Lademeister: Strohköpfe auf Rädern

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Heuwagen haben eigentlich immer Saison, irgendwo auf der Welt. Ob Pilzkopf, Wuschel-Look oder Mittelscheitel -  jeder Landwirt hat so seine Tricks, um so viel wie möglich auf den Wagen zu laden. Hier sind die schönsten und skurrilsten Fuhren aus China, Kambodscha, Indien und Marokko.

Leser-Fotos: Nostalgie in Strohhalmen Fotos
Ulrich Bergler

Irgendwo auf der Welt ist immer Erntezeit. Auch im europäischen Raum werden Getreide und Gräser schon seit langem mehr als einmal im Jahr geerntet. Nirgends ist der Vorgang nur auf eine Saison beschränkt; verschiedene Arten haben ihre eigenen Reifezeiten.

Der Ablauf des Getreideabbaus ist verkürzt und maschinisiert worden. Das zu riesigen Rundballen gepresste Stroh verbleibt häufig auf dem Feld, wo es für die Lagerung in Folien verpackt wird. Die riesigen Rollen können bis zu 350 Kilo wiegen und lassen sich nur noch mit schweren Hebevorrichtungen hieven. Oft werden sie in geschlossenen Containern abtransportiert, um an anderer Stelle einfach wieder ausgerollt zu werden wie Teppiche - zur Düngung von Erdbeerfeldern etwa. Andere hingegen wandern in großen Mengen in Bioraffinerien.

So sind die klassischen Heuwagen aus dem europäischen Straßenbild weitgehend verschwunden. Nur in ländlichen Gebieten tuckert hin und wieder ein Bauer mit einer Ladung für die eigene kleine Herde über die Dorfstraße. Kein Wunder, dass der gute alte Heuwagen und vorsintflutliche Erntegeräte von Reisen gern als nostalgische Foto-Andenken mitgebracht werden.

SPIEGEL-ONLINE-Leser haben in China, Kambodscha, Marokko und Indien einige schöne und skurrile Exemplare entdeckt. Manche dieser gesteckten und gepackten Lademeister aus Heu erinnern an Haarfrisuren - etwa den Bubikopf, der in den zwanziger Jahren aufkam, oder die struppige Punk-Frisur, die aus den fünfziger Jahren übernommene, aber à la Achtziger aufgetürmte Haartolle. Andere gleichen noch am ehesten dem Hippie mit Stirnband oder dem Querkopf mit Rasta-Locken - aber schauen Sie selbst.

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insgesamt 3 Beiträge
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1. Lademeister
Montanabear 13.12.2011
Zitat von sysopHeuwagen haben eigentlich immer Saison, irgendwo auf der Welt.*Ob Pilzkopf,*Wuschel-Look oder Mittelscheitel -* jeder Landwirt hat so seine Tricks, um so viel wie möglich auf den Wagen zu laden.*Hier sind die schönsten und skurrilsten Fuhren aus China, Kambodscha, Indien und Marokko. http://www.spiegel.de/auto/fahrkultur/0,1518,799776,00.html
Hervorragend ! Erinnern die Bilder uns doch daran, wie gut wir es haben und auch daran, wie Vieles wir verloren haben. Wieviel laenger haelt eine Maschine, wenn uns die Werbung nicht erzaehlen wuerde, dass wir alle paar Jahre das neueste Modell brauchen. Es erinnert uns auch daran, dass es noch genuegend Gegenden in dieser Welt gibt, in der Menschen zufrieden ihrer schweren Arbeit nachgehen. Die Zufriedenheit, die ein Bauer nach der Ernte empfindet, kann sich ein Amtsschimmel nur schwerlich vorstellen. Wir brauchen nicht mehr reativ zu sein, Dinge im wahrsten Sinne zu balancieren - die Technik tut es fuer uns. Fuer den groessten Teil der Welt ist das nicht zutreffend. Darueber sollten wir mal nachdenken. Danke fuer diesen Artikel.
2. Moin erstmal!
extremchen 13.12.2011
Hier ein kleiner Hinweis zu den Dampfmaschinen auf den Bildern 15 und 16: Bei diesen Maschinen handelt es sich um so genannte 'Lokomobile', das waren reine Antriebsmaschinen welche über Transmission, d.h. über einen Keilriemen, andere Maschinen antrieben. Das konnten Pumpen sein, Kreis- oder Bandsägen, Dreschmaschinen, und vieles andere mehr. Gelegendlich wurde mit diesen Maschinen sogar ein Generator betrieben um Elektrizität für einen Jahrmarkt (Karussel) zu erzeugen. Lokomobile sind bewegliche Stationärmaschinen, da heisst daß die Maschine nicht für den Eigenantrieb verwendet wird. Man fand sie z.B. im Forst, in der Landwirtschaft, oder sogar in der Bauwirtschaft, ihr Vorteil war das man mit einer Maschine, welche ja eine enorme Investition darstellte, mehrere verschiedene Zusatzgeräte betreiben konnte, diese Maschine also universal einsetzbar war. Man darf eine Lokomobile auf keinen Fall mit einem Dampftraktor verwechseln, welcher seine Maschine auch für den eigenen Antrieb nutzen konnte. Eine Lokomobile wurde in der Regel durch Pferde zu ihren Einsatzort gebracht.
3. Warum soweit fahren
rohanseat 13.12.2011
Zitat von sysopHeuwagen haben eigentlich immer Saison, irgendwo auf der Welt.*Ob Pilzkopf,*Wuschel-Look oder Mittelscheitel -* jeder Landwirt hat so seine Tricks, um so viel wie möglich auf den Wagen zu laden.*Hier sind die schönsten und skurrilsten Fuhren aus China, Kambodscha, Indien und Marokko. http://www.spiegel.de/auto/fahrkultur/0,1518,799776,00.html
jeden sommer und herbst werden mit pferd und wagen (oder auch mal ESel) die ernte wagen durch unser dorf gezogen.Das ist in rumänien etwas absolut normales.-sicher auch bei unseren nachbarn Bulgarien und der Ukraine.-Seht doch erstmal was in europa ist.-Wer die bild unterschriften ausgeführt hat sollte alle bilder ansehen und dann schreiben.Ganz klar steht da DEUTZ auf der kühler haube.
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