Die Erwartungen
Ich erwarte von einem Elektroauto, dass es leiser ist als ein herkömmlicher Wagen. Ich war außerdem sehr neugierig, ob der Ampera gut beschleunigt und wie lange der Strom im Stadtverkehr reicht. Außerdem bin ich kein Freund von Autos, in denen es überall blinkt und piept und ich mir vorkomme wie bei Raumschiff Enterprise. Gibt es eine übersichtliche Anzeige, oder verwirren mich nie dagewesene Hinweise und Symbole? Das waren die Fragen, die ich mir vor der Testfahrt stellte. Was das Raumangebot angeht, war ich beim Ampera ganz entspannt, der bietet ja genauso viel Platz wie eine normale Limousine. Grundsätzlich finde ich E-Autos eine coole Sache. Aber sie sind unflexibler, weil Laden länger dauert als Tanken. Und ich frage mich, ob es beim Strom aus der Steckdose nicht genauso ein Ressourcenproblem gibt wie bei Öl.
Das begeistert
Es macht total Spaß, mit dem Ampera durch die Stadt zu sausen. Das Anfahren an der Ampel ist viel sanfter als bei meinem Benziner. Ich fand es super, dass der Wagen so leise ist. Allerdings frage ich mich schon, ob der Betrieb im Elektromodus ökologisch sinnvoll ist, wenn man keinen Ökostrom bezieht. Überzeugt hat mich auch der Durchzug. Mit jedem Kilometer vertraut man dem Auto mehr, und ich stehe E-Autos jetzt viel offener gegenüber. Ich war positiv überrascht, wie übersichtlich die Anzeige letztendlich doch war. Ich hatte mich auf ein fahrendes Testlabor eingestellt.
Das nervt
Ich hatte am Anfang das Gefühl, dass die Kapazität des Akkus im Sekundentakt zurückgeht. Das hat mich nervös gemacht. Ich weiß zwar, dass zur Not noch der Range Extender anspringt, aber da ich den Wagen und die Technik noch nicht kenne, war ich skeptisch. Darum habe ich die Heizung kaum benutzt, was das Fahrvergnügen doch ein wenig reduziert hat. Aus meiner anfänglichen Skepsis heraus habe ich mir für eine Dienstfahrt nach Bremerhaven lieber doch einen herkömmlichen Mietwagen genommen. Ein Fehler, wie ich im Nachhinein sagen muss! Der Ampera und ich hätten das schon gepackt. Eher unerfreulich fand ich, wie viel Aufladeaufwand man hat, um vergleichsweise wenig weit zu kommen. Andererseits: Man bekommt ein Gefühl dafür, wie viel Energie so ein Auto schluckt. Bei Sprit kippt man das Zeug einfach rein und denkt weniger nach. Beim E-Auto war ich sensibler, was den Verbrauch angeht.
Der coolste Moment
Klasse war der Moment, als mich ein Sportwagenfahrer beim Anfahren an der Ampel erstaunt anschaute. Ich vermute, er wunderte sich, warum meine Flunder nicht aufheult. Und als mein Beifahrer nach drei Minuten Fahrt sagte: "Geiles Teil."
Kaufbereitschaft
Wenn ich den Ampera als Stadtauto nutzen würde und die entsprechende Infrastruktur (Steckdose) hätte, würde ich es machen. Der Preis müsste aber mit dem eines herkömmlichen Wagens vergleichbar sein (höchstens 10 bis 15 Prozent mehr würde ich zahlen). Und ich würde vorher noch mal schauen, ob die Öko-Bilanz am Ende stimmig ist.
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