"Truck Art Project" Kunst auf Achse

Jaime Colsa ist Spediteur und Kunstliebhaber. Mit bunten Lastwagen will er Spaniens Straßen verschönern. Das kommt nicht immer gut an.

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TRUCK ART PROJECT

Jaime Colsa will Kunst unters Volk bringen. Der 44 Jahre alte Chef eines Logistikunternehmens hat zehn Lkw aus seiner Flotte von zehn verschiedenen Künstlern gestalten lassen. Er nennt es das "Truck Art Project". Kunst auf Achse.

Die Motive auf den riesigen Seitenwänden der Transporter sind grundverschieden. Sie reichen von der schlichten Skizze in schwarz-weiß über eine comichafte Zeichnung bis zur bunten Traumlandschaft. Aber jedes der Bilder fällt auf und lenkt Aufmerksamkeit auf das Fahrzeug.

Der Künstler Javier Calleja und der von ihm gestaltete Lkw
TRUCK ART PROJECT

Der Künstler Javier Calleja und der von ihm gestaltete Lkw

Und genau darum geht es letztendlich, wenn Menschen Maschinen anpinseln: Marketing. Der Künstler profitiert und das Unternehmen auch. Passanten und Verkehrsteilnehmer werden von den Kunstlastern überrascht sein; vielleicht staunen, vielleicht lachen, vielleicht an Vandalismus denken. Das ist schon mal mehr Unterhaltung, als ein herkömmlicher Zwölftonner zu bieten hat.

"Ich habe mein Hobby mit meinem Beruf vermischt", sagt Jaime Colsa. 2012 gründete er sein eigenes Transportunternehmen, zuvor war er Manager bei den Logistikkonzernen DB Schenker und UPS. Sein Hobby ist das Sammeln von Kunst. Von einigen Malern, Sprayern und Fotografen, die die Sattelschlepper gestaltet haben, besitzt er bereits Werke. "Ich habe aber nicht alle Künstler allein ausgesucht, zwei Kuratoren haben mir geholfen", sagt er.

Die zehn umgestalteten Lkw sollen erst der Anfang sein, Colsa wünscht sich "etwa 100" davon, außerdem will er andere Transportunternehmen dazu ermutigen, sich dem Projekt anzuschließen. An Lastwagen mangelt es nicht, "aber natürlich müssen wir auch erst einmal genügend Künstler finden."

Die Lkw-Fahrer werden extra geschult, damit sie Fragen zu den Kunstwerken auf ihren Dienstwagen beantworten können. Laut Colsa sind sie ganz angetan davon, Einzelstücke steuern zu dürfen. "Naja, die meisten jedenfalls - seien wir ehrlich: Einige kümmert es auch gar nicht."

Künstler Daniel Muñoz
TRUCK ART PROJECT

Künstler Daniel Muñoz

Colsas Konzept hat einen sympathischen Ansatz: Die Lkw sollen als mobile Galerien in ländliche Gegenden Spaniens ausschwärmen. Er ist sich dabei durchaus bewusst, dass die Bilder auf Ablehnung stoßen können. "Normalerweise kommen die Betrachter ja absichtlich zum Kunstwerk, aber hier kommt das Kunstwerk ungefragt zu den Betrachtern. Das ist ein spannender Punkt."

Colsa und seine Kuratoren haben für das Projekt Vertreter der Street-Art und zeitgenössischen Kunst engagiert. Vier bis zehn Tage dauerte es jeweils, bis auf den weißen Flächen der Laster die fertigen Motive zu sehen waren. Die Farben und Folien sind direkt auf dem Fahrzeug aufgetragen; Werk und Wagen sind untrennbar miteinander verbunden.

"Ich will sie nicht verkaufen", sagt Colsa über seine rollende Sammelobjekte, "wenn die Farbe abblättert, wird jeder Lkw neu übermalt - so wie ein Graffiti an einer Wand."

cst

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insgesamt 7 Beiträge
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Seite 1
LJA 30.03.2016
1. In Deutschland
würde so etwas mit Sicherheit verboten, weil die Gefahr besteht, daß andere Verkehrsteilnehmer von dem Anblick abgelenkt werden. Zu Recht ?
ZarZ 30.03.2016
2.
steht im Vorspann. Wer könnte gegen diese Aktion etwas haben, fragt man sich, rechnet mit schweren Gegenkundgebungen spanienauf und spanienab, liest das Ganze - und stellt fest: im kompletten Artikel kein einziges Wort! Das sind primitive Anreißermethoden. Hören Sie bitte auf damit, Ihre Kundschaft zu verarschen.
Mertrager 30.03.2016
3. Toll
Die Idee ist so einfach und gut, dasz man sich fragen kann, warum da nicht vorher Jemand d'rauf gekommen ist. Fände es toll, wenn sich auch bei uns Jemand zur Nachahmung entschliesst.
mikaiser 30.03.2016
4. Wunderbare Idee
leider wird man selten genug den nötigen seitlichen Abstand haben, um das Werk zu genießen. Ansonsten: Viel schöner als graue Plane.
ironbutt 30.03.2016
5. Schön
tolle Initiative des kunstliebenden Transportunternehmers. LKW sind ein notwendiges Übel (schliesslich bestelle ich selbst auch online, und irgendwie müssen die Güter transportiert werden), aber diese Art des Kunst-Mäzenentums macht sie deutlich ansehnlicher.
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