CO2-Ausstoß: Bundesumweltminister droht Autoindustrie

Nicht nur Arnold Schwarzenegger in Kalifornien, auch Bundesumweltminister Sigmar Gabriel in Berlin droht mit der Keule: Wenn die Autobauer ihre Anstrengungen zur Senkung des Kohlendioxidausstoßes nicht erhöhen, würden "harte Standards" gesetzlich verordnet.

Berlin - Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hat Autoherstellern mit "harten Standards" für den Klimaschutz gedroht. Wenn die Selbstverpflichtung der Autobauer zur Senkung des Kohlendioxidausstoßes eingehalten werden, sei zwar keine gesetzliche Verpflichtung nötig, sagte Gabriel heute im "Deutschlandradio Kultur". "Wir haben nur inzwischen Zweifel daran", fügte der Minister hinzu.

Fast zwei Jahre nach Inkrafttreten der EU-Luftreinhalterichtlinie sei der Großteil der Lkw und Busse weiterhin "auf unseren Straßen rußend unterwegs", sagte der Bundesgeschäftsführer des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu), Leif Miller, am selben Tag in Berlin. Rußfilter gehörten bei Lkw, Bussen und Baumaschinen immer noch nicht zur Standardausstattung, obwohl rund die Hälfte aller verkehrsbedingten Partikelemissionen von leichten und schweren Nutzfahrzeugen stammten.

Deswegen müsse die Bundesregierung bei der EU-Kommission auf die schnelle Festlegung einer Abgasnorm für Lkw drängen, die die Einhaltung festgelegter Grenzwerte für Luftschadstoffe wie Stickoxide oder Partikel vorschreibt. "Wir brauchen so rasch wie möglich strengere Auflagen für Luftverschmutzer", forderte Miller.

Umweltverbände kritisieren seit längerem, dass sich die Autoindustrie nicht an ihre Selbstverpflichtung hält, den Ausstoß von Kohlendioxid bei Neufahrzeugen bis 2008 auf durchschnittlich 140 Gramm pro Kilometer zu senken. Gut 15 Monate vor Ablauf der Frist ist das anvisierte Ziel dem Auto Club Europa zufolge nur zu etwa der Hälfte erreicht. Mehrere neu auf den Markt gekommene Pkw hätten einen Ausstoß von mehr als 300 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer.

abl/ddp

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  • Datum: Donnerstag 21.09.2006 | 12:00 Uhr
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