Interview mit Oliver Bierhoff: Unser Ziel heisst: Finale

Oliver Bierhoff, 43, war mal einer der besten Stürmer Deutschlands. Er schoss bei der Europameisterschaft 1996 das entscheidende Tor. Nächstes Jahr fährt er wieder zu einer EM - diesmal als Manager der Nationalmannschaft. Die Kinderreporter Tom, 11, und Henri, 11, fragten ihn, worauf er sich am meisten freut und ob Deutschland den Titel holt.

Dein SPIEGEL: Woran denken Sie als Erstes, wenn Sie "Europameisterschaft" hören - an 2012 oder an 1996?

Bierhoff: Natürlich denke ich gern an 1996, und ich hoffe, auch manche Fans machen das ab und zu. Aber ich schaue nach vorn. Deshalb ist jetzt 2012 das große Thema.

Dein SPIEGEL: Juckt es manchmal in Ihren Füßen, wenn Sie die Nationalmannschaft spielen sehen?

Bierhoff: Ja, ich würde gern mal wieder selbst spielen. Die Stadien sind so schön, wir haben so tolle Spieler. Ich war ja Stürmer. Und wenn Mesut Özil oder Mario Götze einem die Bälle hinspielen, macht das sicher großen Spaß.

Dein SPIEGEL: Was machen Sie als Manager der Nationalmannschaft eigentlich genau?

Bierhoff: Man muss eine Menge organisieren: die Reisen zu den Länderspielen und die Mannschaftshotels für Welt- und Europameisterschaften. Dann kümmere ich mich um die Werbung. Wir haben viele Sponsoren. Wenn die zum Beispiel einen Werbespot mit den Spielern drehen möchten, organisiere ich das. Und dann gibt es noch die Presse: Bei der EM haben wir 250 Presseleute dabei. Die wollen Interviews haben.

Dein SPIEGEL: Könnte jeder ehemalige Fußballer Ihren Job machen?

Bierhoff: Theoretisch schon. Aber man muss die organisatorischen Dinge, für die ich zuständig bin, auch mögen. Ich habe außerdem ein Studium abgeschlossen, Betriebswirtschaft. Das hilft bei der Arbeit.

Dein SPIEGEL: Wenn es zwischen Trainer und Spielern Streit gibt, vermitteln Sie dann?

Bierhoff: Ja, wenn das mal vorkommt, versuche ich es. Ich verstehe mich ziemlich gut mit den Spielern, und ich glaube, sie vertrauen mir und hören auf mich. Aus den Trainer-Entscheidungen halte ich mich raus. Wenn einer ausgewechselt wird und deshalb sauer ist, müssen die Trainer das regeln.

Dein SPIEGEL: Sind Sie mit Bundestrainer Jogi Löw befreundet?

Bierhoff: Ja, so könnte man das nennen. Wir sind zwar keine Jugendfreunde, aber wir verbringen sehr viel Zeit miteinander, allein schon 80 bis 90 Tage jedes Jahr durch die Länderspielreisen. Aber ich habe auch zwei sehr enge Freunde von früher, die nichts mit Fußball zu tun haben. Das ist mir wichtig.

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1.
puter73 11.11.2011
Bierhoff war ein nur durchschnittlicher Fußballer, aber immer schon ein cleverer Geschäftsmann. Angeblich soll er 1,2 Mios als Manager verdienen. Ich bitte um Erklärung wofür? Was leistet dieser Mensch beim DFB? Ich kann mich noch erinnern, dass er kurz nach Amtsantritt auf eine Frage, was seine Hauptaufgabe sei, antwortete: "Die Verbindung zu den Bundesligavereinen halten". Toller Job, Supergehalt für diese wirklich anstrengende Tätigkeit! Jetzt bitte nicht wieder die Neidkeule schwingen, ich sehe nur eine Diskrepanz zwischen Leistung u. Entlohnung. PS: Es gibt halt fantastische Jobs, auch im Sportbereich, wo sich ein Normalo nur noch wundern kann. Immer daran denken: Leistung muss sich lohnen, denkt eine Volzeitkraft, die bei 200 Stunden monatlich vielleicht 1 000 Euro netto hat!
2. Absolut richtig!
doc 123 11.11.2011
Zitat von puter73Bierhoff war ein nur durchschnittlicher Fußballer, aber immer schon ein cleverer Geschäftsmann. Angeblich soll er 1,2 Mios als Manager verdienen. Ich bitte um Erklärung wofür? Was leistet dieser Mensch beim DFB? Ich kann mich noch erinnern, dass er kurz nach Amtsantritt auf eine Frage, was seine Hauptaufgabe sei, antwortete: "Die Verbindung zu den Bundesligavereinen halten". Toller Job, Supergehalt für diese wirklich anstrengende Tätigkeit! Jetzt bitte nicht wieder die Neidkeule schwingen, ich sehe nur eine Diskrepanz zwischen Leistung u. Entlohnung. PS: Es gibt halt fantastische Jobs, auch im Sportbereich, wo sich ein Normalo nur noch wundern kann. Immer daran denken: Leistung muss sich lohnen, denkt eine Volzeitkraft, die bei 200 Stunden monatlich vielleicht 1 000 Euro netto hat!
Genau die gleiche Frage stelle ich mir immer wieder, wenn ich dessen "Fratze" im TV auftauchen sehe. Dieser Typ ist das Paradebeispiel der Verhöhnung des "normale" arbeitenden Menschen, der für einen geringen Stundenlohn seine Arbeit erbringen muss. Kann man wenigstens nicht dafür sorgen, dass dieser Typ zumindest nicht mehr im TV auftritt!
3.
mihairo 13.11.2011
[QUOTE=puter73;9112959 PS: Es gibt halt fantastische Jobs, auch im Sportbereich, wo sich ein Normalo nur noch wundern kann. Immer daran denken: Leistung muss sich lohnen, denkt eine Volzeitkraft, die bei 200 Stunden monatlich vielleicht 1 000 Euro netto hat![/QUOTE] Vielleicht irgendwas falsch gemacht? Bei Std. nur 1000 Euro?
4. Soso...
Gluon 14.11.2011
... keine Neid-Debatte also. Aber alle anderen in diesem Lande, die ähnlich entlohnt werden wie Herr Bierhoff erhalten dies leistungsgerecht. Oder wie? Wer von Ihnen würde den Job für dieses Gehalt denn ablehnen? Und wer würde es dann besser machen? Profitieren die jungen Spieler nicht vielleicht doch von einem erfolgreichen Ex-Profi?
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DFB-Manager Bierhoff: "Dreckig gemacht habe ich mich nie"

Zur Person
ddp
Oliver Bierhoff, 43, ist seit 2004 Manager der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Von 1986 bis 2003 spielte er als Profi in Deutschland, Österreich, Italien und Monaco, darunter drei Jahre beim AC Mailand. In 70 Länderspielen erzielte der Mittelstürmer 37 Tore, 1996 schoss er mit seinem "Golden Goal" die deutsche Elf zum Europameistertitel. Während seiner Laufbahn absolvierte Bierhoff an der Fernuni Hagen ein Studium der Betriebswirtschaftslehre, das er 2002 abschloss. Thema der Diplomarbeit: "Die Bestimmung des Platzierungspreises von Aktien im Vorfeld einer Börseneinführung".

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