Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Amazonas-Expedition 1935 Nazis im Dschungel-Camp

Amazonas-Expedition 1935: Nazis im Dschungel-Camp Fotos

Eine Nazi-Kolonie im Amazonas-Dschungel? 1935 brachen deutsche Forscher zu einer Expedition in Brasiliens Urwälder auf - und entwickelten den Plan, mit einem NS-Expeditionskorps ein "Deutsch-Guayana" zu erobern. Bis heute finden sich im Dschungel Relikte der braunen Entdecker. Von

Tief im Dschungel des brasilianischen Amazonasgebiets, auf einer Flussinsel des Rio Jary, steht ein etwa drei Meter hohes Holzkreuz. Es trägt die Inschrift: "Joseph Greiner starb hier am 2.1.1936 den Fiebertod im Dienste deutscher Forschungsarbeit". Über dem Namen deutlich sichtbar eingraviert: ein Hakenkreuz.

Motorboote bringen heute Ausflügler und Touristen in zwei Stunden von Laranjal do Jari, einem Goldgräberkaff am Oberlauf des Rio Jary, zu dem "Nazi-Friedhof", wie Anwohner die Stelle nennen. Greiners Kreuz überragt die vielen einfachen Gräber der Joãos und Josés aus dem nahen Dorf Santo Antonio, die hier bestattet wurden. Das Grab ist eine lokale Touristenattraktion, aber niemand in der Gegend kennt seine Geschichte.

Keiner weiß, wer das Ziegeldach über dem Kreuz errichtet hat; niemand erinnert sich, wer die weiße Tafel mit dem Hakenkreuz, die auf historischen Fotos zu sehen ist, gegen eine Gravur ausgetauscht hat. Wilde Legenden ranken sich um das geheimnisvolle Grab, das inzwischen sogar seinen Weg in verwackelte Videos auf YouTube gefunden hat. "Hitler war hier", beteuert der Dorflehrer von Santo Antonio mit tiefernster Miene.

Gedankenspiele in heißen Dschungelnächten

Dabei ist die Geschichte des Grabs gut dokumentiert. In den Archiven des brasilianischen Außenministeriums und des Nationalmuseums in Rio de Janeiro lagern Dutzende Dokumente, die über Joseph Greiners Schicksal Auskunft geben. An den Amazonas kam er 1935 mit der Deutschen Jary-Expedition, die bis 1937 die abgelegene Region erkundete; vermutlich starb er an Gelbfieber oder Malaria. Seine Expeditionskameraden setzten an seinem Grab am Ufer des Flusses das Kreuz, das dort bis heute steht.

Die Expedition, die Greiner das Leben kostete, ist eines der seltsamsten Kapitel aus der Ära des Nationalsozialismus. 17 Monate lang erkundeten drei Deutsche unter Leitung des Berliner Abenteurers, Tierfängers und Zoologen Otto Schulz-Kampfhenkel mit Dutzenden Hilfsarbeitern und Indianern die abgelegene Gegend an der Grenze zu Französisch-Guayana. Im Auftrag des Kaiser-Wilhelm-Instituts jagten sie seltene Urwaldtiere für Berliner Museen, sie entdeckten neue Flüsse und besuchten isolierte Indianerstämme. Als erste Wissenschaftler testeten sie ein Wasserflugzeug auf dem Amazonas.

Während der endlosen, heißen Dschungelnächte entwarf Schulz-Kampfhenkel gemeinsam mit seinem Freund und Begleiter Gerd Kahle einen aberwitzigen Plan: die Eroberung Französisch-Guayanas sowie der benachbarten britischen und holländischen Kolonien (heute Guayana beziehungsweise Surinam) für das Dritte Reich. Ein deutsches Expeditionskorps sollte in Brasilien landen und mit Hilfe der dort ansässigen Indianer durch den Dschungel nach Cayenne vorstoßen, der Hauptstadt Französisch-Guayanas.

Irrer Traum von einer "tropischen Ausbeutungskolonie"

Nach seiner Rückkehr aus dem Dschungel unterbreitete Schulz-Kampfhenkel, der inzwischen als Untersturmführer der SS angehörte, sein hochgeheimes "Guayana-Projekt" im April 1940 Heinrich Himmler, dem "Reichsführer SS". "Die beiden größten bevölkerungsarmen und hervorragend nutzbaren Reserveräume der Erde sind Sibirien und Südamerika", schrieb er an Himmler. "Sie allein kommen als großräumige Einwanderungs- und Siedlungsländer für ein nordisches Herrenvolk in Betracht." Da Sibirien China anheim zu fallen drohe, werde es "als siedlungspolitisches koloniales Expansionsgebiet für Deutschland verschlossen bleiben".

Es bleibe also nur Südamerika als Siedlungsgebiet für das "Volk ohne Raum", folgerte Schulz-Kampfhenkel: Bei wachsender Bevölkerungszahl der Erde dürfe ein "derart naturbegünstigter, dabei unterbevölkerter", aber "für die höheren weißen Völker hervorragend bewohnbarer" Landstrich und "hervorragend als tropische Ausbeutungskolonie nutzbarer Erdteil" nicht im Besitz der "rassisch wie zivilisatorisch an Deutschland oder England messen geradezu unterwertigen Völker bleiben, die ihn heute beherrschen ohne ihn zu erfüllen". Ohnehin würden in Südamerika bereits "über 1 Million Deutsche in geschlossenen Siedlungsgebieten leben".

Ein deutscher Brückenkopf in Südamerika würde auch dem Einfluss der USA in der Region entgegenwirken, so der selbsternannte Geostratege: "Aus diesen Gründen halte ich es angesichts des kategorischen Imperativs des Weltmachtsanspruchs des fähigsten Volkes, das heißt der unter Deutschlands Führung geeinten höheren Rassen Europas, für ein zwingendes Gebot, rechtzeitig auf der westlichen Halbkugel Fuß zu fassen."

Amazonas-Fahrt unter Hakenkreuz-Flagge

Schulz-Kampfhenkel war Student und keine 24 Jahre alt, als er gemeinsam mit Gerd Kahle, einem erfahrenen Kampfflieger, und dem Mechaniker Gerhard Krause nach Brasilien aufbrach. Er stammte aus einer gutbürgerlichen Berliner Familie, schon als Jugendlicher sammelte er Spinnen, Lurche und anderes Getier für seine Terrarien. Er studierte Biologie in Berlin und Freiburg. Fernweh trieb ihn um, im Alter von 21 Jahren brach er zu seiner ersten Expedition nach Afrika auf: In Liberia fing er für den Berliner Zoo ein Zwerg-Flusspferd und diverse andere exotische Kreaturen. Über sein Abenteuer verfasste er ein Buch, das rasch zum Bestseller wurde.

Nach diesem Erfolg schmiedete er Pläne für eine große Amazonas-Expedition. Bei Regierungsstellen, Firmen und Museen in Berlin warb er für sein Projekt. Er plante ein Buch und einen großen Dokumentarfilm über die Expedition, zahlreiche bekannte deutsche Firmen unterstützten das Vorhaben mit Geld und Ausrüstung. Herrmann Görings Luftfahrtministerium schwatzte Schulz-Kampfhenkel ein nagelneues Wasserflugzeug vom Typ Heinkel "Seekadett" ab, mit dem er die Urwälder am Unterlauf des Jary erkunden wollte. Das war allerdings nur ein Teil der Wahrheit: Am Jary entwickelte Schulz-Kampfhenkel eine neue Methode zur Luftbildauswertung, die er während des Kriegs für militärische Zwecke verfeinerte.

Im Jahr 1934 war der ehrgeizige Forscher in die NSDAP eingetreten. Auf die Heckflosse des "Seekadetts" pinselte er das Hakenkreuz; auch auf den Booten, mit denen die Wissenschaftler den Jary hinauffuhren, hissten sie neben der brasilianischen Fahne die Nazi-Flagge - als ob die Indios mit dem Zeichen etwas anfangen könnten.

Ein Indio namens "Winnetou"

Mit sechs Booten und etwa hundert Zentnern Gepäck brach Schulz-Kampfhenkels Truppe im Herbst 1935 vom Basislager am Wasserfall Santo Antonio in Richtung Französisch-Guayana auf. Doch das waghalsige Unternehmen stand unter keinem guten Stern: Der Doppeldecker ging bereits nach wenigen Wochen zu Bruch, als er beim Start auf dem Amazonas mit Treibholz kollidierte und kenterte. Bewohner eines nahen Dorfes retteten Schulz-Kampfhenkel und Krause das Leben. Die Deutschen ließen das Wrack verpacken und per Dampfer nach Deutschland zurückschicken.

Dutzende Male mussten die Deutschen ihre schweren Boote entladen und samt Gepäck durch den Dschungel ziehen, um die unzähligen Stromschnellen am Oberlauf des Rio Jary zu umgehen. Einmal erlitt Schulz-Kampfhenkel in einer Stromschnelle Schiffbruch, sein Boot samt Ausrüstung, Film- und Fotomaterial sank. Er selbst überlebte mehrere Tage lang wie ein Einsiedler im Dschungel, bis seine Kameraden ihn einsammelten. Alle drei erkrankten an Malaria, Schulz-Kampfhenkel erlitt überdies eine schwere Diphterie, die ihn fast das Leben gekostet hätte, doch nur Vorarbeiter Greiner starb den "Fiebertod".

Expeditionsleiter Schulz-Kampfhenkel war von Anfang an klar, dass sich der Vorstoß an die Grenze zu Französisch-Guayana nur mit Hilfe der Indianer verwirklichen ließe, die den Urwald und seine Flüsse kannten. Er hatte Glück: Ein Indio vom Stamm der Aparaí bot sich als Führer an, er lotste Schulz-Kampfhenkel bis zu den Pfahlbau-Indianern im äußersten Norden Brasiliens. Der Karl-May-Fan nannte seinen treuen Begleiter prompt "Winnetou".

Keine Landser im Regenwald

Im Mai 1937 kehrte der junge Forscher mit Tausenden Tierschädeln, Indianerschmuck und -werkzeugen sowie einem Gummisack voller Filme nach Deutschland zurück. In mehreren Städten stellte er seine Exponate aus; im Naturkundemuseum der Berliner Humboldt-Universität lassen sich noch heute einige Affenschädel aus der "Sammlung Schulz-Kampfhenkel" bewundern. Sein Expeditionsbericht "Rätsel der Urwaldhölle" erschien 1938 als Buch, die Ufa lancierte seinen gleichnamigen 90-minütigen "Großfilm deutscher Forschung", der wochenlang in Kinos von Flensburg bis München lief.

Vom "Guayana-Projekt" war natürlich weder im Buch noch im Film die Rede - das war Geheimsache. Um seine Irrsinnsidee voranzutreiben, hatte der umtriebige Zoologe inzwischen eine Gruppe Gleichgesinnter um sich geschart, die er "Forschungsgruppe Schulz-Kampfhenkel" taufte. Er ließ die Organisation sogar ins Berliner Vereinsregister eintragen, aber die NS-Führung gliederte die Truppe in die SS ein, Schulz-Kampfhenkel selbst wurde zum Untersturmführer ernannt.

Am liebsten wäre der braune Visionär an der Spitze einer deutschen Elitetruppe sofort zur Eroberung Französisch-Guayanas aufgebrochen. Doch bei Himmler stieß das Projekt nur auf mäßiges Interesse. Er ließ Schulz-Kampfhenkel ausrichten, den Plan "zu gegebener Zeit" wieder vorzulegen. Für die Nazi-Führung gab es wichtigere Projekte, außerdem wurde Französisch-Guayana von dem Nazi-hörigen Vichy-Regime regiert - deutsche U-Boote, die in der Karibik und vor der Küste Südamerikas Jagd auf alliierte Frachtschiffe machten, konnten Französisch-Guayana problemlos als Versorgungsstützpunkt nutzen. Ein Eroberungsfeldzug schien nicht nötig, und den Indios vom Rio Jary blieb der Anblick deutscher Landser im brasilianischen Urwald erspart.

Geheimkommando in Afrika

Tausendsassa Schulz-Kampfhenkel ließ sich nicht entmutigen, er hatte weitere Projekte. Er galt inzwischen auch als Spezialist für Luftbildauswertung, und Hermann Göring entsandte ihn nach Nordafrika, wo seine in "Forschungsstaffel" umbenannte Wissenschaftlertruppe in das geheime Kommandounternehmen "Dora" eingegliedert wurde. Die Forscher überflogen und fotografierten die libysche Wüste, testeten neue Flugzeuge und einen von VW entwickelten neuen Kübelwagen. Admiral Wilhelm Canaris, der Chef der deutschen Auslandsabwehr, herausfinden wollte, ob feindliche Truppen vom Süden zum Mittelmeer vorstoßen könnten.

Doch 1943 wurde Schulz-Kampfhenkel nach Deutschland zurückgeholt, die Forschungsstaffel widmete sich jetzt der Luftaufklärung in Osteuropa, Griechenland und dem Baltikum. Nach Kriegsende verhafteten ihn die Amerikaner und internierten ihn in einem Kriegsgefangenenlager bei Salzburg. Im Verhör durch amerikanische Sicherheitsoffiziere bot Schulz-Kampfhenkel sofort an, seine Forschungsarbeit in den Dienst der Amerikaner zu stellen - das geht aus Geheimdokumenten des FBI hervor, die im National Archive in Washington lagern und erst 2006 freigegeben wurden.

Doch die Amerikaner hatten keine Verwendung für ihn, Schulz-Kampfhenkel wurde entlassen und später entnazifiziert. 1956 erschien sein Expeditionsbericht "Rätsel der Urwaldhölle" in einer entnazifizierten Version. Einen Großteil seiner geretteten Filmaufnahmen von der Jary-Expedition verarbeitete er zu kurzen Bildungsfilmen, die er, inzwischen in Hamburg ansässig, über sein Institut für Weltkunde in Bildung und Forschung vertrieb. Nebenher drehte er Naturfilme über das Wattenmeer und Dokumentationen über die Unabhängigkeitsbestrebungen in Westafrika.

Späte Ironie der Geschichte

Schulz-Kampfhenkel starb 1989. Kurz zuvor war er noch auf einem Amazonas-Symposion in Berlin aufgetreten. Vor Forscherkollegen schwärmte er: Er würde gern noch mal zu seinen Indianern in den Amazonasurwald zurückkehren. Die Gegend am Rio Jary, die Schulz-Kampfhenkel Mitte der dreißiger Jahre bereiste und die ihn zu seinem größenwahnsinnigen Projekt inspirierte, ist heute übrigens in deutschstämmiger Hand - eine späte Ironie der Geschichte.

Der Leiter des Nationalparks "Montanhas do Tumucumaque", dem größten tropischen Regenwald-Schutzgebiet der Welt, zu dem der Rio Jary gehört, ist der gebürtige Deutsche Christoph Jaster, der in Göttingen Forstwirtschaft studiert hat. Vor drei Jahren startete er zu einer Expedition auf den Spuren Schulz-Kampfhenkels. Tief im Dschungel entdeckte er eine Landmarke aus dem Jahr 1936 - sie ist neben Greiners Grab vermutlich das einzige Überbleibsel der Expedition, die einst den aberwitzigen Traum von einem deutschen Brückenkopf in Südamerika nährte.

Jens Glüsing ist Lateinamerika-Korrespondent des SPIEGEL und Autor des gerade erschienen Buches "Das Guayana-Projekt"

Zum Weiterlesen:

Jens Glüsing: "Das Guayana-Projekt. Ein deutsches Abenteuer am Amazonas". Chr. Links Verlag, Berlin 2008, 240 Seiten. 19,90 Euro.

Artikel bewerten
3.0 (270 Bewertungen)
Mehr zum Thema
Diesen Artikel...


Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 7 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
Frederico Füllgraf, 23.10.2008
Ich stehe mit meinem Team hier in Brasilien in der Vorproduktion zu einem filmischen Rekonstruktionsversuch der damaligen Guyana-Expedition, eine deutsch-brasilianische Koproduktion. Ich verfolge Herrn Glüsings Geschichte über Schulz-Kampfhenkel, er hat es offenbar irgendwo "rascheln" hören, aber das Ganze ist schlecht recherchiert. Zugegebenermassen war das Jari-Unternehmen das Produkt des jungen, aber immerhin von Göring stets protegierten Fliegermannes Schulz-Kampfhenkel. Etwas geduldigere und tiefer gehende Recherche hätte Herrn Glüsing und die Leser allerdings darauf gebracht, dass S.-Kampfhenkel während der Kriegszeit ja zum Vorsitzenden der Deutschen Geografischen Gesellschaft ernannt wurde und damit die Gesellschaft und die verbleibenden deutschen Geografen unter den aggressiven Militärkomplex der Nazis subsummiert hat. Auch hat Glüsing nicht die Verbidungen S.Kampfhenkels zur Organisation Gehlen untersucht. Frederico Füllgraf Brasilien
2.
Frederico Füllgraf, 24.10.2008
Ende 1944 teilte SCHMIEDER * den Beiratsmitgliedern der Gesellschaft mit, dass er den Leiter der Forschungsstaffel z.b.V. Oberleutnant SCHULZ-KAMPFHENKEL zum neuen Präsidenten der Gesellschaft bestimmt habe. Er begründete diesen Schritt damit, dass seine Hoffnungen hinsichtlich der Beteiligung der Geographie an kriegswichtigen Aufgaben nicht in Erfüllung gegangen seien, vielmehr andere "militärische Dienststellen, die der Kriegsführung die notwendigen geographischen Unterlagen zur Verfügung stellten", entstanden seien. Leiter einer dieser Dienststellen sei SCHULZ-KAMPFHENKEL, der zudem "schon am 2.5.43 als Beauftragter für Sonderaufgaben der erdkundlichen Forschung in den Reichsforschungsrat aufgenommen" worden sei (BÖHM 1991, 291). Mit dieser Aktion wurde die Deutsche Geographische Gesellschaft gegen Kriegsende über die Person SCHULZ-KAMPFHENKEL indirekt dem Reichssicherheitshauptamt unterstellt. (aus: MAGIE EINES KONSTRUKTES - Anmerkungen zu M. Fahlbusch: "Wissenschaft im Dienst der nationalsozialistischen Politik? Die >Volks-deutschen Forschungsgemeinschaften< von 1931-1945. Baden-Baden 1999" von Hans Böhm, Bonn -- in: Geographische Zeitschrift 88, Jg. 2000, S. 177-196) * Fussnote von mir /F.Füllgraf.: gemeint ist O.SCHMIEDER, NS-Geograf und Mitherausgeber von Lebensraumfragen europäischer Völker. Bd. I: Europa. Leipzig 1941. "D
3.
Florian Geier, 24.10.2008
Guayana als U-Bootstützpunkt? Das war doch wohl nur ein Projekt, das nicht in die Wirklichkeit umgesetzt wurde, oder?
4.
Peter Grossmann, 13.01.2009
Das Buch ist eigentlich eine Enttäuschung für mich. Im Vorfeld der Veröffentlichung wurde damit gepriesen das der Autor an die Original Schauplätze der Schulz-Kampfhenkel Expedition reist und dort Nachforschungen erstellt. Diesem ist leider nicht so. Über die eigentlichen Hauptdarsteller der damaligen Expedition, den Aparai Indianern an der Flussmündung des Rio Ipitinga in den Rio Jary, wo auch die S-K Expedition ihr Hauptlager aufschlug, hat Jens Glüsing nichts herausgefunden. Es wäre z.B. interessant gewesen zu erfahren: - gibt es das Aparai Dorf noch - haben die Aparai Erinnerungen oder Überlieferungen an die damalige Expedition - sind die Aparai mit den Pfahlbauindianern des Nordens in Kontakt geblieben - hatte S-K wirklich eine Tochter mit einer Indianerin (Beweis) Welchen Einfluss die Jary Expedition auf Otto Schulz-Kampfhenkel und seine spätere Karriere hatte hat Jens Glüsing recherchiert, welche Folgen o. Einfluss die Expedition auf die Aparai Indianer hatte bleibt unklar. Auch fehlen Information und Beweise zu den Schicksalen von Gerd Kahle und Gerhard Krause.
5.
Winfried Schrödter, 08.04.2009
Aufgrund der Hinweise auf Glüsings Entdeckungen habe ich mir zusätzlich zur Nachkriegsausgabe auch die Vorkriegsausgabe von Schulz-Kampfhenkels Buch gekauft. Aber in keinem der Bände ist von einem "Deutsch-Guayana" oder derartigen Plänen die Rede. Auch von eventuellem Nachwuchs, den S.-K. mit einer Indianerin gezeugt hätte, ist nicht auch nur eine Andeutung zu finden. Ist dies nur Güsings Buch zu entnehmen, oder welche anderen Quellen mögen das hergegeben haben? Lohnt es sich also doch, dies Buch zu lesen?
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH