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Porsche Panamericana: Ferrys Aufreißerauto

Schönes Ding - Porsche Panamericana: Zwei Mal gebaut, nie wieder gesehen Fotos
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Ein Allradler mit lila Reißverschluss zum 80. Geburtstag: Die Automobilgeschichte ist voll von irren Studien, die erst begeisterten und dann verschwanden. SPIEGEL ONLINE zeigt die gewagtesten Visionen. Dieses Mal: Der Porsche Panamericana.

Zuffenhausen anno 1989: Ferry Porsches 80. Geburtstag steht an. Die Belegschaft will den einzigen Sohn des Firmengründers Ferdinand Porsche und Schöpfer des Porsche 356 standesgemäß beschenken. Ein Auto, was sonst? Allerdings kein gewöhnliches. Designchef Harm Lagaay und der Technische Direktor Ulrich Bez bekommen freie Hand für die Konzeption eines Prototypen. "Dieser Geburtstag ist die einmalige Chance, ein Fahrzeug darzubieten, das alles repräsentiert, worauf wir als Sportwagenhersteller stolz sind", verkündet Designer Lagaay damals feierlich.

Das Ergebnis war der Porsche Panamericana - ein kompakter, ultra-puristischer Zweisitzer mit monströsen Radhäusern, extrabreiten Reifen und einem mit lilafarbenen Reißverschluss am Stoffverdeck.

Das rote Band zwischen den beiden Rückleuchten ging in Serie Zur Großansicht
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Das rote Band zwischen den beiden Rückleuchten ging in Serie

Der Wagen war Vermächtnis und Vision zugleich. Er zitierte den damals schon ikonischen 911er, entwickelte dessen Linienführung weiter und deutete zugleich an, dass die Zukunft von Porsche im Offroad-Segment liegen könnte - auch wenn beim Namen Cayenne noch alle an Pfeffer dachten. Wozu sonst sollten die auffällige Bodenfreiheit, die freistehenden Riesenräder oder der Allradantrieb gut sein? Allerdings sollte es noch weitere 13 Jahre dauern, ehe Porsche 2002 seinen SUV auf die Straße brachte.

Star der IAA

Die Panamericana-Studie basierte technisch auf der Allradversion des Porsche 911, der kurz zuvor vorgestellten Baureihe 964. Im Heck rumorte ein luftgekühlter 3,6-Liter-Sechszylinder-Boxermotor mit 250 PS. Die Kraftübertragung wurde von einem Fünfgang-Schaltgetriebe erledigt.

Zeitgleich zum 80. Geburtstag Ferry Porsches am 19. September 1989 fand in Frankfurt die Internationale Automobilausstellung IAA statt, dort präsentierten die Zuffenhausener das zweite Exemplar der Studie. Der Panamericana war der große Star der Autoshow, auf der damals auch Typen wie der BMW 850i, der Opel Calibra, der Mazda MX-5 und der Citroën XM debütierten.

Einfluss auf 993 und Boxter

Euphorisiert von dem großen Rummel, den der Wagen auslöste, hoffte Designer Lagaay sogar auf das Zustandekommen einer Kleinserie. Doch die wirtschaftlichen Probleme, mit denen Porsche in den Folgejahren zu kämpfen hatte, machten dieses und einige andere Projekte zunichte.

Immerhin: Manche Designideen des Panamericana finden sich in späteren Porsche Modellen wieder - zum Beispiel die Dachlinie beim 993 von 1993 und beim Boxster, der 1996 debütierte. Eines der beiden Panamericana-Exemplare ist noch immer im Porsche Museum in Stuttgart zu besichtigen.

jüp

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insgesamt 11 Beiträge
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1. Hässlichster Porsche aller Zeiten
Alfons Emsig 05.01.2016
Und der irgendwie beruhigende Beweis, dass früher auch nicht alles besser war.
2. Bitte, bitte...
Fritz.A.Brause 05.01.2016
...Box S ter Boxer und Roadster, alles klar?
3. Wie
felisconcolor 05.01.2016
die Geschmäcker doch verschieden sind. Das ist mal ein Porsche der sogar mir gefällt. Den Begriff Spielzeugauto (so nenne ich Porsche normalerweise) konsequent zuende gedacht. und das 1989. Der absolute Griff ins Klo war allerdings der Panamera. Da kräuseln sich sogar bei mir als PorscheNichtliebhaber die Nackenhaare
4. Leuchtband?
klausvonallen 05.01.2016
Das Leuchtband zwischen den Rückleuchten hatte der Elfer aber nicht erst seit dieser Studie...
5. böse Zungen würden behaupten :-)
walter_e._kurtz 05.01.2016
"Er zitierte den damals schon ikonischen 911er, entwickelte dessen Linienführung weiter und deutete zugleich an, dass die Zukunft von Porsche im Offroad-Segment liegen könnte - auch wenn beim Namen Cayenne noch alle an Pfeffer dachten. Wozu sonst sollten die auffällige Bodenfreiheit, die freistehenden Riesenräder oder der Allradantrieb gut sein?" Naja, die Bodenfreiheit und der damit einhergehende höhere Einstieg könnte auch dem Alter (und damit verbundenen Zwicken und Zwacken) des Geburtstagskindes geschuldet sein. Vielleicht ist der Bezug zum Cayenne doch eher Konstruktion als Kausalität - quasi moderne Legendenbildung zwecks Absatzsteigerung :-)
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