Neuer Passat 2015 Es zählen die inneren Werte

Der Passat ist für Volkswagen ein ähnlicher Absatzbringer wie der Golf. 2015 kommt der Neue, nun hat VW erste Details bekannt gegeben.

Von

Volkswagen

Wie sieht der neue Passat aus?

Mehr Radstand, kürzere Überhänge und ein flaches Dach ergeben nach Ansicht von VW zwar einen sportlicheren Auftritt. Aber am Ende wird man trotzdem wieder zweimal hinschauen müssen, um den Unterschied zum Vorgänger zu erkennen.

Wo verstecken sich die echten Neuerungen also?

Unter dem Blech. Volkswagens PR-Prosa formuliert es so: "Die innovativen Assistenz-, Infotainment-, Komfort- und Antriebssysteme weisen den Weg in eine Epoche, in der das Autofahren nachhaltiger, vernetzter, kommunikativer, fahraktiver und vor allem nochmals sicherer wird".

Äh, ok. Hand aufs Herz: Welche neuen Assistenzsysteme wird der Passat bekommen?

Was die Konkurrenz zum Teil schon heute anbietet, kommt nun auch in Volkswagens Mittelklasse: Ein Stauassistent, der selbstständig Gas gibt, lenkt und bremst, eine Notbremsfunktion mit Fußgängererkennung und ein Einpark-Roboter mit verbesserter Kameraüberwachung aus der Vogelperspektive. Neu ist auch der Trailer-Assist, der das leidige Rangieren mit einem Anhänger vereinfachen soll und ein Gespann automatisch in die Lücke lenkt.

Was ändert sich beim Infotainment?

Es gibt jetzt die sogenannte Mirror-Link-Funktion: Damit lässt sich der Bildschirm von Android-Handys auf den Monitor im Auto übertragen.

Wie sieht es mit dem Anzeige- und Bedienkonzept aus?

Neben den klassischen Rundinstrumenten bietet VW erstmals ein komplett animiertes und konfigurierbares Cockpit an. Und auf Wunsch gibt es den neuen Passat mit einem ausfahrbaren Head-up-Display.

Die Heckklappe schwingt nicht nur wie von Geisterhand auf, wenn man den Fuß unter dem Stoßfänger schwenkt - sobald sich der Fahrer vom Wagen entfernt, surrt der Heckdeckel auch automatisch wieder zu.

Womit lockt VW die Hinterbänkler?

Monitore auf der Rückseite der Kopfstützen waren gestern. Im neuen Passat ködert VW die Kids mit einer speziellen App für den eigenen Tablet-Computer, die das Mobilgerät mit der Fahrzeugelektronik vernetzt. Über W-Lan kann man so vom Rücksitz aus Navigation, Kommunikation oder Musikprogramm steuern, die Mediadaten abrufen oder sein eigenes Unterhaltungsprogramm einspielen.

Darüber hinaus gibt es mehr Kniefreiheit und trotz einer flacheren Dachlinie auch mehr Raum über dem Scheitel. Außerdem wächst der Kofferraum und fasst nun zum Beispiel beim Variant zwischen 650 und 1780 Liter.

Was tut VW in Sachen Verbrauch?

Bis zu 20 Prozent weniger als bisher soll der Passat verbrauchen. Die größte Stellschraube dafür ist neben den Motoren das Gewicht, sagen die Niedersachsen und versprechen auf der Waage einen Gewichtsvorteil von bis zu 85 Kilogramm. Hochfeste Stähle, eine Hutablage aus Aluminium, dünnere Teppiche, weniger Kabel - überall wurde ums einzelne Gramm gerungen: Die Hinterachse zum Beispiel wiegt 4,7 und die Lenkung 2,2 Kilo weniger, die Motoren sind bis zu 40 Kilo leichter und bei der Ausstattung sparen die Niedersachsen, etwa durch eine neue Klimaanlage, zusammen bis zu 33 Kilo.

Davon profitieren alle Motorvarianten. Für Extremsparer gibt es den Passat zudem erstmals als Plug-in-Hybrid: Dafür spannt VW einen 1,4-Liter-Benziner mit 156 PS und eine 109 PS starke E-Maschine zusammen und baut einen großen Lithium-Ionen-Akku ein. Das ermöglicht eine rein elektrische Reichweite von bis zu 50 Kilometern und soll den Normverbrauch auf einen Wert drücken, der nahe bei den 1,5 Litern des Golf GTE liegt.

Welche Motoren sind sonst noch geplant?

Neben dem Plug-in-Passat gibt es zum Start fünf Vierzylinder-Benziner von 125 bis 280 PS und vier Diesel, die eine Spanne von 120 bis 240 PS abdecken. Der ganze Stolz der Entwickler ist das Topmodell der Selbstzünder, das dank Doppelturbo und hohem Einspritzdruck auf einen Normverbrauch von 5,3 Litern kommen will.

Wann kommt was und zu welchem Preis?

Seine offizielle Publikumspremiere feiert der Passat im Oktober auf dem Pariser Salon und kurz danach soll schon die Auslieferung von Limousine und Variant beginnen. Außerdem wird es später auch wieder die Abenteuer-Variante Alltrack und wahrscheinlich einen Nachfolger für das Viertüren-Coupé CC geben. Was der Spaß kosten wird, will in Wolfsburg noch niemand verraten. Doch weil VW durch seine Baukastenstrategie viel Geld spart, spricht vieles dafür, dass das Basismodell nicht teurer wird. Dann müsste der neue Passat bei knapp 26.000 Euro starten.

Und warum ist der Passat überhaupt so wichtig?

An Golf und Polo kommt der Passat von den Stückzahlen zwar nicht heran. Aber in 41 Jahren und sieben Generationen hat VW jetzt von der Mittelklasse weltweit bereits mehr als 22 Millionen Exemplare verkauft. Obwohl mittlerweile ordentlich angegraut, hat das aktuelle Modell in Deutschland auch im letzten Jahr noch die Führungsposition im Segment verteidigt: Mit 72.000 Zulassungen liegt der Passat in der KBA-Statistik vor dem Dreier BMW mit 70.000 und weit vor den 17.000 neu zugelassenen Opel Insignia und 14.000 Ford Mondeo.

Mehr zum Thema


Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 98 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
havau 22.05.2014
1. Ha, Ha, Ha, ...
typisch Volkswagen, erst tolle dynamische Bilder - dann in der Serie ein vom Design völlig langweiliges Auto.
besorgte Oma und Mutter 22.05.2014
2. Zu den inneren Werten ...
der VW- Modelle kann ich Ihnen was schreiben. Ich fuhr 2 Phaeton, über mehrere Jahre. Beim ersten Kauf dachten wir, als Familie, Freunde, Arbeitskollegen noch, es handele sich um ein Montagsauto. Beim zweiten Kauf wurde es dann regelmäßiger Qualitätsverlust. Neben allen Problemen haben wir über 600,-Euro für festsitzende Wischerarme bezahlt. Die Aluminiumaufnahmen würden aufquellen. Der Konzern ist auch erst seit 1937 im Geschäft. Türen springen ständig wieder auf, ab 0 Grad Elektronikprobleme etc. etc. Alles verkauft. Jetzt soll alles besser werden?
romina-miller 22.05.2014
3. Der Passat ist ein tolles, solides Auto
Die meisten Menschen, die mal einen Passat gefahren sind, verstehen, warum er so erfolgreich ist. Er ist solide, zuverlässig und sieht mM nach auch schön aus.
Alfons Emsig 22.05.2014
4. Böser Blick
Ich hoffe sehr, dass die Skizzen nur das CC-Derivat zeigen und der Variant ein "zivileres" Gesicht erhält. "Böse" gucken kann heutzutage doch jeder Kia. Für die Außendienstler, die wohl auch bei der neuen Generation in Deutschland den Großteil der Nutzer ausmachen werden, hält dieser Artikel leider rein gar keine Information bereit. Also meine Fragen ins Forum - vielleicht hat ja jemand Insider-Wissen, das er teilen möchte: Welche Ausstattungslinien wird es geben und worin unterscheiden sie sich? Werden die Basis-Sitze (die berüchtigten "Campingstühle") endlich verbessert? Wird das Basis-Fahrwerk wieder etwas straffer als beim B7? Gibt es wieder (gegen Aufpreis) ein echtes Reserverad? Kommt der neue optional mit Notlauf-Reifen? Welche der vielgepriesenen Assistenzsysteme kommen bei der Basis serienmäßig?
monolithos 22.05.2014
5. Unnütze Fotos
Mehr als jeder 2. Passat wird als Kombi verkauft. Da liegt also mit absoluter Mehrheit das Käuferinteresse. Was also sollen Fotos von einer Sportlimousine in dem Artikel, die eher zu einem VW CC passen, der gar kein Passat mehr ist?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.