Autogramm Mazda 6 Extras serienmäßig

Immer weniger Menschen interessieren sich für Mittelklasse-Kombis. Sie fahren lieber SUV. Dabei hat der neue Mazda 6 einiges mehr zu bieten als bloß einen praktischen Kofferraum.

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Der erste Eindruck: Diamantenfieber. Mit dem neuen Kühlergrill mit Edelstein-Imitationen und den LED-Scheinwerfern funkelt der Mazda 6 wie ein Luxusliner.

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Mazda 6 Kombi: Ab durch die Mitte

Das sagt der Hersteller: René Bock, Verkaufschef von Mazda Deutschland, weiß, dass die Mittelklasse für Volumenhersteller aus dem Ausland mittlerweile ein schweres Geschäft ist. Während die deutschen Hersteller mit den Dienstwagenkunden ihr Auskommen finden, erodiert das Segment bei den Importmarken. Alle Welt schaut auf das SUV. Doch während sich einige Hersteller ganz aus der Liga der Limousinen und Kombis zurückziehen, hält Mazda dem Sechser die Treue - schließlich sei der Marktanteil der Japaner in dieser Klasse sogar größer als im Gesamtmarkt. Außerdem gehöre es bei Mazda zur Firmenkultur, es anders zu machen als die anderen, sagt Bock: "Es ist unser Motto, dass wir Konventionen und eingefahrene Denkmuster stets hinterfragen und uns so neue Perspektiven eröffnen."

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Das ist uns aufgefallen: Außen mag das Facelift minimal sein, und man muss sehr genau hinschauen, damit man einen Unterschied erkennt. Doch drinnen sind die Japaner umso gründlicher zu Werke gegangen. Sie haben nicht nur vorn und hinten spürbar bequemere Sitze mit dickeren Polstern und breiteren Kissen eingebaut, die in der ersten Reihe erstmals bei Mazda mit einem Kühlgebläse ausgerüstet werden können. Sondern sie haben auch das gesamte Armaturenbrett ausgetauscht und viel Finesse walten lassen: Mit weichem Lederbesatz und mit großen Digitaldisplays für Tacho und Navigation macht der Sechser einen weiteren Schritt Richtung deutsche Premiumklasse und kann es mit Modellen wie der C-Klasse aufnehmen.

Das neue Cockpit des Mazda 6
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Das neue Cockpit des Mazda 6

Das Ambiente ist einem Mercedes näher als einem Hyundai oder Kia, und die Ausstattung mit Head-up-Display und automatischer Abstandsregelung in Serie ist nahezu konkurrenzlos. Aber beim Fahren merkt man dann doch noch einen Unterschied. Zwar leistet das Spitzenmodell mit seinem 2,5 Liter großen Vierzylinder solide 194 PS. Und Mazda ist stolz darauf, dass die Entwickler mal wieder andere Wege gehen als die Konkurrenz und die neuen Schadstoffnormen auch ohne Benzin-Partikelfilter erfüllen. Deshalb gäbe es auch keine Leistungseinbußen.

Werfen Sie einen Blick in den Innenraum des Mazda 6- mit unserem 360-Grad-Foto:

Doch so richtig souverän wirkt der neuerdings mit einer Zylinderabschaltung ausgerüstete Motor trotzdem nicht. Er klingt ein bisschen rau und lässt sich für so viel Leistung etwas zu lange bitten, bis man die maximal 258 Nm spürt, sodass man sich zwischendurch nach den antrittsstärkeren Dieseln sehnt. Natürlich sind 8,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h nicht schlecht und 223 Spitzengeschwindigkeit mehr als genug. Doch wer sich sonst gern mit den Premiummodellen vergleicht, muss auch bei der Performance etwas mehr liefern als der Durchschnitt. Das Zeug dazu hätte der Sechser allemal. Denn das Fahrverhalten ist ausgereift. Mit einer angenehm präzisen Lenkung und einem verbindlichen Fahrwerk könnte man durchaus etwas ambitionierter um die Ecken fahren.

Das muss man wissen: Neben dem Skyactiv G-195 genannten 2,5-Liter-Benziner aus dem Testwagen gibt es für den Mazda 6 noch einen zweiten Vierzylinder mit 2,0 Litern Hubraum und 145 oder 165 PS. Außerdem haben die Japaner einen 2,2 Liter großen Dieselmotor im Programm, der ebenfalls in zwei Leistungsstufen angeboten wird - mit 150 oder 184 PS. Während sich Mazda beim Benziner dem Trend zum Partikelfilter verwehrt, müssen sie beim Diesel einen sogenannten SCR-Katalysator zur Abgasreinigung einsetzen. Denn ohne Harnstoffeinspritzung sind die Grenzwerte dort auch für die unkonventionellen Skyactiv-Motoren nicht zu schaffen.

Wenn der neue Jahrgang ab September ausgeliefert wird, starten die Preise bei 27.590 Euro - und als einer der ganz wenigen Hersteller macht Mazda dabei zwischen Limousine und Kombi keinen Unterschied. Dass man dabei deutlich tiefer in die Tasche greifen muss als bisher, liegt an der spürbar erweiterten Serienausstattung, die nun viele Hightech-Extras ohne Aufpreis bietet.

Das werden wir nicht vergessen: Die üppige Ausstattung. Mit LED-Scheinwerfern, Head-up-Display, Navigationssystem, automatischer Abstandsregelung mit Staufolge-Funktion pirscht sich der Mazda 6 tatsächlich an die vornehmen Modelle der Mittelklasse heran. Mit dem Unterschied, dass solche Errungenschaften bei Audi, Mercedes oder BMW teuer bezahlt werden müssen - bei den Japanern sind sie bereits serienmäßig an Bord.

Fahrzeugschein
Hersteller: Mazda
Typ: Mazda 6 Skyactiv-G 194
Karosserie: Kombi
Motor: Vierzylinder-Benzindirekteinspritzer
Hubraum: 2.488 ccm
Leistung: 194 PS (143 kW)
Drehmoment: 258 Nm
Von 0 auf 100: 8,1 s
Höchstgeschw.: 223 km/h
Verbrauch (ECE): 6,8 Liter
CO2-Ausstoß: 156 g/km
Kraftstoff: Benzin
Kofferraum: 522 Liter
umgebaut: 1.664 Liter
Gewicht: 1.541 kg
Preis: 39.090 EUR


insgesamt 274 Beiträge
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Überfünfzig, 30.07.2018
1. Das selbe Schicksal teilen auch Limosinen und Coupe's!
Der SUV-Einheitsbrei der Generation keruz- und Lendenlahm bestimmt immer mehr das Bild im deutschen Straßenvekehr. Ich sehe das als Rollback zur Kutsche wohin uns ja so manche Aggro-Grüne wünschen. Aber schön das es noch Hersteller gibt die sich dem SUV-Einerlei nicht kampflos ergeben, aber entscheiden muß der Kunde und obwohl ich jetzt in dem statischtischen Durchnittsalter des klassischen Neuwagenkäufer bin bin ich das raus. Vielleicht noch mal einen billigen Kleinstwagen kurz vor Rollator, aber bei den Preisen dann lieber guter Gebrauchter und einen guten Werkzeugsatz, auch wenn die Hersteller uns Schrauber mit staatlicher Unterstützung den Garaus machen wollen.
10kwh 30.07.2018
2.
Da hat sich Mazda beim Interieur aber böse bei Audi bedient. Das Klimabedienteil und die Anordnung kenne ich so von Audi. Auch andere Design Details sind schön kopiert.
joke61 30.07.2018
3. Schönes Auto.
Mit 6,8 Liter aber klar die Zukunft verfehlt. Als 'altes Model' ohne alternativ Energie, definitiv zu teuer! Für den Preis bekomme ich einen soliden, mit allen Finessen ausgestatteten Ford. Ganz ab davon, das ein gering bis Mittel Verdiener sich mit 30000 Euro für ein Fahrzeug schon ziemlich strecken muss.
aleron 30.07.2018
4. Schöner Innenraum
Aber warum müssen neuerdings bei fast allen Fahrzeugen die Multifunktiondisplays aussehen als wenn ein Mechaniker beim Zusammenbau vergessen hat seinen Laptop vom Amaturenbrett zu nehmen?
Speedwing 30.07.2018
5. Vielleicht geht das Konzept
Ja auf, aber 40000 Kracher mit Assistenten, die man evtl gar nicht will. Ihr wart schon immer anders und das ist auch gut so aber bleibt im Segment und versucht nicht an die sogenannte Nobelmarkentür zu klopfen, das wird nichts und wollen bestimmt wenige. Der 6er hat seine Stärken in den Basics aus gespielt. Lässt das doch so, viele Assistenten sind schlichtweg überflüssig. Beim MX5 habt ihr es bewiesen, mein Favorit schon immer gewesen.
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