Andy Warhol und das Auto: Art in Fahrt

Von Jürgen Pander

"Ich liebe das Automobil", sagte Andy Warhol. Wie am Fließband zeichnete, malte, fotografierte und gestaltete der Pop-Art-Künstler immer wieder Autos - obwohl er selbst keinen Führerschein hatte. In seiner Geburtsstadt Pittsburgh zeigt nun erstmals eine Ausstellung Warhols automobiles Werk.

Andy Warhol und das Auto: Malen ohne Führerschein Fotos
BMW

Einen Führerschein besaß Andy Warhol nicht. Autos interessierten ihn aber trotzdem. Als Massenartikel, als Symbole der amerikanischen Konsumgesellschaft, als Grundlage für seine Kunst.

In den fünfziger Jahren malte Warhol Aquarelle ausladender Cadillac- oder Plymouth-Cabriolets. In den sechziger Jahren schuf er unter dem Titel "Death and Disaster" eine Serie von Unfallbildern. In den siebziger Jahren lackierte er in leuchtenden Farben einen BMW M1, der anschließend in Le Mans auf Platz sechs raste und in den achtziger Jahren begann er einen Siebdruck-Zyklus für Mercedes, der auf 80 stilbildende Autos der Marke angelegt war. 35 Bilder dieser "Cars"-Serie wurden fertig, ehe Warhol im Februar 1987 starb.

Das "Andy Warhol Museum" in Pittsburgh im US-Staat Pennsylvania zeigt jetzt erstmals eine monothematische Schau automobiler Werke des Pop-Art-Künstlers. Mehr als 40 Arbeiten sind zu sehen, darunter eine Leihgabe aus München, nämlich der erwähnte BMW M1 aus der Art-Car-Serie der bayerischen Autobauer. Die Ausstellung "Warhol and Cars - American Icons" will die Entwicklung zeigen, die das Auto im warholschen Schaffen erlebte - und spannt einen Bogen von 1946 bis 1986.

Für Warhol, der einmal davon sprach, gerne eine Maschine sein zu wollen, muss gerade das Massenprodukt Auto ungeheuer anziehend gewesen sein. Nicht zuletzt, weil es am Fließband produziert wird, wie etwa auch Coca-Cola oder Campbell's Tomatensuppe, die beide ebenfalls zu den von Warhol verewigten Pop-Art-Motiven gehören; Warhol selbst produzierte ebenfalls wie am Fließband, seine Bilderserien zeugen davon. Die auf Autos fokussierende Ausstellung ist noch bis zum 13. Mai in Pittsburgh zu sehen.

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insgesamt 3 Beiträge
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1. Andy Warhol war für mich,
PrinzEisenerz 11.04.2012
ehrlich gesagt, immer eine absolute künstlerische Nullnummer und lediglich ein guter Selbstvermarkter. Aber darauf kam es damals wie heute eben an, man muß schlicht viele Leute einer gewissen Sorte kennen, und die Kunstwelt so wie die Medien strotzt nur so von denen ;)
2. Ja
sonnix 11.04.2012
Zitat von PrinzEisenerzehrlich gesagt, immer eine absolute künstlerische Nullnummer und lediglich ein guter Selbstvermarkter. Aber darauf kam es damals wie heute eben an, man muß schlicht viele Leute einer gewissen Sorte kennen, und die Kunstwelt so wie die Medien strotzt nur so von denen ;)
Auch wenn ich Warhol´s Kunst mag, haben Sie mit allem anderen was sie sagen Recht :-)
3. Lili Taylor
elcycinu 11.04.2012
Zitat von sonnixAuch wenn ich Warhol´s Kunst mag, haben Sie mit allem anderen was sie sagen Recht :-)
hat in dem Film "I shot Andy Warhol" eine enttäuschte Nachwuchskünstlerin gespielt, die sich deprimiert von Warhol abwendet als sie bemerkt, dass ihr Talent nicht gefördert wird sondern er ihr Werk als sein Eigenes verkauft. Eine sehr starke Interpretation, ich denke die Wahrheit trifft sich irgendwo in der Mitte zwischen >A.W. hat die Ideen der Nachwuchskünstler [plagiatorisch] für sich vereinnahmt.< und >A.W. hat selbstlos Nachwuchskünstler gefördert.< Trotzdem ein sehr interessanter Film. Warhol war der erste Vertreter seiner Zunft der offensichtlich die Reproduktion (Mittels Siebdruck und anderer Vervielfältigungstechniken) seiner Kunst als Kunst betrieben hat. Was die Selbstvermarktung betrifft, stimme ich Ihnen und dem Vorredner zu. Best E.
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