Propagandafotografie TASS war die Wahrheit

Propagandafotografie: TASS war die Wahrheit Fotos
TASS

Zaren-Skelette, Kosmonauten, sowjetische Prunkbauten: Die Bilder der staatlichen russischen Nachrichtenagentur TASS sind einzigartige Geschichtsdokumente - und stets mit einer Prise Regierungsideologie gewürzt. Ein Bildband zeigt die besten Fotos der ersten 100 Jahre. Von

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Von den russischen Arbeiteraufständen 1905 bis zur umstrittenen Putin-Wahl 2007 - immer waren die Fotografen der staatlichen Nachrichtenagentur TASS zur Stelle, um die Geschichte Russlands in Bildern festzuhalten. So festzuhalten, dass die Regierung in einem guten Licht dasteht, wohlgemerkt. Doch gerade die Selbstinszenierungen der Mächtigen - vom berühmten Bild des Pfeife rauchenden Stalin bis zu Putin im Judo-Anzug - machen die Bilder zu einzigartigen Zeitdokumenten russischer Staats-Propaganda.

Zar Nikolaus II. gründete die Nachrichtenagentur im Jahr 1904 unter dem Namen Sankt Petersburger Telegrafen-Agentur (SPTA). Von 1925 bis 1991 zeigte die Agentur unter dem Namen TASS ("Telegrafenagentur der Sowjetunion") häufig ein idealisiertes Land, wie es sich auf der internationalen Bühne präsentieren wollte: heldenhafte, arbeitsbeflissene Bürger, hübsche staatstreue Kinder und eifrige Studenten, die kommunistische Standardwerke büffeln. Seit 1992 nennt sich die Agentur ITAR-TASS.

"Die Bilder in den Schubladen der Schränke (im Moskauer Hauptsitz der Agentur, Anm. d. Red.) stellen das Leben eines Volkes dar - lebendig und verblichen, mächtig und prosaisch, in Serien und als Fragmente", schreibt Herausgeber Peter Radetzky in der Einleitung des soeben erschienenen Buches "Russland und die Sowjetunion - ein Jahrhundert in Fotografien der Nachrichtenagentur TASS".

Viele der Fotos schlummerten lange Zeit in Archiven, manche wurden nie in Deutschland gezeigt. einestages zeigt eine Auswahl der besten Bilder.

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