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Die besten Autos 2014: Vier Gewinner

Jahresrückblick 2014: Die Top-Autos des Jahres Fotos
BMW

Weniger ist mehr - da sind sich die Mitarbeiter des Auto-Ressorts von SPIEGEL ONLINE einig. Ihre Tops des Jahres: ein BMW mit nur drei Zylindern, zwei Kleinwagen und ein Verzichts-SUV.

BMW i8: Drei gewinnt Zur Großansicht
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BMW i8: Drei gewinnt

BMW i8: Beste Haltungsnoten

Ein Sportwagen von BMW mit drei Zylindern. Mit. Drei. Zylindern. Das sind nach den üblichen Maßstäben von BMW mindestens drei zu wenig. Man kann sich also vorstellen, mit welchen Widerständen das Entwicklungsteam des i8 im eigenen Haus in München zu kämpfen hatte. Umso selbstbewusster trat die Truppe um Projektleiter Carsten Breitfeld im Frühling in Los Angeles auf, wo Journalisten den Hybrid-Flitzer zum ersten Mal testen konnten. Schon am Frühstückstisch, so schien es, hätten sich die i8-Ingenieure und -Entwickler am liebsten nach jedem Schluck Orangensaft ein High Five gegeben.

Ihr Stolz war nachvollziehbar: Der i8 ist der bisher beste Beweis, dass alternative Antriebe sexy sein können. Das liegt zum einen am Design, das überraschend neu, aber überhaupt nicht gewöhnungsbedürftig wirkt. Zum anderen an den Fahreigenschaften, die eines Sportwagens von BMW absolut würdig sind. Außerdem dürften den Ingenieuren die Reaktionen der anderen Autofahrer auf den kalifornischen Highways kaum entgangen sein: Wer das Auto sah, reckte entweder den Daumen hoch oder zückte die Handykamera.

2014 sind noch mehr Autos auf den Markt gekommen, die cool aussehen und sich gut fahren. Der i8 ist aber mein Highlight: Weil der Wagen eine Haltung verdeutlicht. Da traute sich nämlich ein Hersteller, sein Markenimage zu hinterfragen und bei einem Sportwagen Downsizing zu betreiben. Diese Konsequenz hat sich gelohnt.

Von Christoph Stockburger

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Citroën C4 Cactus: Ziemlich außergewöhnlich Zur Großansicht
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Citroën C4 Cactus: Ziemlich außergewöhnlich

Citroën C4 Cactus: Der Piekser im Auto-Mainstream

Betrachtet man den Citroën C4 Cactus einzeln, dann ist der Wagen gar nichts Besonderes. Er sieht ulkig aus, weil er ringsum kleine Luftpölsterchen trägt als Schutz vor Remplern, das schon. Aber sonst: Ein geräumiges und praktisches Kompaktauto, ein ideales Fahrzeug für die Durchschnittsfamilie ohne spezielle Ansprüche ans automobile Vorwärtskommen. Nimmt man den Citroën C4 Cactus jedoch als Teil der hiesigen Autowelt, erscheint das Auto ziemlich außergewöhnlich. Denn es verzichtet - zumindest teilweise - auf den üblichen Popanz. Fragwürdige Assistenzsysteme, bizarre Sportlichkeitsattribute (kein Drehzahlmesser!), ausufernde Komfortdetails: All das gibt es nicht im C4 Cactus.

Zugleich jedoch spürt man, dass hier Entwickler am Werk waren, die sich wirklich um ein paar neue Ideen bemüht haben. Und zwar solche Ideen, die den Nutzern zugute kommen. Ein Beispiel ist das Sitzkissen, das in den Modellen mit automatisiertem Fünfgang-Getriebe die Lücke zwischen dem Fahrer- und Beifahrersitz schließt und dem C4 Cactus eine durchgehende Frontsitzbank beschert; ein anderes ist das clever gemachte Handschuhfach, das sich wie eine Schatulle von oben öffnet.

Solche Details allein machen noch kein gutes Auto aus, aber sie sind der Unterschied zum immer gleichen, synergieeffektiven Mainstream. Und davon kann es gar nicht genug geben.

Von Jürgen Pander

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Renault Twingo: Konstruktionsprinzip auf den Kopf gestellt Zur Großansicht
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Renault Twingo: Konstruktionsprinzip auf den Kopf gestellt

Renault Twingo: Im Wendekreis der Revolution

Skoda Fabia, Hyundai i20 und, nun ja, vielleicht auch der Opel Corsa: 2014 war das große Jahr der kleinen Autos. Aber keines davon hat mich so sehr überrascht wie der neue Renault Twingo. Nach einem absolut gesichtslosen Vorgänger ist er für mich - ganz genau wie die erste Generation - wieder eine französische Revolution auf Rädern und deshalb das Top-Auto des Jahres.

Ich mag den Twingo nicht nur, weil sein Design endlich wieder Charakter hat und Renault sich Dutzende pfiffige Details hat einfallen lassen. Oder weil der Twingo für so ein kleines und billiges Auto überraschend viele Extras und eine sehr ordentliche Navigation bietet. Sondern mein Held ist der Franzose vor allem deshalb, weil Renault das Konstruktionsprinzip komplett auf den Kopf gestellt und den Dreizylinder-Motor ins Heck verbannt hat. Das lässt den Innenraum bei nur 3,60 Metern Außenlänge zu ungeahnter Größe wachsen und vor allem lässt es den Wendekreis auf winzige 8,60 Meter schrumpfen. Damit wird der Twingo so handlich und agil, das man in der Stadt so viel Spaß hat wie im Autoscooter auf dem Rummelplatz.

Dass Renault da nicht ganz alleine drauf gekommen ist und den Twingo nur mit Rücksicht auf den Smart um 180 Grad gedreht hat, schmälert diese Leistung nicht. Und dass der Smart noch ein bisschen wendiger ist, ändert an meinem Urteil auch nichts. Denn für Daimler ist der Bonsai-Benz nur Evolution. Für Renault dagegen ist der Twingo eine Revolution.

Von Tom Grünweg

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Mazda 2: Außen wie innen gelungen Zur Großansicht
Mazda

Mazda 2: Außen wie innen gelungen

Mazda 2: Ganz schön originell

Die Japaner bauen immer wieder aufregende Autos: Der Kleinwagen Mazda 2 ist dafür ein gutes Beispiel. Der Zwerg im Polo-Format sieht stimmig proportioniert aus, ist vergleichsweise leicht (970 Kilogramm Leergewicht) und technisch auf der Höhe der Zeit: Wo sonst bekommt man in der Klasse ein Head-up-Display?

Sicher, Mazda fehlen die moderne Hybrid- und Elektroantriebe, aber dafür haben die Japaner ihre Skyactiv-Technologie bei Motoren, die - vereinfacht gesagt - für mehr Leistung bei gleichzeitig weniger Verbrauch sorgen soll. Mazda nutzt dafür vergleichsweise simple technische Tricks, die in der Summe weniger Verbrauch und Schadstoffe versprechen. Der Diesel im 2er soll beispielsweise mit 3,4 Liter auf 100 Kilometer auskommen - bei solchen Werten braucht es wirklich keine Hybridtechnologie.

Aber nicht nur das: Der Mazda 2 sieht gut aus; außen wie innen. Das Armaturenbrett ist modern und elegant, die runden Luftdüsen sorgen für eine sportliche Note, Drehschalter und Knöpfe sind übersichtlich angeordnet. Was will ich mehr? Und das in einem Kleinwagen! Bravo. Mit dem 2er zeigen die Japaner, was Audi mit dem A1 nicht geschafft hat: Originalität statt Mini-Kopie.

Von Sören Harder

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1. Ich weiß ja nicht...
Überfünfzig 24.12.2014
...bei welcher Jubelveranstaltung des Herstellers der Twingo von SPON besichtigt und gefahren wurde, ich halte die Karre gegenüber dem vorherigen Twingo für eine Verschlimmbesserung. Ich hatte das Vergnügen mir im örtlichen Autohaus das neue und alte Modell ausgibig anschauen zu können und finde den Neuen im Platzangebot deutlich schlechter. Dazu kommt das jetzt das Gepäck eine Etage höher sitzt und unbedingt fixiert werden muß wenn einem nicht die Einkäufe beim bremsen nicht um die Ohren fliegen sollen. Genauso wurde wegen des Heckmotors die verschiebbare Rückbank at acta gelegt. Letzlich ist der neue Twingo das was er sein soll, ein billig zu fertigendes Kompromißmodell zwischen DB und Renault und dazu noch ein ziemlich schlechter.
2. Drehzahlmesser???
ISTQB 24.12.2014
...als bizarres Attribut der Sportlichkeit? Hat da einer den Knall nicht gehört oder lässt er sich nur mit nem Chauffeur durch die Landschaft fahren? Der Drehzahlmesser ist neben Hirn und Gasfuss die wichtigste technische Einrichtung am Fahrzeug zur Einsparung von Sprit.
3. Keine schlechte Auswahl
kenterziege 24.12.2014
Kompliment zum Jahresende. Der Autor hat bei den Flops genauso nachgedacht, wie bei den Highlights. Nun ist der i8 ja eher das Ergebnis eines Technologie-Projektes mit werbemässiger Zukunftswirkung, als Alltagssportwagen. Die bewundernden Blicke der Kaliforniener galten dann sicher auch eher dem Design, als der unter der Karbonhaut liegenden Technik. Im Übrigen ist für Amerikaner alles "great", was ein wenig besser oder anders ist, als der Durchschnitt. Die Forscher, Ingenieure und Werbeleute haben ihren Job gemacht - die Kaufleute werden mindestens ein Stirnrunzeln haben!
4. soso...
birdsmuggler 24.12.2014
....satte 231PS hat der i8 also? wer ist bei SPON eigentlich verantwortlich für die Rubrik Auto? Die enttäuschenden Autos 2014, der i3 ganz vorne. weil zuviel Karbon und unnütz etc. der i8 gewinnt weil er genauso ist, eben nur ein Sportwagen und nahezu 3mal so teuer? auch die Datenblätter sollten genau studiert werden bevor man die "Gewinner" auswürfelt.
5. ach..,
teaki 24.12.2014
sind die Reporter vom ADAC?
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