Klimasünder Porsche ist Spitze beim CO2-Ausstoß

Der militärische Hummer und ein sportlicher Porsche haben eine Gemeinsamkeit: Sie schneiden laut einer Schweizer Studie extrem schlecht beim Ausstoß des klimaschädlichen CO2 ab. US-amerikanische und deutsche Hersteller liegen ganz vorn im Ranking der Umweltsünder.


Genf – Deutsche und US-amerikanische Hersteller kommen bei der Studie der Schweizer Unternehmensberatung Centre Info schlecht weg. Allen voran Porsche: Der Hersteller habe während der gesamten Wertschöpfungskette den höchsten CO2-Ausstoß unter den Automobilherstellern. Dessen Sportwagen pusten durchschnittlich 321 Gramm CO2/km in die Umwelt. Doch einen kleinen Trost gibt es: Diese schlechte Umweltbilanz relativiere sich dadurch, dass Porsche lediglich 100.000 Fahrzeuge pro Jahr verkaufe, berichtete die Schweizer Umwelt-Zeitschrift "LaRevueDurable" über die Studie.

Schwerer ins Gewicht würden deshalb die jährlich rund elf Millionen Fahrzeuge fallen, die von den US-Autoherstellern General Motors (GM) und Ford verkauft würden. Denn ein durchschnittlicher GM-Wagen produziert laut Studie 267 Gramm CO2/km, der Ford 255 Gramm. Ein ganz besonderer Klimasünder ist das GM-Model Hummer, das bis zu 24 Liter Benzin pro 100 Kilometer verbraucht und dabei die Umwelt mit bis zu 470 Gramm CO2/km belastet.

DaimlerChrysler liegt vor BMW

Nur wenig umweltfreundlicher ist laut Studie die Bilanz für DaimlerChrysler, deren 4,7 Millionen pro Jahr verkauften Fahrzeuge im Schnitt je 252 Gramm CO2/km ausstoßen. Beim bayerischen Autobauer BMW, der jährlich 1,4 Millionen Wagen verkauft, liege der Wert mit 191 Gramm deutlich niedriger. Für Volkswagen nennt die Studie einen durchschnittlichen CO2-Ausstoß von 173 Gramm pro Kilometer - ein Wert, der ohne die durstigen VW-Allrad-Modelle entsprechend niedriger ausgefallen wäre.

Die für die Umwelt besten Werte können nach der Erhebung die französischen Autobauer Renault und Peugeot sowie der italienische Fiat-Konzern vorweisen, deren Wagen im Schnitt zwischen 152 und 153 Gramm CO2 ausstoßen.

Die besonders verbrauchsarmen und damit klimafreundlicheren Hybridwagen von Toyota und Honda tragen laut der Studie wegen ihres geringen Absatzes nicht zu einer wesentlichen Senkung der CO2-Emissionen bei. So mache der Toyota-Hybrid nur 3,4 Prozent des Firmenabsatzes aus, die Hybrid-Version des Honda Civic sogar nur knapp ein Prozent. Als CO2-Flotten-Wert bei Honda nennt die Studie laut Zeitung sogar 164 Gramm.

Ursprünglich hatten die europäischen Autobauer in einer freiwilligen Selbstverpflichtung versprochen, bis 2008 die CO2-Emissionen der Neuwagen auf 140 Gramm je Kilometer zu drücken. Dieses Ziel werden sie wohl nicht erreichen. Die EU-Kommission will die Hersteller nun trotz heftiger Proteste verpflichten, den Ausstoß bis 2012 auf 130 Gramm zu senken

abl/AP



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