Comeback in London: Neustart der Doppeldecker-Busse

Ein Londoner Wahrzeichen kehrt zurück: Die berühmten Doppeldecker-Busse sollen spätestens zu den Olympischen Spielen 2012 wieder zum Straßenbild der britischen Hauptstadt gehören. Die Neuauflage des Klassikers wurde kürzlich vorgestellt, bald sollen Prototypen starten.

Doppeldecker-Busse: Das rote  Wahrzeichen rollt wieder an Fotos
Getty Images

Die erste offizielle Fahrt eines Doppeldecker-Busses in London datiert auf den 8. Februar 1956. Damals noch nicht absehbar war die Tatsache, dass die wuchtigen, knallrot lackierten Busse mit der klassischen Motorhaube und dem offenen Heck zu einer Attraktion der britischen Hauptstadt werden sollten. Die roten Riesen gehörten bald zum Stadtbild wie Big Ben oder Tower Bridge, das Auf- und Abspringen im zähen Verkehr wurde zu einer Art Massensport der Londoner und zu einem Erlebnis für Touristen.

Vor fünf Jahren jedoch war Schluss. Gerade die unkonventionelle Art des Ein- und Ausstiegs führte immer wieder zu Unfällen; zudem erforderte die Bauart mit dem offenen Heck neben dem Fahrer noch einen Schaffner an Bord, der den Fahrpreis kassierte - das wurde London Transport, der Betreiberfirma für die Buslinien der Stadt, zu teuer. Und schließlich waren die klassischen Doppelstock-Busse weder Rollstuhlfahrer-tauglich noch besonders umweltfreundlich. Mit Einführung der Umweltzone in London war ihr Aus praktisch besiegelt.

Seither fahren nur noch auf zwei kurzen Strecken in der City so genannte "Heritage Routemasters" (die Herstellerfirma der Busse war ACE Routemaster). Deren Bedeutung für den öffentlichen Nahverkehr in der Stadt ist gering.

Bald jedoch soll es auf den Straßen Londons wieder von Doppeldecker-Bussen wimmeln. Die nordirische Firma Wrightbus hat einen Prototypen gebaut, der von Thomas Heatherwick designt wurde und die Routemaster-Idee ins 21. Jahrhundert transportiert. Es gibt abermals ein offenes Heck, zusätzlich aber auch Türen vorne am Fahrerplatz und in der Mitte des Busse; dieser Eingang ist auch für Rollstuhlfahrer geeignet. Außerdem kann der Bus je nach Bedarf ausschließlich mit einem Fahrer oder auch mit Fahrer und Schaffner betrieben werden - je nachdem, welche Türen zum Zustieg geöffnet werden.

Neue Doppeldecker-Busse mit Hybridantrieb

Im kommenden Jahr sollen erste Testbusse in Betrieb genommen werden, ab 2012, wenn die Olympischen Sommerspiele in London stattfinden, sollen bereits mehr als hundert im Einsatz sein. Die neuen Modelle verfügen über Platz für 87 Passagiere, davon 40 Sitzplätze auf dem Oberdeck. Bewegt werden sie von einer Kombination aus Dieselmotor und Elektromaschine. Der Hybridantrieb soll im Schitt 28 Liter Kraftstoff je 100 Kilometer verbrauchen - und damit rund 40 Prozent weniger als ein Bus mit reinem Dieselantrieb. Auch ein Preis wurde bereits genannt, er soll bei umgerechnet 355.000 Euro liegen.

Mit Hybrid-Doppeldeckerbussen sammeln die Londoner Verkehrsbetriebe übrigens bereits seit dem vergangenen Jahr Erfahrungen. Denn auf der Linie 141 verkehren insgesamt sechs solcher Busse vom Typ Volvo B5L (Werbeslogan: "Another red bus is going green"). Deren Parallel-Hybrid-Antriebstechnik mit Diesel- und E-Motor bringt im Vergleich zu normalen Dieselbussen eine Spritersparnis von rund 25 Prozent.

jüp

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insgesamt 24 Beiträge
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1. Keine roten Busse ?
stabilo 25.11.2010
Zitat von sysopEin Londoner Wahrzeichen kehrt zurück: Die berühmten Doppeldecker-Busse sollen spätestens zu den Olympischen Spielen 2012 wieder zum Straßenbild der britischen Hauptstadt gehören. Die Neuauflage des Klassikers wurde kürzlich vorgestellt, bald sollen Prototypen starten. http://www.spiegel.de/auto/fahrkultur/0,1518,730912,00.html
Hab ich den Artikel nicht verstanden ? Auf jeden Fall waren Londons Straßen noch vor 6 Monaten voll mit roten Doppeldecker-Bussen. Sind die plötzlich ausgestorben ?
2. London ist voller Doppeldecker!
dreirath 25.11.2010
Zitat von stabiloHab ich den Artikel nicht verstanden ? Auf jeden Fall waren Londons Straßen noch vor 6 Monaten voll mit roten Doppeldecker-Bussen. Sind die plötzlich ausgestorben ?
Der Spiegel hat wie üblich keine Ahnung! Gemeint sind natürlich nur die klassischen "Routemaster-Doppeldecker", welche vor einigen Jahren nach teilweise über 40jähriger Einsatzzeit ausgemustert wurden. Ansonsten werden natürlich in London nach wie vor massenhaft Doppeldecker-Busse der unterschiedlichsten Typen eingesetzt.
3. .
lottesometimes 25.11.2010
Das neue Modell soll aber, und das erwähnt der Artikel nicht, an den alten Routemaster angelehnt werden, der es erlaubt einfach aus oder ein zu steigen.
4. Schwarze Taxis?
Illya_Kuryakin 25.11.2010
Und was ist mit den schwarzen London Taxis? Gibt's die noch?
5. *
Andree Barthel 25.11.2010
Da Boris, wie das Foto zeigt, es versteht, in seiner unnachahmlichen Art dem Bus, der den an Haltestelle dahindämmernden Fahrgast den Eindruck vermittelt, ihm würde sich gerade eine schwere Diesellok nähern, seine Monstrosität zu nehmen, wäre es angebracht, darüber nachzudenken, ob er als Busfahrer nicht mehr für London leisten würde. Für die Londoner muss es sehr beruhigend sein, wenn dieses Monstrum wenigsten in der Einführungsphase von jemanden, den sie kennen, gesteuert wird. Ansonsten finde ich den Bus sehr gelungen. Schade ist nur, dass man vorne nicht rausschauen kann.
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