben. Beim RDE werden die Abgase auf der Straße ermittelt und nicht im Labor. Zwar gibt es auch bei diesem Beschluss noch einiges zu kritisieren, aber ein Anfang wäre gemacht.

von Margret Hucko


Porsche Cayman GT4: Klasse-Boxer Zur Großansicht
Porsche

Porsche Cayman GT4: Klasse-Boxer

Porsche Cayman GT4: Hier fahre ich und kann nicht anders

Ein bisschen schizophren ist das ja schon. Ich betrachte mich eigentlich als gemäßigten Öko - von mir aus soll es ein Tempolimit auf der Autobahn geben, die Straßen in den Städten gehören so gebaut, dass Radfahrer sich dort wohler fühlen und der motorisierte Verkehr abnimmt, außerdem geht mir die "immer mehr SUVs, immer mehr PS"-Attitüde der Automobilindustrie auf den Zeiger.

Aber wenn ich an die eindrücklichste Fahrt des Jahres zurückdenke, kommt mir als erstes der Porsche Cayman GT4 in den Sinn.

385 PS, CO2-Ausstoß von 238 g pro Kilometer, snowboardgroßer Spoiler und ein Preis um die 100.000 Euro. An diesem Auto ist so viel falsch. Aber dann ist man damit an einem sonnigen Tag auf einer leeren Landstraße unterwegs. Und plötzlich ist alles richtig.

Westernhagen fragte in einem Song mal: Hey Mama, was ist mit mir los? Meine Antwort für 2015: Der Reiz des Sechszylinder war zu groß.

von Christoph Stockburger


Passat GTE: Volkswagen hat eine Antwort auf das Dieselgate Zur Großansicht
Volkswagen

Passat GTE: Volkswagen hat eine Antwort auf das Dieselgate

VW Passat GTE: Das richtige Auto zur falschen Zeit

Desaströser kann ein Debüt nicht sein. Im September rollte VW ein Modell zu Händlern, das alles hat, um die Diesel-Dominanz in der Dienstwagenklasse zu brechen: den Passat GTE. Interessiert hat das niemanden, denn zur gleichen Zeit wurden die VW-Abgasmanipulationen bekannt. Es ging wochenlang nur noch um Stickoxid-Emissionen, Regress-Forderungen und Rücktritte. Diese Diskussion hält noch immer an, deshalb hier der Zwischenruf: VW hat ein großartiges Mittelklasseauto mit Plug-in-Hybridantrieb im Angebot! Wir waren mit dem Passat GTE unterwegs und hellauf angetan.

Die meisten Alltagsfahrten können mit dem Wagen rein elektrisch zurückgelegt werden. Etwa 35 Kilometer weit sind wir mit vollgeladener Batterie gekommen, ehe der 1,4-Liter-Benziner anspringen musste. An der normalen Steckdose in der Garage war der Akku binnen vier Stunden wieder aufgeladen. Und mit einer Systemleistung von 218 PS (die E-Maschine allein leistet 115 PS) ist das Auto üppig motorisiert.

Also: Es gibt Alternativen zum Diesel. Wenn man die Möglichkeit hat, regelmäßig regenerativ erzeugten Strom nachzuladen und zudem ein Fahrprofil, das vor allem aus Kurz- und nur selten aus Langstrecken besteht, ist ein Plug-in-Hybrid-Auto wie der Passat GTE eine ideale Familienkutsche. Ja, das Auto ist teuer, es kostet 44.250 Euro. Aber wer ohnehin Geld in einen Neuwagen investieren möchte: Hier gibt es intelligente Technik - anstatt anderswo einen aufreißerischen Markennamen oder luxuriösen Schnickschnack.

von Jürgen Pander

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 47 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
oldtimer62 26.12.2015
Herr Hengstenberg, die Premium Hersteller haben sich nicht selbst ernannt, wir die Käufer haben das getan! Das der Strom noch immer nicht zu 100 % ökologisch unbedenklich erzeugt wird, liegt ja wohl nicht am Autobauer, der macht es sich im Rahmen der Vorgaben natürlich bequem, geht auch um Arbeitsplätze Herr Hengstenberg, außerdem sind Rohstoffe für Wasserstoff und Batterieautos endlich, und nicht überall vorhanden. Zum Toyota, das Auto kostet 80000 Euro, man wird es also nur 2 mal sehen in Deutschland, allerdings glaube ich nicht mal wegen dem Kaufpreis, das Design Argh...
2. ähem...
deBeers 26.12.2015
...weder gibt's für den MX 5 ein Head-up-Display –das für alle anderen Mazda lieferbar ist– noch "steckt" der Touchscreen in der Mittelkonsole: das Ding sitzt auf dem Armaturenbrett.
3. Toyota Mirai, Honda etc.
Puma 26.12.2015
ein Anfang ist gemacht und natürlich soll/muss Strom aus Regenrativen hergestellt werden und ja, es gibt noch zu wenig Tankstellen. Aber vielleicht will sich Herr Hengstenberg künftig mit dem Paddelboot zum Fischmarkt bewegen. Warum reden Sie die einzig vernünftige Technologie klein? Ein umfassender Bericht über diese Technologie wäre hilfreich.
4. Zweifelhaft
bluemetal 26.12.2015
Solange Mazda in seinem letzten verbliebenen "Sportwagen" auch nach 25 Jahren Betteln der Kundschaft keinen richtigen Motor (wenigstens optional) anbietet und das Auto immer kleiner wird und inzwischen jeder Polo und Corsa mit deutlich mehr Leistung angeboten wird bleibt er eine Enttäuschung und weit unter seinem Potenial. Knackig Schaltung und geringes Gewicht und Preis sind halt immer nur die halbe Miete ohne adäquaten Motor. Auch optisch mag gerade die Front wirklich nicht mehr überzeugen. Nur der angekündigte Fiat-Klon sieht noch schäbiger aus....
5. @1
marecs 26.12.2015
denke wir haben genug Wasser auf der Erde um ausreichend Wasserstoff zu produzieren...
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Facebook


Aktuelles zu