Elektroauto-Tagebuch Da staunen sogar Sportwagenfahrer

Opel Ampera: Leiser Fahrspaß und die Frage nach der Ökobilanz
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Opel Ampera: Leiser Fahrspaß und die Frage nach der Ökobilanz

3. Teil: Test 6: Flott, flüsterleise und ein Computerspiel. Tester: Hanz Sayami, Art Director.


Die Erwartungen

Ich wünsche mir ein ökonomisches und gleichzeitig praktisches Fahrzeug. Es soll die Umwelt schonen und gleichzeitig meine Mobilität wie ein normales Auto ermöglichen. Das erhoffe ich mir vom Opel Ampera.

Das begeistert

Schwer beeindruckt war ich von dem echt irren Antrieb. Nicht nur, dass der Ampera wirklich flott ist, sondern vor allem flüsterleise durch die Strassen zu gleiten scheint. Das ist schon ein echtes Erlebnis.

Das nervt

Die möglichen 40 bis 80 km im Elektromodus hat das Fahrzeug bei mir nicht geschafft. Mein Weg zur Arbeit betrug 50 Kilometer und ab Kilometer 37 sprang der Range Extender an. Das finde ich schwach, wobei ich zugeben muss, dass ich am ersten Tag recht schnell gefahren bin. Tags drauf war ich dezenter unterwegs, nur mit 110 km/h auf der Autobahn. Viel weiter bin ich trotzdem nicht gekommen - nach 39 km war Schluss. Da habe ich doch mehr erwartet. Außerdem finde ich eine Ladezeit von 9,5 Stunden bei einer normalen Steckdose ziemlich lang.

Wer sich die Bedienungsanleitung nicht genau durchliest, wird zudem unnötig Strom beim Laden verbrauchen. Denn die Kühlung bzw. Erwärmung des Akkus schluckt auch im Stand Strom. Nur wer den Ladevorgang so timed, dass der Akku rechtzeitig zur Abfahrt voll ist, verschwendet keine Energie. Die Armaturen und das Displaydesign treffen nicht meinen Geschmack, ich fühlte mich wie in einem Computerspiel. Überhaupt fand ich die gefühlten Millionen Schalter auf der Konsole unübersichtlich. Weil es sich bei dem Testwagen aber um ein Vorserienmodell handelte, hoffe ich, dass Opel hier noch etwas nacharbeitet.

Kaufbereitschaft

Ich würde mir schon ein Elektroauto kaufen. Aber eine Reichweite von 100 Kilometer pro Tag ohne zusätzlich Tankstopp an der Steckdose sollte drin sein. Und das Fahrzeug muss einen akzeptablen Preis haben. In beiden Disziplinen kann der Ampera noch nachlegen.

Zum Autor
  • Hanz Omar Sayami, Art Director, leitet bei SPIEGEL ONLINE das Ressort Multimedia und Grafik und befasst sich täglich mit der Visualisierung von Informationen. Morgens fährt er aus dem Umland Hamburgs mit einem Kleinwagen ins Büro - und abends wieder zurück.



insgesamt 355 Beiträge
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Seite 1
ditor 20.02.2012
1. Fehleinschätzung
Zitat von sysopDas Elektroauto ist angeblich die Zukunft. Gleichzeitig sind die meisten Kunden skeptisch: Umweltfreundlich sind die Stromer bestimmt - aber kann man damit auch im Alltag bestehen? Sieben SPIEGEL ONLINE-Redakteure haben den Praxis-Test gemacht. http://www.spiegel.de/auto/fahrkultur/0,1518,814045,00.html
Das ist eine absolute Fehleinschätzung. Mir ist noch niemand begegnet der vor Elektroautos Angst gehabt hätte. Bedenken dass der Tank zu klein ist gibt es auch bei anderen Mobilen - aber Angst? Was der Autor wohl meint ist Interesse- das zeigt man nämlich hierzulande auch dadurch dass man kritisch hinterfragt.
rennflosse 20.02.2012
2. Sehr repräsentativ
Jemanden ein Auto testen zu lassen, der bekennender ÖPNV-Fan ist und eine Autofahrt in der Stadt für schlicht unnötig hält, ist für einen E-Autotest wohl nicht geeignet. Es geht ja darum, das E-Auto Autofahrern schmackhaft zu machen und nicht Fußgängern. Deshalb sind auch keine neuen Erkenntnisse zu erwarten gewesen. Der Ampera ist auch kein Elektroauto, sondern ein Hybridfahrzeug. Wenns knapp wird mit dem Strom (und das wird es sehr bald), dann schaltet sich der Benzinmotor dazu. Das Problem des Ampera ist noch, dass zuviel elektrischer und elektronischer Firlefanz vorhanden ist, der dem Antrieb den Saft absaugt. Da bleibt nicht mehr viel für die Reichweite übrig. Fazit: Bin gespannt, ob die anderen Tester etwas Verwertbares beitragen.
Litajao 20.02.2012
3. Hat sein Fahrrad keine Rückfahrkamera
Zitat von rennflosseJemanden ein Auto testen zu lassen, der bekennender ÖPNV-Fan ist und eine Autofahrt in der Stadt für schlicht unnötig hält, ist für einen E-Autotest wohl nicht geeignet. Es geht ja darum, das E-Auto Autofahrern schmackhaft zu machen und nicht Fußgängern. Deshalb sind auch keine neuen Erkenntnisse zu erwarten gewesen. Der Ampera ist auch kein Elektroauto, sondern ein Hybridfahrzeug. Wenns knapp wird mit dem Strom (und das wird es sehr bald), dann schaltet sich der Benzinmotor dazu. Das Problem des Ampera ist noch, dass zuviel elektrischer und elektronischer Firlefanz vorhanden ist, der dem Antrieb den Saft absaugt. Da bleibt nicht mehr viel für die Reichweite übrig. Fazit: Bin gespannt, ob die anderen Tester etwas Verwertbares beitragen.
Aus welchem Jahrhundert hat denn dieser "Tester" diesen Test geschrieben. Und eine Rückfahrcamera mit einem Elektromobil in Verbindung zu bringen, ist wohl das Blödeste, was ich schon lange gehört habe. Wäre es nicht besser, diesen Tester für Fahrräder einzusetzen, aber bitte keine Elektrofahrräder, geht wohl über seinen Horizont!!
sweetums 20.02.2012
4. Unverständnis
Ich kann bis heute nicht verstehen, warum es noch keine E-Autos für den Massenmarkt gibt. Hätte unsere Regierung mal die Abwrackprämie für den Aufbau eines vernünftigen Tankstellennetzes ausgegeben. Jederzeit wäre ich bereit mir ein E-Auto vor die Tür zu stellen. Aber bitte keine Spielzeugautos wie von Renault. Ich habe zwei Kinder und die sollten schon reinpassen. Aber wenn wir es in Deutschland nicht schaffen, bald kommen die Chinesen und machen uns dann vor, wie es geht.
cor 20.02.2012
5. Wieso...
...testet ein ÖPNV-Verfechter bzw. Radfahrer ein Elektromobil? Sollte das nicht der Besitzer eines Autos mit Verbrennungsmotor machen? Ist das nicht die Zielkundschaft? ...wird der Ampera als Elektromobil bezeichnet, obwohl es ein Hybrid ist? ...soll es einen Zusammenhang zwischen einer Rückfahrkamera und einem Elektromobil geben? ...wieso sind die letzten 10 Jahre der Automobilentwicklung eigentlich so völlig spurlos an Herrn Titz vorbeigegangen? ...ist dieser Artikel nur so unheimlich sinnbefreit?
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