Bastian Schweinsteiger: "Hausaufgaben machen fiel mir nicht so leicht"

Im Interview mit Bastian Schweinsteiger staunten die beiden "Dein SPIEGEL"-Reporter Marja und Jonas nicht nur über die strenge Freundin des FC-Bayern-Stars.

Bastian Schweinsteiger: Manche Frisuren waren ein Fehler Fotos
ddp

Dein SPIEGEL: Wie lebt es sich eigentlich mit viel Puderzucker im Hintern?

Bastian Schweinsteiger: (lacht) Das ist ja eine tolle Frage.

Dein SPIEGEL: Uli Hoeneß hat mal gesagt, dir sei zu viel Puderzucker in den Hintern geblasen worden. Den müsse man dir erst einmal rausklopfen.

Schweinsteiger: Uli Hoeneß meinte damit, ich soll mir den Arsch aufreißen sozusagen, noch bessere Leistungen bringen, noch besser spielen und nicht immer zufrieden sein, wenn ich mal ein gutes Spiel gemacht habe, und damit will er mir nur helfen.

Dein SPIEGEL: Wie groß ist der Druck, diese Saison mal wieder Meister zu werden?

Schweinsteiger: Den Druck, Meister zu werden, spüre ich nicht. Es ist mehr der Reiz, Deutscher Meister zu werden. Beim FC Bayern ist man es nämlich nicht gewohnt, Zweiter zu werden. Viele wären froh über einen zweiten Platz in der Bundesliga, aber unser Anspruch ist es eben, immer die beste Mannschaft in Deutschland zu sein.

Dein SPIEGEL: Wer ist wichtiger für dich, dein Friseur oder dein Trainer?

Schweinsteiger: Schon noch der Trainer. Aber wenn ich fünf Wochen die gleiche Frisur habe, wird's mir langweilig, und dann brauch ich was Neues. Aber manchmal, muss man im Nachhinein sagen, war's auch ein Fehler, eine Frisur auszutesten.

Dein SPIEGEL: Du spielst gern an der Playstation. Jetzt mal ehrlich: lieber Ballerspiele oder lieber Fußball?

Schweinsteiger: Mehr Sportspiele, aber seitdem ich mit meiner neuen Freundin zusammen bin, ist die Playstation ziemlich tabu. Wii hingegen ist zu Hause erlaubt, weil ich mich da ein bisschen bewegen kann.

Dein SPIEGEL: Wenn du an der Playstation Fußball spielst, bist du dann Schweinsteiger oder Cristiano Ronaldo, weil der noch schneller laufen kann als du?

Schweinsteiger: Ich spiel mich nie selbst. Ich nehme meistens englische Mannschaften, weil ich den englischen Fußball sehr mag.

Dein SPIEGEL: Ronaldinho sagte einmal, der Ball sei seine Freundin. Wen liebst du mehr, den Ball oder deine Freundin?

Schweinsteiger: (lacht) Da darf ich jetzt keinen Fehler machen.

Dein SPIEGEL: Aber du hast einmal gesagt, Toreschießen sei dir wichtiger als Sex.

Schweinsteiger: (lacht) Eben. Deswegen muss ich jetzt vorsichtig sein.

Dein SPIEGEL: Deine Freundin Sarah ist Model, du bist Fußballstar. Gibt es da Ähnlichkeiten?

Schweinsteiger: Wir werden auch manchmal fotografiert, für unsere Ausstatter zum Beispiel. Der Job ist nicht so leicht, nur dazustehen, gut auszusehen und zu lächeln.

Dein SPIEGEL: Wann hast du zum letzten Mal geweint nach einer Niederlage?

Schweinsteiger: Ich hab ein bisschen geweint, als sich im September 2008 Olli Kahn bei seinem letzten Spiel verabschiedet hat. Seitdem ich Profi bin, saß ich in der Kabine neben ihm vor jedem Spiel. Und da sind dann schon ein paar Tränen geflossen.

Dein SPIEGEL: Wolltest du schon als kleiner Junge Fußballstar werden oder lieber jeden Morgen mit einer Aktentasche ins Büro gehen?

Schweinsteiger: Als kleiner Junge habe ich natürlich Fußball gespielt, aber ich war ja auch in der Schule und musste die Hausaufgaben jeden Tag machen und lernen. Das fiel mir nicht so leicht. Von dem Aspekt her war es, glaube ich, ganz gut, dass ich Fußballer geworden bin.

Dein SPIEGEL: Für Fußballer werden manchmal Unsummen bezahlt. Ronaldo wurde zum Beispiel für 94 Millionen an Real Madrid verkauft. Wie fühlt es sich an, als Mensch einen Preis zu haben?

Schweinsteiger: Die Summen, die heutzutage im Raum stehen, sind schon erschreckend. Aber letztendlich kannst du als Spieler wenig dagegen tun.

Dein SPIEGEL: Ist es so, als würde man eine Ware sein, oder ist es eher ein Zeichen dafür, dass man total gut ist?

Schweinsteiger: Eine Ware zu sein - das find ich ein bisschen zu hart ausgedrückt. Natürlich hat der Verein sein Vermögen, teilt es auf in Spieler, und das wirkt dann so wie bei einer Firma mit ihren Maschinen. Aber du bist immer noch Mensch, es ist nicht so wie eine Ware.

Dein SPIEGEL: Dein Bruder spielt bei einem kleinen Verein. Du bist ein großer Star. Ist das ein Problem für euer Verhältnis?

Schweinsteiger: Überhaupt nicht. Wir wünschen uns, dass wir mal gegeneinander spielen werden. Ich würde mir auch wünschen, mal mit ihm zu spielen, aber das wird schwierig.

Dein SPIEGEL: Würdest du jeden Tag so hart trainieren, wenn du nicht so viel Geld dafür bekommen würdest?

Schweinsteiger: Auf alle Fälle. Du willst gewinnen, und da spielt das Geld keine allzu große Rolle.

Dein SPIEGEL: Du hast sehr viel Geld. Andere haben sehr wenig. Gibst du manchmal etwas ab, beispielsweise durch Spenden?

Schweinsteiger: Ich gebe schon was ab. Auch an meine Familie oder auch an Freunde manchmal, aber es ist natürlich nicht so, dass ich es rauswerfe. Es gibt so viele ehemalige Fußballer, die kein Geld mehr haben. Im Grunde bin ich ein sehr sparsamer Mensch.

Dein SPIEGEL: Bei der EM hast du mit Bundeskanzlerin Angela Merkel geredet. Solltest du Außenminister werden?

Schweinsteiger: Ich glaube, das wäre keine gute Idee.

Jetzt mal ehrlich: Hast du noch ein Kuscheltier auf deinem Sofa?

Schweinsteiger: Mein Kuscheltier ist meine Freundin.

Dein SPIEGEL: Was ist bequemer: Lederhose oder Jeans?

Schweinsteiger: Ich bin zwar ein waschechter Bayer, aber ich mag keine Lederhosen. Ich mag eher Jeans und T-Shirt.

Dein SPIEGEL: Dein Hobby ist Verreisen. Aber du hast doch kaum Zeit dafür?

Schweinsteiger: Wir sind zwar viel mit der Mannschaft unterwegs: Bukarest, Florenz, Lyon - du lernst viele Flughäfen kennen, aber nicht die Stadt selbst. Und das ärgert mich. Deswegen werde ich nach meiner Karriere als Allererstes verreisen und mir viele Städte anschauen.

Dein SPIEGEL: Bei euch spielen viele Ausländer. Kannst du mittlerweile in allen Sprachen fluchen?

Schweinsteiger: Ich beherrsche Schimpfwörter auf Spanisch, Französisch, Holländisch, Italienisch und Deutsch.

Dein SPIEGEL: Kannst du uns eins sagen?

Schweinsteiger: Ich weiß nicht ... Auf Italienisch vielleicht vaffanculo oder so. Aber ich will das jetzt nicht übersetzen. Da müsstet ihr den Luca Toni fragen.

Das Interview führten die Geschwister Jonas, 14, und Marja, 11, für "Dein SPIEGEL - die Welt verstehen", das neue Nachrichtenmagazin für neugierige Kinder und soeben erschienen. Darin geht es um die Bundestagswahl, um Unterhaltsames, aber auch um Themen aus Natur und Technik sowie Reportagen aus aller Welt. Das Inhaltsverzeichnis gibt es hier, bekommen kann man das Heft hier- und überall im Zeitschriftenhandel.

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insgesamt 17 Beiträge
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1.
knickwitz 01.09.2009
Nett, aber ich hätte es gut und richtig gefunden, dass den Kindern gesagt wird, dass - etwa beim sehr gelungenen Steinbrück-Interview - noch jemand anders anwesend war. Wer gehört denn zu der Hand, der nur halbherzig in der Hausmitteilung abgeschnitten ist? Ansonsten geht die Müllermilch-Werbung in einem Kinderheft gar nicht, denn sie ist wie ein redaktioneller Teil aufgemacht. Bei erwachsenen Heften ist das ja okay, aber die Kinder so zu verarschen finde ich nicht richtig. Eh, die Werbung. Es ist bestimmt nicht richtig, den Kindern schon Boss- und Mercedes-Werbung vorzusetzen.
2.
aqualung 03.09.2009
Zitat von sysop"Dein Spiegel", so heißt das neue Nachrichtenmagazin für Kinder. Wie gefällt Ihnen diese neue Zeitschrift?
Wow, wenn die Resonanz hier die Verkaufszahlen wiederspiegelt - dann hat der SPIEGEL wohl einen echten Mega-Flop gebaut Hoffentlich kommt jetzt demnächst nicht noch das "BILDchen"...
3.
aqualung 04.09.2009
Zitat von aqualungWow, wenn die Resonanz hier die Verkaufszahlen wiederspiegelt - dann hat der SPIEGEL wohl einen echten Mega-Flop gebaut Hoffentlich kommt jetzt demnächst nicht noch das "BILDchen"...
Wahrscheinlich sind die Verkaufszahlen noch schlechter als ich gestern abendgedacht habe...
4. Einführungsheft zum satten Vollpreis!
Mirrorminder 06.09.2009
Meinem 7,5-jährigen Sohn habe ich DEIN SPIEGEL gekauft. Sicherlich war das der Verkaufsförderung halber so geplant, hat ja auch funktioniert, hehe^^, obwohl es nicht gerade das ist, was man veritablen Service nennen möchte: 1.) Es fehlt jeglicher Hinweis auf einen Erscheinungsintervall. 2.) Wenn es sich also eher um einen Einführungsversuch handelt ist der Preis von 3,40 Euro zu weit, aber auch so schon weit überzogen. Schade, daß Sie da in dieselbe Kerbe schlagen wie Verblödungsschrottpapiere, wie Schwammkopf- und Pokemon-Mag. Ich bin Grafikdesigner und habe lange Zeit sowohl Gestaltung als auch Druckvorstufenoffensive gemacht und weiß, was die Produktion eines solchen Magazins kostet, mit dermaßen viel Werbung! 3.) es gibt keinerlei Altersempfehlung.
5.
TheWalrus 08.09.2009
Och, ich finde, selbst manche Erwachsene würden aus der Lektüre von Dein Spiegel viel lernen...
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