Formel-1-Vizeweltmeister Vettel "Angst habe ich nicht ..."

2. Teil: Sebastian Vettel über seine Abi-Note, seine Lieblingsmusik und über Boxenluder


Dein SPIEGEL: Muss ein Rennfahrer schlau sein?

Vettel: Es hilft. Ich muss an sehr viele Dinge denken beim Fahren. Im Rennen passiert so viel. Außerdem kann ich viel am Auto verstellen, ich habe viele Knöpfe am Lenkrad zu bedienen.

Dein SPIEGEL: Was für Noten hattest du in der Schule? Hattest du mal eine Sechs?

Vettel: Ja, meine erste Sechs hatte ich in der fünften Klasse, in Deutsch. Aber mein Abitur habe ich mit 2,8 gemacht, ganz okay eigentlich.

Dein SPIEGEL: In welchen Fächern warst du stark?

Vettel: Sport, Mathematik, Physik habe ich immer gemocht. Alles, was man sich logisch erklären kann.

Dein SPIEGEL: Ist die Formel 1 nicht schlecht für die Umwelt? Die Autos verbrauchen ja viel Benzin.

Vettel: Ja, sogar sehr viel Benzin. Aber für die Leistung, die ein Motor erbringt, verbraucht er vergleichsweise wenig. In der Formel 1 wird viel Technik entwickelt, die nach und nach in die Serienautos kommt und dort hilft, Sprit zu sparen.

Dein SPIEGEL: Wie viel verbraucht so ein Formel-1-Auto auf 100 Kilometer?

Vettel: Etwa 100 Liter, also etwa zehnmal so viel wie ein normales Auto. Wenn wir die ganze Zeit Vollgas fahren würden, wäre es sogar noch mehr. Aber das machen wir ja nicht.

Dein SPIEGEL: Bist du privat eher ein schneller oder ruhiger Autofahrer?

Vettel: Eher ruhig. Ich kann ja auf der Rennstrecke rasen. Auf der Straße sind viele andere unterwegs, Kinder, Radfahrer, andere Autofahrer. Wenn man da Mist baut, zieht man die mit rein.

Dein SPIEGEL: Hattest oder hast du Vorbilder?

Vettel: Ja. Ich hatte auch Poster zu Hause im Zimmer hängen. Bis ich so in deinem Alter war, Constantin. Später waren da ein paar Frauen an der Wand, das werdet ihr auch noch haben.

Dein SPIEGEL: Welche Vorbilder waren das?

Vettel: Michael Schumacher zum Beispiel. Den hatte ich als Junge beim Kartfahren kennengelernt. Zu ihm habe ich aufgeschaut, er war in der Formel 1 und hat immer gewonnen. Er hat sehr viel gearbeitet für seinen Erfolg, er war einer der fittesten Fahrer. Er hat besser als andere verstanden, was in einem Auto so vorgeht.

Dein SPIEGEL: Welche Musik hörst du?

Vettel: Sehr gern Popmusik von früher. Meine Lieblings-Band sind die Beatles. Als ich in eurem Alter war, bin ich im Internet auf deren Musik gestoßen. Die gefiel mir. Ich sammle sogar alte Schallplatten von ihnen.

Dein SPIEGEL: Hast du eine Freundin?

Vettel: Ja, hab ich. Wir sind schon länger zusammen, seit etwa vier Jahren. Sie studiert in Deutschland. Ich wohne in der Schweiz, aber ich bin ja nicht oft zu Hause. Selbst wenn sie bei mir wohnen würde, könnte sie mich dort nicht oft sehen.

Dein SPIEGEL: Was sind eigentlich Boxenluder?

Vettel: Also, in der Formel 1 laufen sehr viele Menschen herum, natürlich auch viele Frauen. Manche von ihnen sind zum Arbeiten dort, manche zum Zuschauen und andere vielleicht, um dem einen oder anderen Fahrer schöne Augen zu machen. Die sind meistens jung und sehen gut aus - das sind dann Boxenluder. Wer viel feiert, mit Mädchen spricht und abends gern ausgeht, der kann seinen Spaß haben. Aber es ist nicht so wild, wie man oft hört. Man kann sich als Rennfahrer schon noch auf die Arbeit konzentrieren.

Das Interview führten Lennart und Constantin

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faustjucken_de 14.01.2010
1. Super-Interview
Besonders gut fand ich die Frage, wonach es in dem Rennwagen riecht. Absolut herrlich und interessant. Da wäre ich nie drauf gekommen. Mir geht jetzt schon ein Schauer über den Rücken, wenn ich mir vorstelle, dass in der neuen Saison Schumacher und Vettel vorne in einer Reihe stehen.... boh, das wird geil.
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