AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 16/1999

Kriegstagebuch aus Belgrad (1999) "Doch wir halten durch"

Als die Nato 1999 Jugoslawien bombardierte, harrte SPIEGEL-Korrespondentin Renate Flottau in Belgrad aus und schrieb ihr Kriegstagebuch. Eine preisgekrönte Reportage, wiederentdeckt zum 70. SPIEGEL-Geburtstag.

Brennende Raffinerie (18. April 1999): Was will der Westen wirklich?
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Brennende Raffinerie (18. April 1999): Was will der Westen wirklich?


Dies ist der erste Teil einer zehnteiligen Reportage, die im SPIEGEL (Ausgabe 16/1999) erschien und im Jahr 2000 mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis ausgezeichnet wurde.

MONTAG, 12. APRIL 1999

Es ist orthodoxes Ostern, und ich bin wieder in Belgrad. Das jugoslawische Parlament beschließt den Beitritt zur Russisch-Belorussischen Union, die Staatsmedien prangern die nächtlichen Nato-Angriffe als "barbarische Freveltatgegenüber der Christenheit" an. Die Belgrader suchen den Krieg zu verdrängen und schlendern durch ihre Fußgängerzone Knez Mihajlova. Die gleicht einer Kombination aus Flohmarkt und Clinton-Horror-Show.

Auf kleinen Tischen werden Steckbriefe mit obszönen Texten und Fotomontagen vom "Führer Clinton" feilgeboten. Das "C" als Hakenkreuz geschrieben. Auch eine Todesanzeige ist im Sortiment: "Verreckt, weil ihm das Hirn über die Genitalien ausgesogen wurde".

Ein Kriegsinvalide bläst, vom Sliwowitz sichtlich ermutigt, auf einer Flöte. Kriegssouvenirs sind der Verkaufsschlager: T-Shirts mit der Aufschrift "Target", Anstecker mit Flüchen auf den Westen und Nato-Schmähungen. Gleichwohl wird in einem Café bayerisches Bier ausgeschenkt und genossen. Dicht gedrängt sitzen die Menschen vor vollen Krügen. Kaum ein Spaziergänger wirft noch einen Blick auf die verwüstete Geschäftsstelle der Air France oder das deutsche Goethe-Institut mit seinen eingeschlagenen Scheiben und geplünderten Buchregalen. Eine moralisch gerechtfertigte Revanche für die Nato-Luftangriffe, glauben die meisten. Auch die deutsche Botschaft bekam den Volkszorn zu spüren.

Hauptattraktion sind die Veranstaltungen auf dem Platz der Republik. Dort heizen seit Tagen Gesinnungsserben wie der französische Philosoph Daniel Schiffer, russische Poeten oder ein Kosaken-Chor die patriotische Stimmung an.

Fast grotesk wirken dabei die hochschwingenden Hände der Schaulustigen mit den drei gespreizten Fingern, ursprünglich ein Symbol der dreimonatigen Demonstrationen der serbischen Opposition gegen Milosevic im Winter 1996/97. Das Bündnis zwischen Vuk Draskovic (Serbische Erneuerungsbewegung SPO), Zoran Djindjic (Demokratische Partei) und Vesna Pesic (Bürgerallianz) sollte damals Serbien in eine demokratische Zukunft führen. Heute ist davon keine Rede mehr.

Die Band auf dem Podium hat in Eile neue Texte einstudiert. Einer davon lautet: "Die ganze Welt haßt uns Serben, doch wir halten durch. Eines Tages werden die im Westenbegreifen, wer wir Serben sind.

"Die Fernsehnachrichten am Abend unterschlagen weiterhin Bilder vom albanischen Flüchtlingselend. Doch es gibt andere grauenvolle Kriegsszenen: Die Nato hat den internationalen Zug 393 von Belgrad nach Thessaloniki bombardiert. Die meisten der mindestens zehn Toten, darunter ein Kind, sind bis zur Unkenntlichkeit verkohlt. Vor dem SPIEGEL-Büro im Wohnviertel Dedinje steht seit Mittag ein dunkler Peugeot. Darin sitzen zwei Männer des Staatssicherheitsdienstes. Sie bemühen sich überhaupt nicht, meine Observierung zu verbergen. Eine serbische Familie ist bereit, mir kurzfristig ein Ausweichquartier zu vermieten.

DIENSTAG, 13. APRIL

"Wagt ihr euch auf die Beerdigung von Curuvija?" fragt im Parteibüro der oppositionellen Bürgerallianz einer die Anwesenden. "Es könnte Provokationen geben." Slavko Curuvija, 50, Herausgeber und Chefredakteur der als "staatsfeindlich" gebrandmarkten Zeitung "Dnevni Telegraf", war am Sonntag von zwei maskierten Männern vor seiner Wohnung erschossen worden. Die Angst ergreift Intellektuelle, Journalisten und die wenigen verbliebenen Regimegegner.

Die neuerlassenen Kriegsgesetze liefern jeden Bürger hilflos staatlicher Willkür aus. Hausdurchsuchungen können ohne richterliche Anordnung durchgeführt, Verdächtige 60 Tage und länger ohne Prozeß weggesperrt werden.

Brückenbesetzer in Belgrad (13. April 1999): Von historischen Heldentagen möchte hier keiner etwas hören
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Brückenbesetzer in Belgrad (13. April 1999): Von historischen Heldentagen möchte hier keiner etwas hören

Professor Vojin Dimitrijevic vom Präsidium der Bürgerallianz ist über die westliche Fehleinschätzung entsetzt: "Jeder von uns wußte, daß Milosevic die Verträge von Rambouillet nicht akzeptieren konnte. Es wäre das absolute Ende seiner Herrschaft gewesen." Doch was will der Westen wirklich, fragt er verbittert ­ nachdem niemand dort in den vergangenen Jahren ernsthaft die Belgrader Opposition unterstützte? "Wir wurden in den Nebenräumen zusammengetrieben, während die Staatschefs mit Milosevic parlierten.

"Natasa Kandic, Vorsitzende des Helsinki-Menschenrechtskomitees in Serbien, irrt seit Tagen in Belgrad umher. Sie schläft bei Freunden und besteht darauf, daß wir uns in einem belebten Café treffen. Jeden Tag, sagt die selbst bei den Kosovo-Albanern hochgeschätzte Serbin, rechne sie mit der Zerstörung ihres Büros in Belgrad und der Beschlagnahme ihrer Dokumente.

17 Uhr. Kaffee-Termin mit Serbiens bekanntestem Romancier, Dobrica Cosic, von 1992 bis 1993 jugoslawischer Staatspräsident von Milosevics Gnaden. Cosic kann sich kaum bewegen, leidet seit Tagen unter einem schmerzhaften Hexenschuß. Doch in den Apotheken gibt es keine Schmerzmittel mehr.

Die Nato-Bombardements hätten die Demokratie in Serbien um mindestens zehn Jahre zurückgeworfen, klagt der Autor zahlreicher historischer Romane ("Die Sonne ist fern"). Die sinnlosen Zerstörungen, unter anderem von historischen Brücken, hätten dazu geführt, daß er heute wieder hinter seinem Präsidenten stehe, "obwohl mich nichts mit ihm verbindet". Der Westen, so Cosic, habe die "Einigung aller Serben mit Milosevic erzwungen". Der Alt-Politiker sieht nur in einer Teilung des Kosovo eine dauerhafte Lösung der Krise.

Serbische Flakgeschosse über Belgrad (27. Mai 1999): Sie stürmen begeistert aus den Schutzkellern, bestaunen das Feuerwerk und klatschen Beifall
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Serbische Flakgeschosse über Belgrad (27. Mai 1999): Sie stürmen begeistert aus den Schutzkellern, bestaunen das Feuerwerk und klatschen Beifall

Auf dem Rückweg heulen bereits die Sirenen. Luftalarm. Einige Menschen laufen zur nahen Schule, um in deren Keller Schutz zu suchen. Eine junge Frau, die sich aus Angst mit ihrem zweijährigen Kind fast jede Nacht in dem Gewölbe verkriecht, klagt über den dort praktizierten Egoismus. Einige Elitebürger hätten die wenigen Liegen mit ihrem eigenen Bettzeug versehen und reserviert. Selbst wenn sie dann in der Nacht überhaupt nicht kämen, wagten die anderen die Schlafstellen nicht zu benutzen.

Gegen Mitternacht fliegt die Nato ihre ersten Angriffe in unmittelbarer Nähe meiner Wohnung. Die jugoslawische Armee feuert aus den Kasernen mit Luftabwehrraketen zurück. Als diese wie rote Sternschnuppen in die Luft zischen, ein Geschoß nach dem anderen, minutenlang, stürmen die Serben plötzlich begeistert aus ihren Schutzkellern, bestaunen das Feuerwerk und klatschen Beifall. Serbien -­ absurd.

Im übrigen: Ich schlafe wieder zu Hause. Meine serbischen Gastgeber sind in Panik geraten. Sie haben mich nach zwölf Stunden wieder aus der Wohnung geworfen. Natürlich ahne ich, daß die Polizei einen Racheakt wegen der Veröffentlichung meines Tagebuchs vom Aufenthalt beim Albaner-Führer Rugova in Pristina vorbereitet. Nur welchen?

MITTWOCH, 14. APRIL

Radio und Fernsehen berichten ausführlich über die Nato-Schläge und -Fehlschläge der vergangenen Nacht. "In der Hölle", notiert die amtliche "Politika Ekspres", müsse es derzeit relativ ruhig sein, "schließlich sind alle Teufel bei der Nato".

"Die bomben nicht gegen Milosevic, sondern gegen unsere Kinder", empört sich Nebojsa Covic, von 1994 bis 1996 Belgrader Bürgermeister und danach wegen Liebäugelei mit der Opposition aus der regierenden Sozialistischen Partei geworfen. Covic ist sauer auf CNN. Der US-Newssender habe berichtet, der als Kriegsverbrecher gesuchte serbische General Ratko Mladic kommandiere jetzt im Kosovo serbische Einheiten.

Doch Mladic lebt nur 300 Meter von Covics Haus entfernt. Er sehe ihn fast jeden Tag, obwohl sich der ehemalige Kommandeur der bosnischen Serben aus Krankheitsgründen kaum noch bewegen könne. Auch Covic spreche ich unter abenteuerlichen Umständen, mit Fahrerwechsel und einem telefonisch nicht definierten Treffpunkt.

Gegen 18 Uhr trifft der Entscheid der Landesführung ein, mich auszuweisen. Ich befinde mich gerade im Hyatt-Hotel in Belgrad. Eine Polizistin nimmt mir den Paß ab: "Sie müssen Serbien innerhalb von 24 Stunden verlassen", sagt sie.

Auf "Vertrauensbasis" werde ich bis zum Eintreffen eines Begleitteams und des Stempels, der meine Aufenthaltsgenehmigung im Paß ungültig machen soll, für zwei Stunden nach Hause entlassen. Dort kann ich zumindest den Tierarzt informieren und die Ausreisepapiere für meinen schwarzen Labrador Max bis zum nächsten Tag organisieren. Ich entschließe mich, nur mit Hund und Handtasche über die ungarische Grenze auszureisen.

  • Wie kam es zum Krieg im ehemaligen Jugoslawien? Welche Rolle spielte die politische Führung, welche die Friedensbewegung? Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Jugoslawien-Krieg finden Sie hier.

Zurück im Hotel, bittet mich ein höherer Polizeibeamter um Geduld. Es gebe erneut eine Kommunikation "mit ganz oben", ob eine solche Ausweisung zum augenblicklichen Zeitpunkt für das Land wirklich positiv wäre. Gegen 20.30 Uhr wird mir mein Paß mit einem freundlichen Lächeln wieder ausgehändigt. "Ich bringe Ihnen Glück", sagt die junge Polizistin, "Sie dürfen in unserem Land bleiben. "Wer denn die Begnadigung vorgenommen habe, frage ich. Da blicken alle nur nach oben an die Decke: Das wisse man doch...

Ich erreiche gerade noch rechtzeitig die nur wenige Minuten entfernte Brankov-Brücke über den Fluß Save, auf der die Bevölkerung seit Tagen einen "lebenden Schutzschild" gegen die Nato-Angriffe bildet. Der Autoverkehr ist bereits seit18 Uhr gestoppt. Um 20.45 Uhr ist wieder Luftalarm. Auf der Brücke ist das Happening in vollem Gange. Doch die tapferen Verteidiger sind beileibe nicht so zahlreich wie während der jüngsten Aufnahmen des Fernsehens. Es sind vielleicht 400. Eine Band rockt, vergebens versuchen ein paar Poeten, sich Gehör zu verschaffen. Die Jugendlichen wollen Musik hören, sogar Veteranen maulen, als einer der Redner sich brüstet: "Mein Sohn ist derzeit an der Front."

Belgrader Bürger zünden Kerzen auf der Branko-Brücke in Belgrad an, 9. April 1999
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Belgrader Bürger zünden Kerzen auf der Branko-Brücke in Belgrad an, 9. April 1999

"Unsere Söhne auch", rufen einige unwillig. Selbst von den historischen Heldentaten der Serben will an diesem Abend keiner etwas hören. Nur Musik -­ und das ohne patriotische Einlagen.

Einige geschäftstüchtige Hausfrauen verkaufen Bier und Cola. "Der Milosevic braucht sich nicht zu sorgen", sagt ein Jugendlicher, "der hat 60 Meter unter seiner Residenz einen bombensicheren Palast." Das Volk schützt immerhin seine Brücken. Doch um 21.45 Uhr ist auch dieser Heroismus beendet. Die Lichter werden abgeschaltet, die Sänger gehen nach Hause und mit ihnen die Brückenverteidiger. Nur noch ein paar Stadtstreicher hocken auf dem Gehweg entlang dem Geländer. Im Hintergrund liegt in schemenhaftem Licht der Hügel mit der Festung Kalemegdan.

Das Radio meldet, daß die Nato im Südwesten Kosovos eine Flüchtlingskolonne bombardiert habe. Ich kann es kaum fassen. Kurz nach zwei Uhr zittern unter den erneut anfliegenden Nato-Geschwadern auch bei mir Wände und Fenster. Es ist der bisher stärkste Angriff, offenbar auf Ziele in unmittelbarer Nähe. Ich verziehe mich vorsichtshalber unter den Türrahmen am Eingang, um bei einem Einschlag nicht unter den Mauern begraben zu werden. Man sollte die Treffsicherheit der Nato nicht überschätzen.

DONNERSTAG, 15. APRIL

Vuk Draskovic, der von Milosevic eingekaufte ehemalige SPO-Oppositionelle, jetzt Jugoslawiens Vizepremier, lehnt ein Gespräch mit dem SPIEGEL ab. Dafür ruft mich Ghani Krasniqi, ein mir bekannter UÇK-Kommandeur, über mein Mobiltelefon an. Noch immer ist er im Kosovo, bei Malisevo.

Er berichtet von einem unweit gelegenen Dorf, in welchem am 3. April 28 Einwohner liquidiert wurden. Von Massengräbern und Vergewaltigungslagern habe er nur über Dritte gehört. Doch die Serben hinterließen überall verkohlte Dörfer. Von 45 in seiner Nähe seien 35 total zerstört. Und in fast jedem Ort würden zwei oder drei Einwohner hingerichtet, manchmal sogar verbrannt. Über all die Greuel besitzt Krasniqi angeblich Filmmaterial und Fotos.

Dann verbindet er mich mit einem serbischen Soldaten, den die UÇK derzeit in Gefangenschaft hält. Der 22jährige Stanko Milankovic desertierte aus seiner Einheit, weil er, wie er am Telefon erzählt, die Greuel nicht mehr ertragen konnte. Allerdings behauptet er, sie würden nicht von der Armee vorgenommen. Er nennt noch die Telefonnummer seiner Familie und bittet, diese zu informieren.

FREITAG, 16. APRIL

Gibt es eine Chance für Frieden? Zoran Jeremic, bislang jugoslawischer Botschafter in Deutschland, besucht trotz aller Turbulenzen zwischen dem SPIEGEL und Belgrad mein Büro. Jeremic wurde nach Abbruch der diplomatischen Beziehungen nach Belgrad zurückgerufen. Er ist überzeugt, daß Deutschland diesen Krieg nicht wollte. "Die wurden von der Nato verheizt wie Kanonenfutter.

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Wiederentdeckt zum 70. SPIEGEL-Geburtstag: Preisgekrönte SPIEGEL-Reportagen

"In Bonn, erzählt Jeremic, sei er allerdings auf taube Ohren gestoßen, als er lange vor der Eskalation eindringlich darauf hinwies, daß Milosevic die Verträge von Rambouillet auch mit der Konsequenz folgender Nato-Luftschläge nicht akzeptieren könne. Jeremics Fazit: "Dann hätte sich Milosevic besser vorab selbst aufgehängt.

"Abgewiesen hat Milosevic indes einen Vermittlungsversuch des PDS-Fraktionsvorsitzenden Gregor Gysi, der bei seinem Besuch in Belgrad am 14. April die Stationierung einer Uno-Friedenstruppe im Kosovo vorschlug und sagte, Nato-Staaten könnten von der Mission ausgeschlossen werden.

War es nicht abstoßend, fragt Jeremic, wie sich Gysi für seinen Besuch in Belgrad vor dem Deutschen Bundestag rechtfertigen mußte?

insgesamt 4 Beiträge
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Fridolin Gaertner, 25.06.2017
1. Gefährlich subjektiver Bericht?
Mir kommt es merkwürdig vor, dass die Greueltaten, auf die die Redaktion zur weiteren Vertiefung des Themas mit einem im Artikel platzierten Link verweist, in diesem zeitgenössischen, NATO-kritischen Bericht so nebensächlich daherkommen. Die Zielsetzung der NATO war völlig unzweifelhaft, sie galt genau diesen "ethnischen Säuberungen", wie sie die Redaktion mit besagtem Link korrekt darlegt (es ist ein bis heute nicht aufgeklärter Skandal, dass es in Deutschland Menschen gibt, die nicht die faktischen ethnischen Säuberungen selbst, sondern den diese bezeichnenden Begriff als Unwort des Jahres skandalisierten - das ist eine typisch deutsche linksideologische Antihumanität). Die Berichterstatterin bewegt sich im Kriegs- und Herrschaftsgebiet des obersten Massakristen Milosevic und schildert das subjektive und von undifferenzierter Führertreue und Patriotismus geprägte Leben, gibt Fragen unkritisch wieder wie "Was will die NATO". Das Problem: Die Putinisten, die versuchen, den Postfaktizismus in der Welt zu verankern, sämtliche Massaker in der Ukraine, Syrien und anderswo, die Putin begeht, könne man diesem gar nicht zurechnen, weil die NATO an allem Schuld sei, werden jubeln, weil sie schon wieder gefüttert werden. Spon (und andere) sollten die zerstörerische Wirkung der Putin-Propaganda - und damit auch der Wiedergabe solcher Berichte - nicht unterschätzen. Die Mär von der völkerrechtswidrige Kriege führenden NATO sowie die anzustrebende Annäherung an das Regime des Gas- und Fassbombers in Moskau wurde auch heute schon wieder insinuiert - von Gas-Gerhard auf dem SPD-Parteitag. Diese Weltsicht hat Trump an die Macht gebracht, sie zerstört so langsam unsere Welt, zugunsten von Putin, Breitbart, IS & Co.
Andrea Jung-Grimm, 25.06.2017
2. Warum hat Frau Flottau...
nicht tagelang in Vukovar, Srebrenica oder eine andere von den Serben angegriffenen Stadt gesessen, statt über die Kriege im ehemaligen Jugoslawien aus dem doch so sicheren Belgrad zu berichten?
Ivica Markovic, 26.06.2017
3.
Ich habe damals bei den kroatischen Truppen gekämpft. Ich hätte vorher nie gedacht, was für eine Hölle auf Erden Krieg ist. Obwohl wir Feinde waren, tut es mir auch für die unschuldigen Serben leider, die einfach so von der NATO bombardiert wurden.
Daniel Rac, 26.06.2017
4.
Wer nicht aus Ex-Jugoslawien stammt, der sollte sich eigentlich nicht in die Schuldfrage einmischen. Schuld waren alle zusammen und das dumme Volk glaubt, wie hier übrigens, dass wenn der richtige an der Macht ist die Taschen voller Geld sind. So hat jeder der Völker im damaligen Jugoslawien nazionalisten gewählt. Was mich aber mehr interessiert ist die Tatsache, dass damals die Grünen an der Macht waren, es gab sogar einen Grünen Außenminister. Wo sind damals die Sprüche geblieben, stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin oder Frieden schaffen ohne Waffen. Es wurden Raffinerien zerbombt mit einem Ökologischem Schaden der nie wieder gut zumachen ist. Alle Autofahrer in Europa zusammen können die nächsten Million Jahre ohne Sorge autofahren und würden die Umwelt nicht so schädigen. Die Grünen hätten den Koalitionsvertrag damals unter diesen Gesichtspunkten kündigen können, sind aber ebenso Machtgeil wie alle anderen auch wie ein gewisser Herr der im Artikel erwähnt wurde.
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