Auswanderer, die zurückkamen Heim in die Alte Welt

Auswanderer, die zurückkamen: Heim in die Alte Welt Fotos
Deutsches Auswandererhaus

Gescheitert, vom Leben enttäuscht, erfolglos: Mit diesen Vorurteilen mussten jene Auswanderer leben, die nach Jahren im Ausland wieder in ihre Heimat zurückkehrten. Nicht mal die Behörden interessieren sich für sie. Dabei gab es gute Gründe für die Rückkehr. Von

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Zwischen 1830 und 1974 verließen 7,2 Millionen Menschen über Bremerhaven die Alte Welt. Fast sieben Millionen Deutsche gingen in die USA, davon über fünf Millionen zwischen 1850 und 1930. Doch nicht alle Auswanderer blieben an ihrem neuen Ziel. Manche kehrten wieder zurück in ihre alte Heimat. Ihre genaue Zahl ist jedoch unbekannt. Während sich für die europäische Einwanderung in die USA relativ genaue Statistiken finden, ist dies für den Bereich der Rückwanderung von den USA nach Europa nicht der Fall. Dies liegt nicht zuletzt an der mangelnden Aufmerksamkeit, die dem Thema von Seiten der amerikanischen Einwanderungsbehörden geschenkt wurde.

Für das erste Viertel des 20. Jahrhunderts (1899-1924) wird davon ausgegangen, dass die deutsche Rückwanderungsrate bei 19,6 Prozent lag. Auch wenn es nur Schätzungen gibt: Im 20 Jahrhundert kamen mehr Auswanderer zurück als im 19. Jahrhundert. Eine Ursache hierfür war, dass mit Beginn der regelmäßig zwischen Europa und den USA verkehrenden Dampfschiffe ab den 1880er Jahren die Überfahrt immer sicherer und billiger wurde.

Arbeiten im Ausland, Ruhestand in der Heimat

Es ist ein Vorurteil, dass nur enttäuschte Erwartungen sowie gescheiterte, erfolglose Lebenswege zu einer Rückkehr nach Europa führten. Viele Menschen arbeiteten erfolgreich über einige Jahre in ihren erlernten Berufen in den USA und konnten, wie vorher geplant, nach einer gewissen Zeit mit Ersparnissen nach Deutschland zurückkehren. Andere inspirierte der Kontakt mit der Neuen Welt zu neuen beruflichen Möglichkeiten in ihrer alten Heimat. Schließlich und endlich kehrten viele Menschen im fortgeschrittenen Alter nach Deutschland zurück, um in der alten Heimat den Lebensabend zu verbringen und begraben zu werden.

Weitere Rückkehrer waren Politiker und Akademiker: Während der Zeit der Sozialistengesetze in Deutschland (1878-1890) verließen viele politisch Andersdenkende Deutschland und arbeiteten in den USA für die Verwirklichung ihrer Ideen. Viele kehrten nach Deutschland zurück und brachten ihre Erfahrungen aus Amerika in die deutsche Gewerkschaftsbewegung ein, so dass ein transatlantischer Ideentransfer stattfand.

Um die Jahrhundertwende wurde dieses Prinzip des Austausches bewusst aufgegriffen, um auf intellektuellem Niveau einen Transfer herbeizuführen. Professoren verschiedener Disziplinen wurden beispielsweise 1905 zwischen der Humboldt-Universität in Berlin und der Harvard University in Cambridge, Massachusetts, für eine gewisse Zeit ausgetauscht. Die amerikanischen Hochschulen profitierten dabei von den zur damaligen Zeit berühmten deutschen Universitäten.

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1.
Stefan Puntke 09.10.2012
Madeline, Lassen County, California...
2.
Jens Habermann 09.10.2012
>Madeline, Lassen County, California... Ganz genau! Diesen Hinweis wollte ich auch gerade geben: Bild 2 zeigt eine Fahrkarte nach Madeline, einem Teil des Lassen County in Californien (ich glaube im Norden von Californien).
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