Drift-Video "Gymkhana 8" Der neue Block-Buster

Regelmäßig beglückt Rallyefahrer Ken Block PS-Fans mit seinen "Gymkhana"-Driftorgien. Jetzt ist der achte Teil erschienen. Er spielt in Dubai - und ist auf unspektakuläre Weise spektakulär.

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YouTube/Ford Performance

Irgendwann kommt der Moment, in dem auch für langjährige "Gymkhana2-Gucker die Zweifel weggeblasen werden, ob Ken Block in seinem neuen Superlativ-Drift-Video noch mal eine Schippe drauflegen kann. Seit 2008 veröffentlicht der zumindest in Sachen Vermarktung zur Weltspitze gehörende Rallyefahrer und DC-Shoes-Gründer in regelmäßigen Abständen Autoakrobatik-Clips, die gleichzeitig sich rasch verbreitende Werbevideos sind. Die Kulissen dafür werden von Mal zu Mal spektakulärer. Das, was er darin mit seinem Auto veranstaltet, hingegen verliert von Mal zu Mal an Faszination.

Deswegen die Frage: Kann Block, um mal im Bild zu bleiben, noch einen Gang höherschalten?

In seinem neuesten Werk "Gymkhana 8" driftet Block in Dubai. Und um es gleich vorwegzunehmen: Die Klassiker der Block'schen Choreografie sind auch im Wüstenstaat zu sehen. Der - wenn man so will - Stangentanz in einem eng abgesteckten Quadrat, das Donut-Driften im Kreis um ein Hütchen, während das Heck des Wagens nur haarscharf an der Begrenzung vorbeischwenkt.

Die Drifts sind nicht mehr das Faszinosum

In früheren Videos der "Gymkhana"-Serie bestand diese Begrenzung aus roten und weißen Plastikabsperrungen, wie man sie von Baustellen kennt. Im achten Teil der Serie markieren die Supersportwagen, die die Polizei von Dubai aus PR-Zwecken fährt, sauber aufgereiht im Quadrat die Grenze für Block. Besser kann man die Entwicklung der Serie vermutlich nicht auf den Punkt bringen.

Und ja, es sind nicht die Drifts, die begeistern, auch wenn sie Block über die künstliche Inselgruppe "Palm Islands" führen oder ihn am Ende des Videos wild qualmend um einen Jumbojet auf einer Piste des Dubai Airport kreisend zeigen.

Die Faszination von "Gymkhana 8" liegt woanders. In Einstellungen, wie der am Anfang des Videos: Block startet irgendwo in der Wüste, wühlt sich durch den Sand und röhrt dann über eine leergefegte Autobahn. Die Kamera zieht hoch und am Horizont erhebt sich die Skyline von Dubai.

Das neue Auto von Ken Block. Der Ford Fiesta St RX43 hat 660 PS.

Ken Block ist Rallyefahrer und wurde als Gründer des Skaterschuh-Labels DC Shoes reich.

"Gymkhana 8" spielt in der Wüstenstadt Dubai. Auf diesem Foto macht sich Ken Block in seinem Auto gerade auf den Weg zur Arbeit.

Wo Ken Block langfährt, hinterlässt er meist Gummi. Hier umdriftet er einen Brunnen.

In "Gymkhana 8" liefert er sich ein kurzes Rennen mit Supersportwagen und hängt Bugatti und Co. locker ab.

"Hoonigan" steht in großen Lettern auf Blocks Wagen. Der Begriff bedeutet so viel wie Verkehrsrowdy. Blocks Wahlspruch lautet allerdings hoon responsible.

Nicht nur in diesem Moment erinnert das Video an die Zombie-Serie "The Walking Dead", auch bei den Fahrten durch das menschenleere Dubai fühlt es sich an, als kommentiere Block auf seine Art die Existenz der Retortenstadt in der Wüste. Das mag weit hergeholt sein - Block wirkte bislang nicht wie ein Feingeist. Gleichzeitig gibt es noch einen weiteren Moment, den man kaum anders interpretieren kann als einen bissigen Seitenhieb.

Block ballert über die mehrspurigen Stadtautobahnen von Dubai, plötzlich erscheint vor ihm, sauber von links nach rechts in einer Startaufstellung aufgereiht, die Crème de la Crème der Supersportwagen bis hin zum Bugatti Veyron. Autos, die man wegen ihrer satten Preise in der Regel so gut wie nie zu Gesicht bekommt, die aber in Dubai zum alltäglichen Straßenbild gehören. Block reiht sich also mit seinem Ford Fiesta ein. Es ertönt ein Startsignal, wie man es aus Racing-Games kennt. Dann rasen alle los - und werden von Blocks aufgebrezeltem Kleinwagen abgehängt.

Klar, am Ende handelt es sich bei den "Gymkhana"-Clips vor allem um aufwendig produzierte Werbevideos. Und es ist kein Zufall, dass an vielen Stellen des Videos Autos von Ford herumstehen. Und doch scheint es, als habe Block neben der Akrobatik und der immer spektakuläreren Kulisse etwas Neues entdeckt: nämlich die Erzählebene.

Mal schauen, was er im neunten Teil so ausheckt. "Coming soon", heißt es dazu im Abspann.



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insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
Ein ganz normaler Mensch 01.03.2016
1. Laaaangweilig
Der Mann kann fahren, keine Frage! Aber das Video ist sowas von ultramegalangweilig.......... gääääähn
koem 01.03.2016
2. nix langweilig
der Typ ist einfach der Hammer, richtig! Das Video mag an sich nicht wirklich akrobatisch Neues bringen, ist aber dennoch faszinierend.
barlog 01.03.2016
3. voll langweilig
Stimme Kommentator 1 zu - jegliche Spannung wird durch die exzessive Nachbearbeitung eliminiert, die jeden kleinen Rutscher durch Zeitlupen-Effekte zu dramatisieren sucht. Hat bestimmt viel Arbeit gemacht - wirkt auf mich so einschläfernd wie schwebende Autos in Pro7-Serien bzw. Kekskrümel im Werbeclip.
dipl.inge83 01.03.2016
4. Der Gag
ist durch. Selbst auf nem Flugzeugträger oder auf dem Mond wäre das mittlerweile öde. Wer kauft eigentlich die Schuhe oder Getränke damit sich die Publicity rechnet?
Klein-Kleckersdorf 01.03.2016
5.
Bin nun wirklich kein Autonarr aber, die Aufnahmen/Kulisse haben schon was. Ja, es ist etwas zäh und langweilig, was aber vor allen Dingen an der fehlenden musikalischen Untermalung liegt. Mit der richtigen Titelwahl und einem abgestimmten Arrangement könnte der Streifen gerettet werden.
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