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Swincar: Voll der Spinner

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Swincar: Ein Gokart fürs Gelände Fotos
Swincar

Das soll ein Geländewagen sein? Das Swincar wirkt eher wie ein Modellbausatz, eine Mischung aus Gokart, Spinne und Bergziege. Doch im Gelände ist es unaufhaltbar.

Zugegeben: Wie ein Geländewagen sieht das Swincar nicht gerade aus. Die Konstruktion des französischen Tüftlers Pascal Rambaud wirkt eher wie ein überdimensionales Spielzeug, das es als Bausatz im Supermarkt zu kaufen gibt. Doch die Ansammlung an Gestängen ist tatsächlich mindestens so Offroad-tauglich wie ein Land Rover Defender.

Der Fahrer sitzt mit leicht angewinkelten Beinen auf einem schmalen Sitz, wenige Zentimeter über dem Boden. Die Vorder- und Hinterachsen befinden sich ungefähr auf Höhe seines Bauchnabels und können gekreuzt voneinander bewegt werden. An den Achsen sind gekrümmte Stangen befestigt, die sich fast um 180 Grad schwenken lassen. Und die Räder sind beinahe freidrehend. An jedem Rad sitzt ein Elektromotor mit bis zu 1,5 Kilowatt Leistung.

Das reicht theoretisch, um sich auf kurviger Strecke schwindelig zu fahren, denn in steilen Kehren pendelt der Sitz weit nach außen. Bremsen und beschleunigen kann der Fahrer dabei anhand von Wippen am Lenkrad. "Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 45 km/h beschränkt", sagt Thierry Jammes. Er ist Teilinhaber der Firma Mecanroc, die das Gefährt baut und vermarktet.

Die Konstruktion lässt zunächst vermuten, dass beim Start alle vier Räder in verschiedene Himmelsrichtungen davonsausen und das Swincar sich selbst vierteilt. Tatsächlich ist dieses Mobil aber eine Art Gokart mit Spinnenbeinen, wie in dem Film gut zu sehen ist:

YouTube/Swincar
Nicht nur, dass das Swincar einfach ein Rad weit hochspreizt, wenn es über einen hohen Stein holpert - man kann damit auch seitwärts am Hang entlangfahren, ohne umzukippen. So stellt man sich eine Bergziege auf Rollschuhen vor.

"Die Idee für das Swincar ist uns tatsächlich in den Bergen gekommen", sagt Thierry Jammes. Das Grundkonstrukt - also ein Wägelchen mit Lenkrad sowie flexiblen Rädern und Aufhängungen - haben Firmengründer Rambaud und seine Mitarbeiter aus einer Laune heraus entwickelt, als sie Kisten von einer Berghütte ins Tal transportieren wollten. Statt sie hinunter zu schleppen oder einfach im Auto zu verstauen, packten sie die Ladung auf das Ur-Swincar und sausten damit den Hang hinunter. "Wir ärgerten uns dann aber, dass wir den Wagen wieder hochschieben mussten", sagt Jammes, "also haben wir noch Elektromotoren drangebaut."

Vom Gelände auf die Straße

Die Karosserie samt E-Antrieb besteht aus etwa 400 Teilen und wiegt rund 120 Kilo, hinzu kommen laut Jammes je nach Größe der Batterie weitere 15 bis 45 Kilo. Auf Wunsch wird das Swincar straßentauglich gemacht und erhält unter anderem Scheinwerfer und Blinker. Jammes will die fahrende Spinne nicht nur als Spaßmobil anbieten - "es kann auch in der Landwirtschaft und für militärische Zwecke eingesetzt werden." Außerdem ist eine Version für schwerbehinderte Menschen geplant: Sie könnend das Gefährt dann mit einem Joystick lenken.

Ende Oktober soll das Mobil auf den Markt kommen - zu einem Nettopreis von 10.000 Euro für die Basisversion. Die straßentaugliche Variante kostet 1000 Euro Aufpreis. Stellt sich also die Frage: neues Swincar oder gebrauchter Land Rover Defender?

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insgesamt 35 Beiträge
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1.
clausde 06.08.2015
Jetzt noch einen Mähbalken vorne dran und jeder Bergbauer würde sich freuen. ;)
2. Voll der Spinner ...
premiummails 06.08.2015
... und wofür braucht man das? Mir reichen eigentlich schon die nervigen Quads, die überall langbrettern.
3. Unaufhaltbar?
stefan.hemmer 06.08.2015
Nun ja. Angesichts der relativ geringen Bodenfreiheit hätte ich gerne einige Fotos in "richtigem" Gelände gesehen, nicht nur auf einer Wiese. Z. B. bei der Durchquerung eines 20 cm tiefen Bächleins.
4. Nein...
Hupert 06.08.2015
Zitat SPON: "Ende Oktober soll das Mobil auf den Markt kommen - zu einem Nettopreis von 10.000 Euro für die Basisversion. Die straßentaugliche Variante kostet 1000 Euro Aufpreis. Stellt sich also die Frage: neues Swincar oder gebrauchter Land Rover Defender?" ...diese Frage stellt sich in Hinsicht auf die Zuladung nichtmal ansatzweise. Das Teil ist sicher technisch hochinteressant aber Aber einen Mehrwert außer Spaß (den macht es gesichert!) und vielleicht als Fortbewegungsmittel für körperlich eingeschränkte Personen kann ich nicht sehen.
5. Was
nothx 06.08.2015
hat das Vehikel denn bitte mit einem Land Rover Defender zu tun? Das Teil bedient vollkommen andere Zielgruppen und hat eine ganz andere praktische Ausrichtung. Für Menschen mit Behinderung bestimmt perfekt geeignet um aktiv mobil zu sein, wenn die Krankenkassen mitspielen. Tolle Idee!
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