Zu schnell gefahren Bond-Auto versinkt im Gardasee

Und - platsch! Vielleicht dachte er, er sei ein Geheimagent: Ein Techniker flog mit James Bonds Aston Martin beim Dreh des neuen 007-Films in den Gardasee. Er fuhr im Regen auf enger, kurviger Straße zu schnell. Immerhin ist nur dem Auto etwas passiert.


Die Straße am Ufer des Gardasees ist an vielen Stellen eng, kurvig und schwer zu fahren. Auf der einen Seite geht es in den See hinunter, auf der anderen die Felswand hoch. Vor jeder Ecke hupt man am Besten, damit die entgegenkommenden Autos wissen, dass sie die Kurve nicht schneiden sollten.

Fraser Dunn, 29, aus Leamington Spa in der Mitte von England war das alles wohl egal. Er sauste am Samstagmorgen gegen 6.30 Uhr die Straße mit seinem Aston Martin hinunter, oder besser: dem Aston Martin von James Bond. Dunn arbeitet als Techniker beim Team des neuen Bond-Films "Quantum of Solace", er sollte das Auto zum Set fahren.

"Er ist kein Stuntman, er ist Ingenieur"

Es regnete in Strömen, die Straße war spiegelglatt, schlechte Sicht. In einer scharfen Kurve verlor er die Kontrolle über das Auto, es riss aus in Richtung Wasser, durchschlug die Leitplanke und flog in einem Bogen in den See. Fraser Dunn konnte sich befreien und schwamm zum Ufer.

Kurze Zeit später kamen Polizei, Krankenwagen und Feuerwehr. Dunn wurde ins Krankenhaus von Bozen gebracht; er hatte sich unterkühlt. Er soll bald wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden. "Es fehlt ihm nichts", sagte seine Freundin am Samstag den britischen Medien, "aber er ist nun mal kein Stuntman, sondern ein Ingenieur. "

160.000 Euro vergluckern im Gardasee

Ein Kran hievte das Auto später zurück auf die Uferstraße, es war mehr als 50 Meter tief bis zum Grund gesunken. Das Dach war eingedrückt, ein Stück Leitplanke hatte sich in der Motorhaube verkeilt. Der Aston Martin sah am Ende aus, als hätte er eine Action-Crash-Szene hinter sich. Nach Angaben der Produktionsfirma kostet er umgerechnet rund 160.000 Euro.

Eigentlich sollte er in einer Szene eingesetzt werden, in der das Auto knapp einem Crash entgeht, dabei ein anderes Auto in einem großen Feuerball explodiert und am Ende ein Truck im Gardasee landet.

Der neue Bond-Film ist der zweite mit Daniel Craig in der Hauptrolle und soll im Herbst in die Kinos kommen. Gedreht wird in Italien, Österreich, Chile, Panama, Mexiko und Großbritannien.

Anfang April gab es in Chile schon einmal Ärger: Der Bürgermeister eines kleinen Ortes hatte mit 200 Anhängern gegen die Dreharbeiten protestiert. Er überollte dabei mit seinem Jeep fast zwei Statisten des Films. Die Polizei nahm den Bürgermeister fest.

maf/AP



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