Bau-Boom in Ost-Berlin "Wellkemm tu se käpitell"

Bau-Boom in Ost-Berlin: "Wellkemm tu se käpitell" Fotos
Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Interflug-Luftbildarchiv

Fernsehturm, Centrum-Warenhaus und bulgarische Stripperinnen: Mit aller Macht versuchten Walter Ulbricht und Erich Honecker ab den sechziger Jahren, Ost-Berlin auf "Weltniveau" zu bringen. Plattenbauten und ein pompöser Palast der Republik entstanden, während der Rest des Landes verfiel. Von

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Das Liedchen war ein Gassenhauer, in Ost wie in West. "Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein und dann nischt wie raus nach Wannsee", trällerte Kinderstar Conny Froboess in den fünfziger Jahren. Die Ost-Berliner Schauspielerin und Sängerin Gina Presgott, Urgestein des Kabaretts "Die Distel", adaptierte den Schlager. In der Ostversion wurde allerdings "Wannsee" durch "Strandbad" ersetzt - die Aufforderung, den West-Berliner Badeort aufzusuchen, hätte missverstanden werden können.

Denn West-Berlin war Feindesland, ein Tummelplatz von "Agenten, Spionen, Diversanten … zur Unterhöhlung der DDR" (so das SED-Zentralorgan "Neues Deutschland"). Die Ost-Berliner Regierung erhob Anspruch auf diese "besondere politische Einheit auf dem Territorium der DDR" oder, wie SED-Chef Walter Ulbricht sagte, "die westlichen Vororte der Hauptstadt der DDR".

Westdeutsche Politiker revanchierten sich, indem sie den Sitz des SED-Regimes auf den Begriff "Pankow" reduzierten, der rheinische Kanzler Konrad Adenauer sprach es angewidert "Pankoff" aus: Im Schloss Schönhausen, gelegen in jenem Ost-Berliner Stadtbezirk, residierte bis 1960 erst der Präsident Wilhelm Pieck, dann, bis 1964, der Staatsratsvorsitzende Ulbricht.

Ironisch griff 1983 Udo Lindenberg in seinem "Sonderzug nach Pankow" die alte Kampfvokabel wieder auf, obwohl die Herrschenden längst in Berlin-Mitte angekommen waren: Politbüro und Zentralkomitee der SED im "Haus am Werderschen Markt", der früheren Reichsbank (heute Außenministerium); der Staatsrat in einem Sechziger-Jahre-Neubau am Schlossplatz mit dem in die Fassade integrierten Portal IV des einstigen Stadtschlosses, von dessen Balkon Karl Liebknecht am 9. November 1918 die "sozialistische Republik" ausgerufen hatte (heute von der European School of Management and Technology gepachtet); der Ministerrat erst im früheren Preußischen Landtag (dem heutigen Berliner Abgeordnetenhaus), dann im Alten Stadthaus am Molkenmarkt (heute Sitz des Innensenats); die meisten Fachressorts im "Haus der Ministerien", Hermann Görings ehemaligem Reichsluftfahrtministerium (heute Bundesfinanzministerium).

Als Ulbricht 1961 den "antifaschistischen Schutzwall" um West-Berlin herum errichten ließ, änderte die DDR ihren Umgang mit der kapitalistischen Konkurrentin. Der Zielort der bisherigen Negativpropaganda wurde von nun an so gut wie möglich ignoriert.


SPIEGEL-Geschichte Heft 5/2012

Inhalt

Druckausgabe


Während im Westen weiter Gesamt-Berliner Stadtkarten gedruckt wurden, hingen in Ost-Berlin schon bald nach dem Mauerbau Pläne aus, die nur die Straßen und Bahnlinien des Ostsektors zeigten. In den achtziger Jahren erschien West-Berlin in einer Übersicht des S-Bahn-Netzes nur noch als Strich in der Landschaft - der Stadtbezirk Mitte grenzte nun direkt an Potsdam.

Meyers Neues Lexikon vom Leipziger Bibliographischen Institut aus dem Jahr 1962 vermerkte unter dem Stichwort Berlin: "größte deutsche Stadt und Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik". Danach erst nannte es "Westberlin", in einem Wort geschrieben, als handelte es sich um eine Landschaftsbezeichnung wie Westfalen.

"Fast 30 Jahre lang versuchte die Führung systematisch das Bewusstsein auszulöschen, es gäbe jenseits der weiß gestrichenen Betonmauern eine richtige Stadt mit richtigen Menschen, gar einen Teil Berlins mit echten Berlinern", schreibt der Historiker Stefan Wolle. Musikredakteure des DDR-Rundfunks mieden alte Songs, etwa mit der "Sehnsucht nach dem Kurfürstendamm".

Seit 1969 erlaubte der neue Fernsehturm am Alexanderplatz immerhin einen Blick von drüben nach hüben. Samt Funkspitze misst Ulbrichts städtebaulicher Superlativ, die im Berliner Schnodderton sogenannte Protzlatte, 368 Meter. In 200 Meter Höhe wird die schlanke Betonröhre von einer Art riesiger Discokugel aus Glas und Stahl umschlossen.

Von einem Restaurant im Innern der Kugel konnten DDR-Bürger den weißen Fleck auf den amtlichen Stadtplänen, der die Westsektoren zur Terra incognita machte, wenigstens schemenhaft mit Häusern, Straßen und Parks füllen. Denn bei gutem Wetter reicht die Sicht 40 Kilometer weit über jenes Gebiet hinweg, das direkt zu erkunden die martialische Grenzbefestigung verwehrte. Und wenn der Turm umfällt, sind wir sowieso gleich im Westen, witzelten die Leute.

Aber den Ost-Berlinern sollte nun Stolz auf ihre Teilstadt eingebläut werden. "Eine Reise in die Hauptstadt muss immer mehr ein schönes Erlebnis sein", verkündete Erich Honecker, der 1971 seinen Ziehvater Ulbricht aus dem höchsten Parteiamt intrigiert hatte.

"Der Touristenstrom aus allen Ländern", frohlockte der DDR-Brockhaus, "nimmt von Jahr zu Jahr zu. Das neue Berlin ist ein Anziehungspunkt, eine Sehenswürdigkeit geworden." Wie die internationalen Gäste beispielsweise auf Englisch zu begrüßen seien, lehrte die Ost-"Berliner Zeitung" 1973 in phonetischer Umschrift: "Wellkemm tu se käpitell ow se dih dih ah!" Honecker und Genossen beschworen stets das "Weltniveau", an dem sie ihre Hauptstadt ausrichten wollten. Trotzdem blieb die Stadt weithin grau und piefig.

120.000 Bluejeans für 50 Ost-Mark

Zwar öffnete sich Ost-Berlin in den siebziger Jahren modischen Trends des Westens. 1971 ließ Honecker im neuen Konsumtempel des Arbeiter-und-Bauernstaats, dem Centrum-Warenhaus am Alexanderplatz, 120.000 importierte Bluejeans für 50 Ost-Mark das Stück unter das junge DDR-Volk bringen - kurz zuvor waren die "Nietenhosen" noch als bürgerlich-dekadent geschmäht worden. Beatmusik, bis dahin als kapitalistische Unkultur verachtet, durfte nun, mit Genehmigung des staatlichen Komitees für Unterhaltungskunst, öffentlich und im Radio gespielt werden.

Westdeutsche Interpreten wie Katja Ebstein und Udo Jürgens sowie internationale Jazz- und Pop-Stars wie Ella Fitzgerald und Abba traten in der DDR-Kapitale auf, im Friedrichstadt-Palast oder im Palast der Republik.

Die "Weltfestspiele der Jugend und Studenten" im August 1973 galten gar als "Woodstock des Ostens", so freizügig durften Millionen Jugendliche feiern - wie nie zuvor und nie danach und total unter Kontrolle der Staatssicherheit.

Aber die Festtage vergingen, der triste Alltag blieb. "Gemessen an anderen Metropolen vermissten Besucher Ost-Berlins - zum Leidwesen seiner Bürger und politischen Repräsentanten - weltstädtisches Flair und das quirlige Leben einer Großstadt, wie es der Westteil bot", konstatierte der Berliner Historiker Michael Lemke.

Ein Highlight im Osten waren bulgarische Stripperinnen im "Lindencorso" Unter den Linden. Der Amüsierbetrieb ging bis morgens um fünf, im ganzen Rest der Republik gab es keine vergleichbaren Kneipenöffnungszeiten.

Von Lotte Ulbricht, der Gattin des ersten SED-Generalsekretärs, stammte der schöne Satz, ihr Walter habe "dem deutschen Arbeiter das Flanieren beigebracht". Denn keiner habe wie er auf lange Häuserfronten gepocht. Diese Baukunst hatte der gelernte Tischler während seines Moskauer Exils 1938 bis 1945 studiert. So übten die Werktätigen den urbanen sozialistischen Gang zwangsläufig ein, wenn sie entlang der endlos langen Wohnsilo-Fassaden nur mal von der Haustür bis zur nächsten Kaufhalle wollten.

Ulbricht-Nachfolger Honecker perfektionierte die Monumentalbauweise. Stilbildend wurde die "WBS 70", die Wohnungsbauserie der siebziger Jahre: Aus industriell vorgefertigten Betonelementen, jedes einzelne bis zu sechs mal drei Meter groß, wurden riesige Hochhausblocks in den märkischen Sand geklotzt.

So wuchsen öde Plattenbausiedlungen wie in Marzahn oder Hellersdorf für jeweils Zehntausende Menschen. Der Volksmund nannte sie "Arbeiterschließfächer", aber deren Bewohner, die zuvor in maroden Altbauten mit Kohleöfen und Gemeinschaftsklo auf halber Treppe gelebt hatten, schätzten sich glücklich über die Errungenschaft eines genormten "Küchen- und Badkerns" mit fließendem Warmwasser.

"Sozialistisches Unterentwickeltes Hinter-Land"

Die Altbausubstanz verfiel unterdessen zusehends. Für selbstgenutztes Wohneigentum wurde praktisch kein Baumaterial zur Verfügung gestellt, und Mietwohnungen konnten nicht saniert werden, weil die extrem niedrigen Mieten bei weitem die Kosten nicht deckten.

Denn für Altbauten galt bis zum Ende der DDR der 1936 von der NS-Regierung eingeführte Mietstopp. Dadurch wurde die Monatsmiete auf 0,35 Ost-Mark je Quadratmeter eingefroren, nach heutigem Wert etwa 0,05 Euro. Für Neubauten wurden die Mieten 1972 auf 0,80 Mark und 1981 auf 1,25 Mark je Quadratmeter und Monat festgesetzt - nur in Ost-Berlin waren für Neubauwohnungen ausnahmsweise Quadratmetermieten bis 1,87 Mark zulässig.

Um ihre Hauptstadt herausputzen zu können, konzentrierten die Regierenden die knappen Ressourcen auf Berlin - und nahmen in Kauf, dass im Rest der Republik fast an allem Mangel herrschte. Die SED-Propaganda verklärte den verordneten Verzicht gar zur freudig geleisteten Solidarität.

"12.000 junge Bauleute aus der ganzen Republik", notierte der DDR-Brockhaus in einem Stadtporträt der "sozialistischen Metropole", hätten den Aufbau der Hauptstadt zu ihrem "Kampfprogramm" gemacht. Nur beiläufig erwähnte die Berlin-Eloge, dass die Heimatbezirke der "jungen Maurer, Betonbauer, Maschinisten, Kraftfahrer, Ingenieure, Maler, Elektriker, Brückenbauer, Steinmetze" für die Verschönerung der Hauptstadt Opfer bringen mussten: "Nicht nur, dass dort der Ausfall bewährter Kräfte ausgeglichen werden muss, dort werden auch Material, Transportmittel, Projektierungsunterlagen und anderes notwendiges Versorgungsgut bereitgestellt."

Die Ausbeutung der Provinz machte sich Luft in bösen Sprüchen. "Wir haben", lautete einer, "nur noch zwei Bezirke in der DDR: Berlin und SUHL" - Kürzel für "Sozialistisches Unterentwickeltes Hinter-Land".

Um Ost-Berlin eine "sozialistische Perspektive" zu geben, mit "einem neuen Lebensgefühl" für die Bürger und "mit modernen Bauten und attraktiven Geschäften" (so die Hauptstadt-Monografie "Berlin 1945-1968"), wurde viel plattgemacht. Doch getreu der Parteidevise "Der Pflege des nationalen Kulturerbes gehört jede erdenkliche Sorgfalt" renovierten die Ost-Berliner Städtebauer in den sechziger Jahren beispielsweise die von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff 1741 entworfene Fridericianische Hofoper, die jetzige Staatsoper Unter den Linden.

Zur selben Zeit restaurierte der Volkseigene Betrieb Stuck und Naturstein einige ramponierte Patrizierhäuser und versetzte sie mitunter auch vom historischen Standort. So wurden die Reste des "Ermelerhauses" in der Breiten Straße abgetragen und ans Märkische Ufer versetzt, wo das alte Tabakhändlerhaus mit klassizistischer Fassade und neuem Interieur als Luxus-Gaststätte wiedererstand.

Etikettenschwindel betrieben die Ost-Berliner Stadtplaner bei der Restaurierung der Husemannstraße in Prenzlauer Berg. Die Häuserzeile wurde in den frühen achtziger Jahren als "typische Arbeiterwohnsiedlung" rekonstruiert, obwohl sie, wie der amerikanische Berlin-Historiker David Clay Large anmerkt, "zu keiner Zeit vorwiegend von Arbeitern bewohnt", vielmehr "eine bürgerliche Enklave inmitten des proletarischen Bezirks" gewesen war.

Zudem habe "dieser proletarische Themenpark des Honecker-Regimes ein Wohnumfeld" gezeigt, "das in grellem Kontrast zu den abblätternden Fassaden und absackenden Balkonen der wirklichen Arbeiterwohnsiedlungen in den umliegenden Straßen stand". Die Kitsch-Restaurierung führte erst recht vor Augen, wie weit der real existierende Sozialismus von dem eigenen Anspruch entfernt war, "der großen Mehrheit seiner Bürger eine zufriedenstellende Wohnqualität bieten zu können".

Eine neue Attraktion schuf sich Ost-Berlin zum Stadtjubiläum 1987, im 750. Jahr nach der ersten urkundlichen Erwähnung: das wiederaufgebaute Nikolaiviertel, nach dem verantwortlichen Architekten Günter Stahn auch "Stahnsdorf" genannt.

Der Kiez um die Nikolaikirche wurde zu einer Art Freilichtmuseum. Denkmalpfleger, Historiker und Architekturtheoretiker in Ost und West runzelten die Stirn angesichts der künstlich geschaffenen Stadtidylle. Rund um die Kirche wurden Bürgerhäuser-Imitate noch Stein auf Stein gemauert, aber zum Rand hin stückelte man die historisierenden Fassaden aus vorgefertigten Betonplatten wie aus Legosteinen zusammen.

"Wilhelminisches Disneyland"

Der Ost-Berliner Dramatiker Heiner Müller sah darin ein "wilhelminisches Disneyland", aber Chefplaner Stahn rechtfertigte die kostensparende Methode: "Die Platte ist nun mal der Stein unserer Zeit."

Für den DDR-Brockhaus war das Jubiläumsjahr ein Etappenziel einer "Stadt, die weiter planvoll gedeihen wird: Man braucht gar nicht so viel Phantasie, sich vorzustellen, wie sie 1990 aussehen wird." Die Phantasie der Parteipropagandisten reichte nicht, die Wirklichkeit zu erahnen.

Letzte architektonische Großtat Honeckers, das "Ausrufezeichen beim Ausbau der Hauptstadt", sollte eine sozialistische Shopping-Mall an der Friedrichstraße werden, die "Friedrichstadt-Passagen". Wegen ihrer maurisch-gotischen Arabesken, spitzen Zinnen mit grünem Klinker, wurde sie von den Ost-Berlinern als "Tuntenbrosche" verspottet.

Bis zum Untergang der DDR wurden in das Renommierprojekt 130 Millionen Mark investiert, dann wurde die Bauruine für weitere 40 Millionen wieder abgerissen.

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1.
El Berger 16.10.2012
Der Bau-Boom dauert ja dort bekanntlich immer noch an.
2.
Matthias Frase 16.10.2012
Die - nun, sagen wir mal - Vernachlässigung der Altbausubstanz bei gleichzeitiger Anbetung der monotonen Moderne hatte auch im Westen Konjunktur. Vom Frankfurter Westend über weite Teile Hamburgs und Kölns bis zu den Arbeiterquartieren in B-Wedding oder -Kreuzberg: überall wurden die als Mietskasernen geschmähten Gründerzeitler flachgelegt und in Beton gegossene Tristesse inszeniert. Nur geschah dies im Westen als Ergebnis der Profitsucht einer bis heute allmächtigen Baumafia - im Osten wollte man sich einfach nur von einer als elend empfundenen Epoche lösen. Wie auch immer: ich wäre dafür, nicht immer nur mit dem Holzhammer auf die Unsitten der DDR einzudreschen, als wäre städtebaulich heute alles tip-top. Es wird gnadenlos weiter verschandelt und instinktlos zubetoniert, während historische Bausubstanz zum quasi vergoldeten Einzeldenkmal mit Ausrufezeichen degradiert wird. Einen nicht besonders gesunden Umgang mit dem vorhandenen Bestand hat da auch dieses System - DDR hin oder her. Da könnte gerne mal eine substanzielle Diskussion über die Probleme der GEGENWART (in der lebt die Mehrheit der Bundesbürger nämlich) in Gang kommen. Also z.B.: ist städtebauliche Rekonstruktion angesichts der absoluten Ideenlosigkeit sog. moderner Architektur nicht endlich angebracht - ohne daß dies gleich politisch gedeutet werden muß? Sollten Neubauten nicht so errichtet werden, daß sie 300 Jahre und länger halten; wäre das nicht sinnvoller als überall Styropor an die Fassaden zu kleben? Ist nicht überhaupt der Abriß erst weniger Jahre alter Bauten unbedingt zu vermeiden; sollten nicht immer zuerst Lösungen mit der bestehenden Bausubsanz gesucht werden? U.s.w. PS: ich kenne für den Fernsehturm nur den Begriff 'Telespargel' - und das Bauwerk scheint bis heute trotz reger Bautätigkeit im Zentrum Berlins fast ausnahmslos DEN Akzent zu setzen - keine Handywerbung ohne ihn. Vor allem im Gegensatz zu dem, was da an 'Plattenbauten' heute so hingklotzt wird...
3.
Andreas Lembke 16.10.2012
Kein Mensch hat "Protzlatte" gesagt, genausowenig wie "Telespargel". Im Übrigen ist der Informationsgehalt des Beitrags eher gering. Plattitüden und Vorurteile. 23 Jahre nach der Wende unglaublich mutig. Gähn.
4.
Harald Stolle 16.10.2012
Naja,der Fernsehturm hiess ja wohl (und heisst noch...) Telespargel. Und wenn der umfällt ist man nicht im Westen: Wenn der umfällt kann man mit dem Fahrstuhl in den Westen fahren... . Irgendwie hab ich das Gefühl, man muss einen Wessi fragen wie es früher im Osten war,der weiss wenigstens Bescheid,wa?
5.
Sebastian Friedrich 16.10.2012
Interessanter Artikel, aber schlechte Recherche: Im Badehosen-Song wurde der Wannsee durch "Pankow" ersetzt, nicht durch "Strandbad". Auch hat Gina Presgott diesen Song nie gesungen, sondern eine seltsame Satire-Variante mit dem Titel "Schließ die Badehose ein". Karl Liebknecht hat die sozialistische Republik nicht vom Balkon des Schlosses ausgerufen, sondern von einem Lastwagen vor dem Lustgarten. Scheidemann stand auf jenem Balkon und proklamierte die sozialistische Republik. Und die Ostberliner haben zum Fernsehturm nie "Protzlatte" gesagt, genauso wenig wie "Telespargel"...
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