Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Konzeptauto Peugeot Proxima: Komplett abgeschirmt

Von Christian Frahm

Konzeptauto Peugeot Proxima: Kolossale Kuppel Fotos
Peugeot

Außen Raumschiff, innen ein ganzer Stapel Bildschirme: Die Automobilgeschichte ist voll von fantastischen Studien, die erst begeisterten und dann verschwanden. Dieses Mal: Der Peugeot Proxima.

An Selbstbewusstsein mangelte es dem französischen Autohersteller Peugeot 1986 nicht. Berauscht von zwei Titelgewinnen bei der Rallye-Weltmeisterschaft in Folge enthüllte die Marke beim Autosalon in Paris die Studie Proxima, ein Auto wie von einem anderen Stern. Das unterstrich auch der Name, dem Proxima Centauri ist der nächstgelegene Stern zur Sonne.

Der Wagen widerspricht allen im Automobilbau üblichen Proportionen: Der Vorbau ist extrem kurz, die transparente Kuppel aus Polycarbonat über dem Innenraum beginnt nur ein paar Handbreit hinter dem Markenlogo am Bug. Hinter dem Passagierabteil folgt ein lang auslaufendes Heck, aus dem die Hinterradwalzen herausragen.

Bildschirme, wohin das Auge blickt: Das Interieur des Peugeot Proxima Zur Großansicht
imago

Bildschirme, wohin das Auge blickt: Das Interieur des Peugeot Proxima

Im Heck sitzt auch der Motor, ein 2,8-Liter-V6-Biturbo-Aggregat mit einer Leistung von 600 PS, das seine Kraft elektronisch gesteuert an alle vier Räder leitet. Bei 1374 Kilogramm Fahrzeuggewicht hat das eine theoretische Höchstgeschwindigkeit von 348 km/h zur Folge.

Das futuristisch-extravagante Design und der kraftstrotzende Antrieb sind lediglich die primären Reize des Konzeptautos. Die echten Innovationen jedoch werden erst bei näherem Hinsehen deutlich. Die Karosserie beispielsweise besteht aus den Verbundwerkstoffen Karbon und Kevlar. Auf der Motorabdeckung über dem Heck befinden sich zwei Paneele mit Solarzellen, die den Strom für die Belüftungsanlage des Innenraums bereitstellen.

Dazu kamen - für das Jahr 1986 geradezu revolutionäre - Details wie LED-Bremsleuchten, ein Navigationssystem, eine elektronische Schlüsselkarte, eine Reifendruckkontrolle mit integriertem Kompressor, der bei Bedarf den Luftdruck wieder auf den Sollwert bringen konnte, ein Abstandsradar sowie zwei Kameras anstelle konventioneller Außenspiegel.

Knalliges Rot dominiert den Innenraum Zur Großansicht
Corbis

Knalliges Rot dominiert den Innenraum

Insgesamt gibt es sogar fünf Kameras im Auto, die dem Fahrer eine Art Rundumsicht-Darstellung des Fahrzeugumfelds auf einem Bildschirm an der Armaturentafel anzeigten. Wobei Armaturentafel ein etwas irriger Ausdruck ist, denn das Interieur ist einerseits stark gegliedert und ganz anders gestaltet als das gängiger Autos zu dieser Zeit.

Zugleich sind fast sämtlich Oberflächen knallrot beledert. Und dazu gibt es vier Einzelsitze, ebenfalls mit roten Lederbezügen und dick gepolstert im Design klassischer Chesterfield-Sitzmöbel. Es ist dies das letzte Überbleibsel automobiler Gemütlichkeit in einem ansonsten durch und durch zukunftsweisenden Gefährt. Natürlich blieb der Peugeot Proxima ein Einzelstück. Aber einzelne Details seiner Hightech-Ausstattung sind inzwischen in den Serienautobau eingesickert - auch bei Peugeot.

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 17 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
shran 14.02.2016
Warum werden solche "Designstudien" nicht einfach mal gebaut ? Ich finde diese ganzen Standardkarossen die sich alle relativ ähneln dermaßen langweilig. Geändert werden immer nur ein paar kleine Details. Fällt der feigen Industrie nicht mal was anderes ein. Verhält sich ähnlich wie mit Krawatten die letzten Jahrzehnte. Leute, macht mal was Neues !
2.
upalatus 14.02.2016
In dem Interieur wird man zu Barbarella oder Pygar. So hübsch knuffige Elemente in DER Farb! Und dieses abgesteppte Glanzleder auf Sitz und Seitenteile! Fast schon erotisch bis verrucht.............................................................................................................
3. Wieso
Becks 14.02.2016
Das einzige, was mir diese "Designstudien" und "Sondermodelle" von Autoherstellern sagen ist: Uns ist auch dieses Jahr wieder nichts eingefallen, was unsere Autos weniger altmodisch, weniger einfallslos, weniger uniform oder irgendwie neu und interessant machen könnte. Mich interessiert nur, was beim Händler steht. Und das ist seit Jahrzehnten derselbe Einheitsmüll.
4. Kevlar
noalk 14.02.2016
Kevlar ist kein Faserverbundwerkstoff, sondern eine Polyaramid-Faser, patentiert von DuPont. Erst mit einer Polymermatrix, zB Epoxidharz, wird daraus ein Verbundwerkstoff, wie zB bei Karbon.
5. zu
cfb 14.02.2016
Ganz einfach: Weil der Gesetzgeber hinsichtlich Sicherheit, Umweltschutz und anderem Gedöns gewisse (im Kundeninteresse übrigens auch) sehr berechtigte Forderungen erhebt. Und weil solche Studien zumeist nicht wirtschaftlich sinnvoll zu produzieren sind. Diese zwei Dinge sprechen dagegen, dass ein Showcar in Serie geht. Es sind einzig Designstudien oder Technologieträger.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Facebook


Aktuelles zu