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01. Januar 2013, 12:21 Uhr

Größte Kleinstauto-Sammlung wird versteigert

Klein, fein, deins?

Von Jürgen Pander

Zum Finale etwas Großes: Wenn die umfangreichste Kleinstwagen-Sammlung der Welt versteigert wird, ist das für Fans eine Riesensache. Mitte Februar kommt das von Bruce Weiner zusammengetragene Panoptikum des automobilen Minimalismus unter den Hammer.

Schaut man sich den Katalog von RM Auctions zur Versteigerung der "Bruce Weiner Microcar Collection" online an, ist es, als würde Karosserie-Konfetti über den Computerbildschirm wirbeln. So klein, so bunt, so lustig. Autos, die aussehen, wie geradewegs aus einem Comic entschlüpft. Mit weit aufgerissenen, verschmitzt blickenden oder traurig gesenkten Scheinwerfer-Äuglein. Wägelchen, wie man sie heute fast nirgends mehr zu sehen bekommt - automobile Zeugen aus einer Zeit des Mangels und des Erfindungsreichtums.

Bruce Weiner, ein Manager des US-Kaugummi-Herstellers "Dubble Bubble", begann vor mehr als 15 Jahren damit, Kleinstwagen zu sammeln; vornehmlich Exemplare aus der Zeit von 1945 bis 1965, motorisiert von Maschinchen mit höchstens 700 Kubik und mit nicht mehr als zwei Türen - wenn überhaupt. Über die Jahre trug Weiner rund 200 solcher Kleinodien der Automobilität in seinem Museum in Madison im US-Staat Georgia zusammen. Die Kollektion gilt als die aktuell größte dieser Art weltweit. Dekoriert sind die Hallen der Minimobile mit zeitgenössischen Reklametafeln für Benzin, Motoröl oder Zündkerzen, mit Modellfahrzeugen, Tretautos und Verkaufsautomaten. Demnächst kommt all das unter den Hammer.

Am 15. und 16. Februar wird die komplette Sammlung von RM Auctions vor Ort versteigert. Mindestgebote gibt es nicht - und so dürfte es für Kleinstwagensammler aus aller Welt an diesem Freitag und Samstag nur ein Ziel geben: eben die Bruce Weiner Collection in Madison. Fragt man den Mann, warum er ein solches Mammutprojekt jetzt einfach auflöst, erhält man eine mehrteilige Antwort. "Erstens", sagt Weiner, "möchte ich mein Leben etwas downsizen. Eine Sammlung dieser Größe erfordert viel Zeit, und die möchte ich in Zukunft in andere Dinge investieren."

Können die Kleinstwagen Vorbild für die Autozukunft sein?

Außerdem empfinde er größte Genugtuung dabei, anderen Menschen diese "unglaublichen Beispiele menschlicher Innovationskraft" zugänglich zu machen. "Im Prinzip erweitere ich die weltweite Kleinstwagen-Community, indem meine Microcars in alle Richtungen zerstreut werden", sagt Weiner. Und schließlich habe er schon länger das Gefühl gehabt, seine Sammlung sei komplett gewesen. "Da ist es an der Zeit, sich eine neue Herausforderung zu suchen."

Vielleicht ist jetzt tatsächlich der perfekte Zeitpunkt, um eine klassische Microcar-Sammlung aufzulösen. Denn es gibt einige Anzeichen dafür, dass eine neue Ära der Kleinstwagen anbrechen könnte, die, wenn auch aus anderen Gründen, ähnlich kreativ und innovativ wird wie jene, aus der die Wägelchen von Bruce Weiner stammen.

Der elektrisch angetriebene Renault Twizy oder der in Indien gebaute Tata Nano sind nur zwei Beispiele dafür. Vielleicht landet das eine oder andere Modell aus der Weiner'schen Kollektion sogar bei einem Autohersteller - als Anregung für ein wirklich anderes Automobil für die Metropolen der Zukunft.

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