Peugeot 206 aus zweiter Hand: Der ist nicht ganz dicht

Der Peugeot 206 trat 1998 die Nachfolge des legendären 205 an. Offenbar fiel die Umstellung nicht ganz leicht, denn die ersten Baujahre gelten als nicht besonders zuverlässig. Erst ab 2003 attestiert der ADAC dem Kleinwagen, "deutlich pannensicherer" zu sein.

Gebrauchtwagen-Ratgeber: Viele Motoren für den Peugeot 206 Fotos

Berlin - Der Peugeot 205 wurde zur Rallyesport-Legende. Allein, weil er in der PS-potenten Gruppe B mitmischte, war er berüchtigt - und in der Straßenversion ein Verkaufsschlager. Ein wesentlich blasseres Image sollte seinem Nachfolger 206 beschieden sein, obwohl der Kleinwagen den 205 im Jahr 1998 als der in Deutschland meistverkaufte Peugeot ablöste. Nur bei den Mitarbeitern des ADAC-Pannendienstes drängte sich der neue Topseller ins Bewusstsein: Anfangs rief sie der Franzose regelmäßig auf den Plan.

Besonders die Modelle der ersten Serie hatten oft Probleme mit der Elektrik. Durchgebrannte Sicherungen und defekte Relais waren die Folge. Gelegentlich traten auch Defekte an der Zylinderkopfdichtung auf, was teure Reparaturen nach sich zog. In Internet-Foren beklagen einige 206-Besitzer auch einen feuchten Innenraum des Autos. Weil die Dichtung zwischen Antenne und Karosserie häufig kaputtgehen kann, dringt Wasser von außen in den Wagen. Ebenso kann es bei Cabrios unangenehme Überraschungen geben. Schwache Gelenke, undichte Hydraulikzylinder und Elektrikprobleme können dazu führen, dass das Verdeck nicht richtig schließt.

Außerdem hat der ADAC eine ganze Reihe an Mängeln gelistet: Bei den Benzinern bis 1999 setzte nicht selten der ganze Motor aus oder der Leerlaufsteller war defekt. Bis 2003 gaben Einspritzventile und Kraftstoffpumpen den Geist auf. Auspuffanlagen brachen. Die Diesel-Versionen fielen bis 2003 wegen Störungen im Motormanagement auf oder - wie viele Benziner - auch wegen ausgehängter Schaltgestänge.

Probleme auch beim TÜV

Die Summe dieser und andere Mängel wie etwa Rost, bleibt nicht ohne Folgen. Beim TÜV wird dem 206 überdurchschnittlich oft die Plakette verweigert. Meist wegen Kleinigkeiten, doch ärgerlich und imageschädigend war es allemal. Erst ab Baujahr 2003 gelingt es Peugeot, die Kinderkrankheiten des 206 zu kurieren. Auch der ADAC attestiert kleinen Franzosen ab diesem Jahrgang eine deutlich verbesserte Pannensicherheit.

Ab 1998 war der 206 zunächst als Drei- und Fünftürer in der Basisvariante mit Schrägheck erhältlich. Später kamen ein Kombi, ein Coupé-Cabrio mit Stahlfaltdach sowie ein Stufenheck für Osteuropa und den Mittelmeerraum hinzu. 2003 bekam der 206 neue Scheinwerfer und Stoßfänger in Wagenfarbe. Seit April 2009 ist die aktuelle Generation 206+ auf dem Markt.

Großes Plus für die Motorenvielfalt

Recht groß ist die Auswahl an Motoren. Je nach Baujahr, Generation und Modellversion stehen insgesamt 13 Varianten zur Verfügung. Die Benziner leisten zwischen 60 PS und 177 PS, wobei der größte Motor nicht in Kombi und Coupé eingebaut wurde. Bei den Dieseln reicht die Leistungsspanne von 68 PS bis 109 PS.

Auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist das Angebot für einen Kleinwagen eines ausländischen Herstellers recht üppig. Ein 206 110 JBL von 2007 mit 109 PS kostet laut Schwacke-Liste rund 7550 Euro, ein 206 HDi eco 70 Tendance mit 68 PS von 2009 noch rund 8450 Euro. Für ein Diesel-Exemplar des Kombis 206 SW HDi 110 Tendance mit 109 PS von 2006 sind noch rund 7100 Euro fällig.

rom/dpa

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insgesamt 9 Beiträge
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1. nicht ganz dicht ....
ms66 26.06.2011
Zitat von sysopDer Peugeot 206 trat 1998 die Nachfolge des legendären 205 an. Offenbar fiel die Umstellung nicht ganz leicht, denn die ersten Baujahre gelten als nicht besonders zuverlässig. Erst ab 2003 attestiert der ADAC dem Kleinwagen "deutlich pannensicherer" zu sein. http://www.spiegel.de/auto/fahrkultur/0,1518,769777,00.html
leider auch im Bereich des Motors: hdi 70 eco tropft nach ca. 175.000 aus allen Poren, in einem Maße, dass es schon erschreckend ist ...
2. zu teuer
xsreality 26.06.2011
vor 2 jahren wollte ich einen 206er, war eigtl. so mein Traumauto, aber gebraucht und 7 Jahre alt mit mindestens 80000 km immer noch mehr als 6000 euro gekostet, und dann weiß man auch nicht ob die Türken da noch was am km-zähler gedreht haben oder etwas anderes beim Auto verschweigen ... dann stattdessen einen komplett neuen 207er dank Abwrackprämie komplett neu mit Vollausstattung für 9000 gekauft :-)
3. mit 2003er zufrieden
daggibaba, 26.06.2011
Mit einem 2003er Kombi 206sw bin ich gut gefahren. Alle TÜVs waren völlig problemlos. Beim neuesten Drüberfahren mit knapp 80.000 km meinten auch die Prüfer, Peugeot hätte da ziemlich dazugelernt. Was man ja auch an der 2011er Pannenstistik sieht - Peugeots unter den TOP drei. Der Grund zum Kaufen war aber, dass die deutschen Autobauer keine schnittigen günstigen kleinen Kombis angeboten haben. Da ist der 206sw dank des steilen Hecks einfach genial. Wenig Platzbedarf, viel Lademöglichkeit. Das Heckfenster lässt sich auch aufmachen, z.B. beim Transport langer Hölzer aus dem Baumarkt praktisch. Konkurrenz? Früher gab es mal einen Polo Fox mit Steilheck. Aber dann wurden alle deutsche Wagen immer dicker und teuerer... Kein Wunder, dass französische Kleinwagen Boden gut machen konnten. Zuletzt wunderten sich die Autobauer über den Erfolg eines Dacia Logan. Man hat m.E. einfach einige Segmente vernachlässigt.
4. Treuer Freund.
Geziefer 27.06.2011
Neun Jahre fuhr ich den 206er mit der alten legendären 1,9 Liter-Saugdieselmaschine und 69 PS. Der Motor schien unverwüstlich, am Ende (Abwrackprämie Juni 2009) hatte ich über 300.000 km auf dem Tacho. Das Design des Wagens sorgte insbesondere in den Anfangsjahren immer wieder für anerkennende Blicke. Irgendwann wird dieses Modell vielleicht mal ein Youngtimer-Styling-Klassiker werden. Schade, dass Peugeot nicht bei dieser weichen Linie geblieben ist. In so vielen Betriebsjahren und bei dieser Kilometer-Leistung kam allerdings schon einiges zusammen, was erneuert oder repariert werden musste: Es begann mit der Elektrik/Elektronik der Seiten-Airbags. Immer mal wieder ärgerte ich mich über den fummeligen Austausch der Scheinwerferlampen. Merke: Eine kam selten allein, also immer beide Lampen auswechseln, was leider doppelte Fummelei bedeutete. Nach einem leichten "Bumser" vorne gab in der Folge Wochen später der Kühlerventilator den Geist auf und es platzte der Kühler, was ich aber erst nach sicherer Ankunft zu Hause bemerkte. ... Glück gehabt. Also: Kühler und Ventilator mussten erneuert werden. Irgendwann verlor ich auch mal den Deckel für das Öleinfüllloch am Motor. Es kam zu einer Riesensauerei im Motorraum. Aber auch hier: Glück gehabt. Die Stabilisatoren knarzten mächtig nach 100.000 km, wurden erneuert und seitdem war Ruhe. Auch mit der Kupplung war es nach 200.000 km nix mehr, also neue Kupplungsscheibe. Der Endschalldämpfer rostete dann irgendwann auch mal durch, ein neuer musste drunter. Was war noch? Ach ja, im Winter 2007 musste ich die Batterie ausgetauschen. Immer mal wieder klapperte die Hecktür. Das Problem war kein Thema mehr, seitdem ich einen Lappen ins Hecktürschloss dazwischen klemmte. In Stich gelassen hat mich das Auto nie. Der gemütliche Dieselmotor erzwang geradezu eine eben solche Fahrweise, so dass Motor, Getriebe und Antriebsachsen nicht überstrapaziert wurden, was wiederum Selbigen bekömmlich war. Auch Rapsdiesel vertrug der Motor ohne Mucken, senkte aber die Leistung und erhöhte den Verbrauch, also blieb ich beim Fossil-Diesel. Der Wagen kam in die Jahre, blieb aber bis zum Abschied rostfrei. Dass er so gut lief, hatte ich meiner "Dorfschmiede" zu verdanken, einer kleinen Peugeot-Werkstatt auf dem Lande, die regelmäßig die Inspektionen und die anderen Arbeiten zuverlässig erledigte. War zwar nicht ganz billig, hat aber immer für Fahrbereitschaft gesorgt. Leider gab der alte Meister dann seinen Betrieb ab. Abbezahlt sorgte das Auto noch einige Jahre für zuverlässige Mobilität. Ach ja, im Laufe der Zeit gab es mal eine Beule vorne links, eine leicht angeknautschte Motorhaube und ne Delle am hinteren Rammschutz, damit konnte ich fahren und leben. Der Verbrauch lag zwischen 5 und 6,5 Liter Diesel, je nachdem wie weit ich das Gaspedal runterdrückte. "Bergab und mit Rückenwind" waren 160 km/h drin, auf der Landstraße fuhr er sich am gemütlichsten bei Tempo 90, auf der Autobahn genügten Tempo 130 für ein entspanntes Fahren. In einem Schlagloch in Frankfurt war dann Schluss: Der Drehstab am rechte Teil der Hinterachse brach. Und der "Peu-Gott" wurde für die Abwrackprämie gegen einen Neuwagen (Toyota) eingetauscht.
5. unbelehrbarer Rassismus..
persor 27.06.2011
Zitat von xsrealityvor 2 jahren wollte ich einen 206er, war eigtl. so mein Traumauto, aber gebraucht und 7 Jahre alt mit mindestens 80000 km immer noch mehr als 6000 euro gekostet, und dann weiß man auch nicht ob die Türken da noch was am km-zähler gedreht haben oder etwas anderes beim Auto verschweigen ... dann stattdessen einen komplett neuen 207er dank Abwrackprämie komplett neu mit Vollausstattung für 9000 gekauft :-)
die DEUTSCHEN-Händler sind ja Engeln nö, lieber User - hab mein letztes Auto von einem Ur-Deutschen Kfz-Händler gekauft, die mir einen defekten Radlader unterjubeln wollte - schlimm schlimm diese Deutschen :-)
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