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13. August 2013, 20:18 Uhr

Bizarre Massentransportmittel

Ziemlich abgehoben

Von und

Waghalsige Erfinder wollten schon immer das Reisen revolutionieren. Linienbusse mit Billardsalon, Vakuumzeppeline und Raketen-U-Bahnen: einestages zeigt die irrsten Transport-Visionen.

Durch eine 600 Kilometer lange Röhre auf Stelzen will US-Ingenieur Elon Musk in naher Zukunft Reisende mit Überschallgeschwindigkeit von Los Angeles nach San Francisco schleudern. Und ganz egal, ob das jüngst angekündigte Hyperloop-Projekt des mit Versprechungen nicht geizenden Tesla-Firmenchefs nun wirklich je funktionieren wird oder nicht - Aufsehen hat es schon jetzt erregt. Ob sich die Kosten wirklich auf die angekündigten 7,5 Milliarden beschränken würden? Ach, egal. Wie viele Pendler sich tatsächlich freiwillig jeden Morgen für sündhaft teure Tickets wie Heringe in die Liegesitze des U-Boot-engen Geschosses zwängen würden? Wen interessiert's? Und ob das Ding, das mit 1220 Stundenkilometern durch ein enges Rohr schießt, wirklich so viel sicherer wäre als Züge oder Flugzeuge? Kann keiner absehen. Aber toll wär's schon.

Vielleicht schiebt Musks aberwitziger Entwurf unsere Skepsis deshalb so mühelos beiseite, weil die Zukunftsgläubigkeit zu den ureigensten menschlichen Eigenarten gehört - weil wir im Grunde unseres Herzens wollen, dass der Fortschritt nicht aufzuhalten ist. Ganz gleich, in welch absurder Gestalt er daherkommt.

Musks stromlinienförmige Hyperloop-Kapseln, die auf einem Luftkissen wie bemannte Rohrpostbüchsen zwischen den kalifornischen Metropolen hin- und hersausen sollen, wirken wie einem Science-Fiction-Film entsprungen. Was aber, wenn es tatsächlich möglich wäre, in einem futuristischen Sci-Fi-Pendlerzug in einer halben Stunde von Los Angeles nach San Francisco zu fahren? In drei Stunden von dort weiter nach New York? Oder in viereinhalb Stunden von New York durch eine Unterwasserröhre nach London? Eine faszinierende Vorstellung von der Zukunft.

Doch so hypermodern die Vision auch scheinen mag, mit der der US-Unternehmer nichts Geringeres als eine Transportmittelrevolution anzetteln will: Tatsächlich ist Elon Musk beileibe nicht der erste, der verspricht, mit einer ungewöhnlichen Idee den Transport von Menschen zu revolutionieren.

Schon 1930 stellte die Zeitschrift "Modern Mechanix" ein nicht minder ungewöhnliches neues Verkehrsmittel für US-Inlandsreisen vor: Das Konzept für einen häuserblockhohen Überlandbus mit Route New York - San Francisco, ausgestattet mit Billiardsälen, Schwimmbad und Flugzeugen für Tagesausflüge auf dem Busdach. Natürlich war die Idee völlig aberwitzig - und doch verlockend.

Die Grenzen zwischen Fiktion und Wissenschaft liegen mitunter nah beieinander. So war es ausgerechnet der Schriftsteller Michel Verne, Sohn von Jules Verne, der 1888 in seiner Geschichte "Un express de l'avenir" eine Idee skizzierte, die bis heute diskutiert wird: Ein transatlantischer Tunnel, der Nordamerika und Europa verbindet. Etliche Vorschläge zur Umsetzung des rund 5000 Kilometer langen Bauwerks wurden bereits vorgelegt: Einige mit Tunnelröhren auf dem Meeresgrund, andere mit im Erdreich versenkten Transportröhren. Manche basierten auf der Idee, im Inneren der Röhren ein Vakuum zu erzeugen, durch das eine Fahrgastkapsel mühelos gleiten könne. Wieder andere schlugen düsengetriebene Hochgeschwindigkeitszüge vor. Eines jedoch hatten alle Vorschläge gemeinsam: So spannend sie auch klangen - sie waren vollkommen unmöglich zu realisieren.

Erfinder hat dies aber wohl zu keiner Zeit davon abgehalten, bis heute unzählige absurde Massentransportmittel zu entwerfen, die nicht minder visionär waren als Elon Musks Hyperloop - und mindestens ebenso unterhaltsam.

einestages zeigt die abstrusesten, genialsten und abwegigsten Massenverkehrsmittel der Geschichte - vom elefantengetriebenen Heißluftballon bis zum Einrad-Linienbus.

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