ZWEITER WELTKRIEG

AMSTERDAM

DER VÖLKERMORD

Fünf Jahre nach dem Überfall auf die Niederlande rücken am 5. Mai 1945 kanadische Truppen in Amsterdam ein. Der Krieg, das Trauma ist vorbei. Die deutschen Besatzer haben endlich kapituliert.

Viele Niederländer kämpften im Widerstand gegen den Nazi-Terror. Doch Einige wollen schnell verdrängen: Allzu bereitwillig haben sie mit Hitlers Schergen kollaboriert.

Im gesamten Machtbereich der Nazis werden Juden seit 1933 systematisch ausgegrenzt, verfolgt und ermordet. In den Niederlanden müssen sich bis zum Winter 1940/41 alle Juden registrieren lassen. Das Amsterdamer Judenviertel wird abgeriegelt.

Von 1941 an werden Parks, die Börse, Schulen, Krankenhäuser für Juden gesperrt. Ihr Vermögen wird beschlagnahmt, es gibt eine nächtliche Ausgangssperre, ihre Räder werden konfisziert, sogar ihre Brieftauben müssen sie abgeben.

Am 3. September 1944 werden auch Anne Frank, ihre Schwester Margot und ihre Eltern Edith und Otto in Westerbork in den Zug nach Auschwitz gezwungen. Es ist der letzte Zug, der aus dem Lager rollt. An Bord der Güterwaggons sind 940 Erwachsene und 79 Kinder.

Annes Familie hatte zwei Jahre im Verborgenen gelebt. Von Juli 1942 bis August 1944 verstecken sich die Franks in einem Hinterhaus in der Prinsengracht 263 in Amsterdam. Wer sie an die Gestapo verraten hat, wird nie bekannt.

Wie rund sechs Millionen Juden überleben Anne, Margot und ihre Mutter den Holocaust nicht.

Doch ihre Geschichte bleibt für immer: Die Tagebücher, die Anne führt, sind die wohl meistgelesenen Aufzeichnungen über den größten Völkermord der Geschichte.

Der junge Walter Feiden wird mit seinem Vater und der Stiefmutter 1941 aus Wien deportiert. Zunächst wird die Familie ins Getto nach Lodz gebracht.

Dann kommt Walter Feiden nach Auschwitz-Birkenau, wo er die Selektion der Gefangenen erlebt.

Auschwitz-Birkenau ist das größte Vernichtungslager der Nazis. Mindestens 1,1 Millionen Menschen werden im Lagerkomplex Auschwitz umgebracht.

Rund 900.000 Häftlinge werden sofort nach ihrer Ankunft vergast. Die anderen müssen vor ihrem Tode Zwangsarbeit leisten.

Die Mordmaschine der Nazis arbeitet erschreckend effizient. Die Gefangenen sind bei ihrer Ankunft völlig ahnungslos.

Im Januar 1945 rücken sowjetische Truppen in Polen vor. Als die Rote Armee am 27. Januar das Lager befreit, findet sie nur rund 7000 Überlebende vor.

Schon seit Sommer 1944 haben die Nazis die Spuren des Massenmordes verwischt und Häftlinge in andere Lager verlegt.

Im Januar werden die noch transportfähigen Häftlinge aus Auschwitz auf sogenannte Todesmärsche Richtung Westen geschickt. Auch Walter Feiden ist unter diesen Gefangenen.

Dem Rassenhass der Nazis sind etwa sechs Millionen Juden zum Opfer gefallen.

Der Völkermord ist in der Geschichte der Menschheit ohne Beispiel.

Europakarte mit einer Einfärbung, die anzeigt, wie viele der jüdischen Einwohner eines Landes ermordet wurden: Überschrift: Jüdische Opfer des Holocaust

In den von den Nazis besetzten Ländern lebten vor dem Zweiten Weltkrieg mehr als neun Millionen Juden. Etwa sechs Millionen wurden getötet. Die Karte zeigt das Ausmaß des Völkermords in den einzelnen Ländern.

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