Kuriose Verkehrsrecht-Urteile: Autofahrer haftet nicht für Hühnertod

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8. Teil: Autofahrer muss nicht für Hühnertod haften

Hühner: Die Vögel im Bild gehören zur Zwerghuhnrasse Bantam Zur Großansicht
Getty Images

Hühner: Die Vögel im Bild gehören zur Zwerghuhnrasse Bantam

Das Oberlandesgericht Hamm hatte 1996 folgenden Fall zu verhandeln: Ein Autofahrer hat sein Fahrzeug in der Nähe eines Hühnerstalls geparkt und dann die Tür zugeschlagen. Das Geräusch versetzt die Tiere in Panik - 143 Vögel starben. Der Eigentümer der Tiere verklagte daraufhin den Autofahrer auf Schadensersatz.

Doch das Gericht wies die Klage ab. In der Begründung hieß es, die Empfindlichkeit der Hühner hänge mit der Haltung in den engen Stallungen zusammen, das Risiko trage der Tierhalter.

Oberlandesgericht Hamm; AZ 13 U 121/96

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insgesamt 45 Beiträge
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1. In einem Rechtsstaat...
fritzlothar 06.01.2013
..ist es gut und richtig, jemanden vollständig zu überführen oder auf frischer Tat zu ertappen, bevor man ihn verurteilt. Aber manchmal -wie hier- ist ein Richter so weltfremd und völlig absurd, daß es mit dem realen Leben nichts mehr zu tun hat. So etwas ist skandalös aber leider nicht selten...
2. Die Schrittgeschwindigkeit
jetzt:hördochauf 06.01.2013
mit der Fahrradbegründung ist echt top - entweder war der Richter Radrennfahrer oder hat noch nie auf so einem Esel gesessen...
3. Fahrrad
Ipolit05 06.01.2013
... eines Sturzes. Danke
4. Paragraphenreiterei der schlimmsten Sorte
wwwwalter 06.01.2013
Recht und Gerechtigkeit sind in der Justiz leider immer wieder mal nicht deckungsgleich, das lässt sich nicht nur im Verkehrsrecht nachweisen. So etwas passiert immer dann, wenn sich der Richter zu 100 % auf das geschriebene Gesetz verlassen, und den gesunden Menschenverstand komplett abschalten muss. Richter, die so etwas entscheiden (müssen) sind arme Tröpfe. Ich könnte nicht mehr ruhig schlafen und hätte das Gefühl, meinen Beruf verfehlt zu haben. Das ist so ähnlich wie im Fussballstadion, wenn der Schiri eine krasse Fehlentscheidung trifft, diese aber unverrückbar bleibt, obwohl sich ein Großteil der Zuschauer vom Gegenteil überzeugen konnte, und auch jeder Fersehzuschauer den Fehler bemerkt hat.
5. nochmal Schrittgeschwindigkeit
dishmaster 06.01.2013
Wirklich eine tolle Begründung! Ich denke, es wäre auch durchaus für Fahrradfahrer zumutbar, in einer solchen Zone sein Fahrrad zu schieben, falls er das Höchsttempo, das wohl eher bei 5 km/h liegen dürfte, nicht unfallfrei bewältigen kann. Schneller käme er auf den Rad eh nicht voran, falls es sich an die Geschwindigkeitsbeschränkung hielte.
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