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Konzeptstudie GINA: Als BMW die Hülle fahren ließ

BMW GINA: Da fliegt mir doch das Blech weg Fotos
BMW

Viel, viel Textil: Die Automobilgeschichte ist voll von fantastischen Studien, die erst begeisterten und dann verschwanden. SPIEGEL ONLINE zeigt die gewagtesten Visionen. Dieses Mal: Ein BMW, der richtig Stoff gibt.

Als BMW im Juni 2008 die Wiedereröffnung seines Museums feierte, stand eine silbrig glänzende Zweisitzer-Studie im Mittelpunkt: das Konzeptauto BMW GINA Light Vision. "Eine Vorschau auf den neuen Roadster" jubelten die Fachmagazine, doch so einfach lagen die Dinge nicht. Im übrigen war das Auto nicht neu, sondern zu diesem Zeitpunkt bereits sieben Jahre alt. Nur hatte BMW das irre Teil bis dahin noch nicht öffentlich ausgestellt.

Die Studie BMW GINA - das Akronym steht für "Geometrie und Funktion in N-facher Ausprägung" - war vermutlich zu revolutionär, und im Grunde ist sie das bis heute. Ein Team um den damaligen BMW-Designchef Chris Bangle hatte das Auto erdacht und gemacht: Über einer Unterkonstruktion aus Aluminiumrohren und Karbonelementen ist ein silberfarbenes Hightechmaterial befestigt, das gleichermaßen flexibel, dehnungsresistent, wasserdicht, widerstandsfähig sowie hitze- und kälteunempfindlich ist. Eine Hightechtextilie also, die zu allerlei raffinierten Details führt.

Bei diesem Auto sind Falten kein Problem

Werden beispielsweise die Türen geöffnet, wirft die Autohaut Falten, werden die Scheinwerfer eingeschaltet, öffnen sich - ähnlich wie Augenlider - Lichtschlitze in der Frontpartie. Doch auch das ist noch nicht das radikal Neue an dem Wagen. Sondern: Die komplette Außenhaut des Autos besteht aus lediglich vier Zuschnitten. Würden Autos nach diesem Vorbild gebaut, wären keine tonnenschweren und millionenteuren Blechpressen mehr nötig. Es genügte eine schlaue Maschine, auf der die Textilzuschnitte für praktisch jede Karosserieform hergestellt werden könnten. Ein derartiges Verfahren würde haufenweise Geld sparen, wäre umweltschonender, schneller und sehr viel variabler.

Die Studie BMW GINA ist also nicht nur eine ästhetisch interessante Anregung, sondern hätte das Potenzial, die Autoindustrie wie man sie kennt auf den Kopf zu stellen. Allerdings hat offenbar bis heute niemand Interesse daran, und so werden Autokarosserien weiterhin mit enormen Pressmaschinen und -werkzeugen gebaut.

Die visionäre BMW-Studie, die viel weiter vorausblickte als auf einen potenziellen nächsten, offenen Zweisitzer, steht nach wie vor im BMW-Museum in München - und blinzelt manchmal mit den Scheinwerfern.

jüp

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insgesamt 41 Beiträge
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1.
Cugel 01.02.2016
Klaatu barrada nekto!
2.
Arminiafan 01.02.2016
Zitat von CugelKlaatu barrada nekto!
Hat wohl funktioniert. Ich kann noch schreiben. :-)
3. Fahrtwind?
super-m 01.02.2016
Verstehen Sie mich nicht falsch, ich halte dieses Werk für großartige Kunst. Das Design ist wirklich fantastisch. Allerdings würde mich schon interessieren, wie sich dieses Textil verhält, wenn das Fahrzeug bewegt wird. Was passiert beispielsweise bei Fahrtwind? Wird die "Motorhaube" durch den Fahrtwind einfallen oder anders gefragt - wie stramm ist das Textil gezogen?
4.
razer 01.02.2016
Zitat von CugelKlaatu barrada nekto!
Tschitti Tschitti Bäng Bäng
5. Naja, ganz lustig
Dogbert 01.02.2016
in Anbetracht der Crash-Funktion die die klassische Karosserie nun mal ist die Frage wie man das hier realisieren will. .
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