Luftfahrt Franzose überquert Ärmelkanal in fliegendem Auto

Im Gleitbuggy von Frankreich nach England: Bruno Vezzoli hat auf spektakuläre Weise den Ärmelkanal überquert. Die größte Sorge des tollkühnen Piloten erwies sich dabei als unbegründet.

REUTERS

Bruno Vezzoli ist es gelungen, den Ärmelkanal mit einem fliegenden Auto zu überqueren. Der Franzose startete sein riskantes Unterfangen am Mittwochmorgen auf einem verlassenen Militärflughafen in Ambleteuse, einem kleinen Ort in der Nähe der französischen Hafenstadt Calais. Nach einem 59 Kilometer langen Flug landete er sicher in der Nähe von Dover in Großbritannien.

"Das größte Problem wäre eine technische Panne", sagte Vezzoli kurz vor dem Start. "Normalerweise setze ich in so einem Fall wieder auf dem Boden auf, aber jetzt würde ich im Wasser landen". Seine Konstruktion namens Pegasus - benannt nach dem fliegenden Pferd aus der griechischen Mythologie - hielt jedoch stand.

Bei Pegasus handelt es sich um eine Art Strandbuggy mit Gleitschirm und Propeller. Das Konzept stammt von dem französischen Unternehmer Jerome Dauffy, der sich nach eigenen Angaben von Louis Bleriot inspirieren ließ. Der Luftfahrt-Pionier überquerte 1909 als erster Mensch mit einem Flugzeug den Ärmelkanal.

"Die Automobil- und Luftfahrtindustrie wurde vor etwa einem Jahrhundert geboren. Jetzt ist es uns endlich gelungen, beide Dinge zu kombinieren", sagte Dauffy. Wie die französische Zeitung "Le Point" berichtete, braucht Pegasus eine Startlauf von etwa 100 Metern. Das Luftgefährt könne eine Geschwindigkeit von 80 km/h und eine Flughöhe von 3000 Metern erreichen.

Die Überquerung des Kanals in dem Paraglider-Buggy Pegasus war eine tollkühne Aktion - angesichts der ursprünglichen Pläne aber ein ziemlich kurzer Trip: Dauffy wollte eigentlich eine Flugmaschine entwickeln, in der sich in 80 Tagen die Welt umrunden lässt.

bam/Reuters



insgesamt 5 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
tailspin 14.06.2017
1. Begrenzt neu
Das Ding hat Licht, Blinker und vermutlich einen Rotax Motor fuer den Prop. Ich sehe hingegen kein Nummernschild. Die Strassenzulassung ist wohl noch nicht so weit. Ansonsten keine schlechte Idee, den Schirm als Fluegel zu nehmen. Der passt in einen groesseren Rucksack, der auf dem hinteren Sitz mitfahren koennte. Ein Problem mit den Autofliegern ist immer, wohin mit den Fluegeln, wenn die Kiste auf der Strasse rollt? Allerdings 3-raedrige Buggies mit Schirm gibts bereits wie Sand am Meer. Die haben auch keine Strassenzulassung. Ich waere ueberrascht, wenn dieser Buggy der erste waere, der den Kanal ueberquert hat.
querulant_99 15.06.2017
2.
Zitat von tailspinDas Ding hat Licht, Blinker und vermutlich einen Rotax Motor fuer den Prop. Ich sehe hingegen kein Nummernschild. Die Strassenzulassung ist wohl noch nicht so weit. Ansonsten keine schlechte Idee, den Schirm als Fluegel zu nehmen. Der passt in einen groesseren Rucksack, der auf dem hinteren Sitz mitfahren koennte. Ein Problem mit den Autofliegern ist immer, wohin mit den Fluegeln, wenn die Kiste auf der Strasse rollt? Allerdings 3-raedrige Buggies mit Schirm gibts bereits wie Sand am Meer. Die haben auch keine Strassenzulassung. Ich waere ueberrascht, wenn dieser Buggy der erste waere, der den Kanal ueberquert hat.
Auch Bertha Benz fuhr einst ohne Nummernschild durch die Gegend und bekam deswegen keine Probleme mit der Polizei.
Mach999 15.06.2017
3. Fliegendes Auto? Quatsch.
Hier hat kein fliegendes Auto den Ärmelkanal überquert, sondern ein Gleitschirm hat ein Auto über den Ärmelkanal transportiert. Das ist nicht wirklich spannend.
kalim.karemi 15.06.2017
4. peinlicher Bericht
ich schraube mir an mein Trike ein viertes Rad hänge hinten einen Rasenmähermotor ran und schon habe ich ein fleigendes 'Auto'. Frankreich ist wirklich ein Land im Aufbruch, seit dem geheiligten Marcon fliegen dort sogar die Autos, nach England. Irre.
Oberleerer 15.06.2017
5.
Ein langer Traum, mit dem fliegenden Individualverkehr. Mittlerweile bieten sich immer mehr Möglichkeiten. Der Autopilot ist in der Luft erheblich einfacher umzusetzen und schon herkömmliche 4-Sitzer bewegen sich beim Verbrauch im Rahmen eines PKW. Jetzt wurde auch schon der Elektroantrieb mit H2 --> Brennstoffzelle realisiert, was lt. Pilot vor allem extrem leise ist. Nachdem man in Deutschland die Autobahn immer mehr kaputt macht durch Tempolimits, Maut und Privatisierung drängt sich immer mehr die Nachfrage nach einem Transportmittel auf, welches die 1000km von München nach Hambur in 3-4h schaffen kann, oder München Nürnberg in 30 Minuten. Ich hoffe, daß ich das noch einmal selbst erleben werde.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.