Reifenpanne 10 Tipps beim Platten

Es ist der Alptraum eines jeden Autofahrers: ein geplatzter Reifen. Doch wer besonnen reagiert und nicht übersteuert, kommt meist heil aus der brenzligen Situation. Bei einer Reifenpanne sind aber noch mehr Regeln zu beachten. Zehn Tipps für den Fall der Fälle.


Geplatzter Autoreifen: Auch mit Plattfuß fährt ein Auto noch einigermaßen kontrolliert
DDP

Geplatzter Autoreifen: Auch mit Plattfuß fährt ein Auto noch einigermaßen kontrolliert

1.) Ein Reifenplatzer ist eine böse Überraschung, doch der "big bang" kündigt sich meist vorher an: Ist ein Reifen verletzt, etwa durch eine feststeckende Scherbe, verändert sich das Fahrgeräusch. Zieht der Wagen nach links oder rechts, macht vermutlich einer der Reifen schlapp, die Lenkung des Fahrzeugs verliert an Präzision. In solchen Fällen gilt: Rechts heranfahren und alle vier Reifen überprüfen.

2.) Kommt es zum Platzer, nicht übersteuern. Das Lenkrad festhalten und weiter geradeaus fahren. Entgegen weit verbreiteter Spekulationen fährt ein Auto auch mit Plattfuß noch einigermaßen kontrolliert. Schwere Unfälle entstehen meist erst dann, wenn der Fahrer mit heftigen Lenkbewegungen reagiert und die Kontrolle über das Auto verliert.

3.) Steht man mit dem Wagen am Straßenrand oder auf der Standspur der Autobahn, gilt es, als Erstes das Fahrzeug zu sichern: Warnblinkanlage an, Warndreieck etwa 100 Meter hinter dem Fahrzeug aufbauen, bei Dunkelheit zusätzlich das Standlicht einschalten.

4.) Ist ein Rastplatz in der Nähe, sollte man vorsichtig bis dahin weiterrollen, um sicheres Gelände zu erreichen. Selbst ein komplett platter Reifen schafft in der Regel noch kleinere Distanzen im Schritttempo.

5.) Steht ein Reifenwechsel an, gibt es einige Dinge zu beachten: Handbremse anziehen, Motor ausschalten und einen Gang einlegen, um das Wegrollen des Wagens auf jeden Fall zu verhindern. Die Radmuttern lockern und das Auto mit dem Wagenheber aufbocken. Ist der Untergrund weich, ein kleines Brett unterlegen. Nahe der Vorder- und Hinterräder gibt es verstärkte Stellen, damit der Unterboden nicht beschädigt wird. Dann das Rad abnehmen und das Ersatzrad montieren. Dafür die Muttern zunächst mit der Hand festdrehen, dann das Auto herunterlassen und die Schrauben noch einmal richtig festziehen.

6.) Ganz wichtig: Die Radmuttern gleichmäßig anziehen, da sonst bei der Fahrt die Bremsscheiben beschädigt werden könnten. Im Extremfall kann sich das Rad sogar lösen. Zum Festziehen der Radmuttern sollte ein Drehmomentschlüssel verwendet werden, da so das erforderliche Drehmoment korrekt eingestellt werden kann. Ist kein optimales Werkzeug zur Hand, möglichst bald eine Werkstatt ansteuern und den Sitz des Rades und der Muttern überprüfen lassen. Für den Fall der Reifenpanne sollte man übrigens immer ein paar Handschuhe sowie einen Müllsack für das ausgewechselte Rad mitnehmen.

7.) Wenn das Ersatzrad montiert ist, vorsichtig fahren. Der Reifendruck ist meist zu niedrig und kann zu ungewohntem Reaktionsverhalten des Autos führen. In jedem Fall sollte man nach einigen Kilometern den festen Sitz der Radmuttern überprüfen.

8.) Mit einem Ersatzrad keine langen Strecken fahren. Laut Reifenhersteller sind Distanzen von etwa 50 Kilometern mit einem voll funktionstüchtigem Notrad kein Problem.

9.) Regelmäßig den Reifendruck überprüfen. Die meisten Unfälle, bei denen eine Reifenpanne die Ursache war, sind auf einen ungenügenden Reifendruck zurückzuführen. Den Druck am besten bei jedem zweiten Tankstopp oder alle 14 Tage checken.

10.) Reifenpannen sind eine schlechte Ausrede, sollte man einen Termin aus anderen Gründen verpasst haben. Bestes Beispiel sind jene beiden Studenten der amerikanischen Stanford University, die einem wichtigen Examen mit dem Verweis auf eine erlittene Reifenpanne fern blieben. Beim Ersatztermin führte ihr Professor sie in getrennte Räume und stellte ihnen nur eine Frage, die aber für die Benotung ausschlaggebend war: "An welchem Rad war die Panne?"



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