Spritverbrauch Das können Sie sich sparen

Fuß vom Gas, Gepäckträger vom Dach und Reifen voll Luft - Autofahrer wissen, was sie tun müssten, um Sprit zu sparen. Wenn Benzin zum Luxusgut wird und der Druck aufs Portemonnaie zu groß, tut es gut, sich an ein paar Regeln zu erinnern.


Hamburg - Von Mal zu Mal Tanken steigen die Preise, die Rechnung an der Tankstelle wird immer happiger. Der Autofahrer von heute gibt durchschnittlich 1256 Euro jährlich für Sprit aus, berechnete der Autoclub ADAC für die "Bild"-Zeitung. Bei gleicher Fahrleistung von 13.200 Kilometer pro Jahr waren es 1995 noch 921 Euro.

Doch ganz machtlos sind Autofahrer nicht den Erhöhungen an der Zapfsäule ausgeliefert. Durch besonnene Fahrweise und gezieltes Tanken können sie die Spritrechnung deutlich senken:

Ökonomisches Fahren kann den Spritverbrauch bei einem Pkw mit einer Fahrleistung von 12.000 Kilometern im Jahr nach Berechnungen des Auto Club Europa (ACE) um rund 181 Liter reduzieren. Dazu gehören rechtzeitiges Hochschalten, Ausrollen vor der roten Ampel und vorausschauendes Fahren. Niedertourig fahren spart bis zu zwanzig Prozent Sprit. Mit modernen Autos kann damit ab Tempo 30 bequem im vierten, bei Tempo 50 bis 60 im fünften Gang gefahren werden. Bei Kurzstopps, auch an Ampeln oder im Stau, kann die Zündung ausgeschaltet werden. Auch wer öfter mal den Fuß vom Gas nimmt, spart Sprit: Mit zunehmendem Tempo steigt der Verbrauch überproportional.

Freie Tankstellen sind oft günstiger als Markentankstellen. Mit der günstigsten Tankstelle könnten zuweilen bis zu zehn Euro pro Tankfüllung gespart werden, erklärt der ACE. Auf Autobahnen verkaufen zudem die Tankstellen auf Autohöfen den Liter Benzin im Schnitt um zwei Cent billiger als ihre Konkurrenten an den Rasthöfen. Lokale und regionale Preisvergleiche im Netz bieten etwa www.adac.de und www.clever-tanken.de.

Im Ausland ist der Sprit ebenfalls oft billiger. Bei der Heimreise sollten die Urlauber deshalb gegebenenfalls vor der Grenze noch einmal voll tanken. Wer grenznah wohnt und regelmäßig Auslandstankstellen anfährt, sollte beachten, dass neben dem Benzin im Tank höchstens noch ein Reservekanister mit 20 Litern Fassungsvermögen bei der Rückfahrt nach Deutschland an Bord sein darf. Zu wenig Reifendruck erhöht den Widerstand. Laut dem Reifenanbieter Michelin bringen schon 0,4 bar unter der Herstellerangabe einen höheren Benzinverbrauch von bis zu drei Prozent. Auch Ballast wie unnötiges Gepäck oder unbenutzte Dachaufbauten kosten schnell einen Liter Benzin pro 100 Kilometer. Spritfresser wie Klimaanlage oder Zusatzscheinwerfer sollten nur eingeschaltet werden, wenn sie wirklich gebraucht werden.

Spritsparende Autos sind eine Alternative für alle, die sich ohnehin einen neuen Wagen kaufen wollen. Eine Übersicht mit dem Verbrauch verschiedener Modelle bietet der Verkehrsclub Deutschland (VCD) für fünf Euro unter dem Stichwort "AULI", Heinrich-Sommer-Straße 13, 59939 Olsberg oder per E-Mail an bestellung@vcd.org.



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