Stalins Atombombe Kämpfer an der unsichtbaren Front

Der sowjetische Geheimdienst verschaffte Moskau die Bombe - mithilfe von Spionen, deutschen Wissenschaftlern und Zwangsarbeitern.

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Das Lob für die Kollegen aus Moskau war "top secret" gestempelt und kam vom Klassenfeind. "Spionageaktivitäten", "deutsche technische Hilfe" und offen zugängliche westliche Wissenschaftsliteratur hätten "wesentliche Beiträge" für das sowjetische Atomprogramm geliefert, schrieben amerikanische Geheimdienstler am 16. Februar 1954 in ihrer offiziellen Einschätzung für den US-Präsidenten ("National Intelligence Estimate"). Die Sowjetunion habe ihr Nuklearprogramm "mit einem hohen Grad an Kompetenz" umgesetzt.

Viereinhalb Jahre zuvor, am 29. August 1949, hatten die Sowjets auf einem Testgelände in der kasachischen Steppe erstmals eine Atombombe gezündet. Jahrelang hatten sowjetische, aber auch deutsche Wissenschaftler auf diesen Moment hingearbeitet.

Doch eine Schlüsselrolle beim Bau der Bombe spielten nicht die Forscher. Für die entscheidenden Erkenntnisse hatte das zweitälteste Gewerbe der Welt gesorgt, das die Moskauer wie kein anderer beherrschten. Spione im Westen, darunter Deutsche, Briten und Amerikaner, lieferten das Wissen, das es dem sowjetischen Riesenreich erlaubte, nur wenige Jahre nach den USA zur Atommacht aufzusteigen.

Der "Fuchs" im Schafspelz

Die Agenten mussten ein Versäumnis der Moskauer Führung ausgleichen. Die hatte bis Ende der Dreißigerjahre die Kernphysik vernachlässigt und zu spät deren Brisanz entdeckt. Erst als die amerikanischen Nuklearforscher ihre Erkenntnisse ab 1940 plötzlich nicht mehr publizierten, wurden die Sowjets hellhörig.

Alles deutete darauf hin, dass die USA an einem geheimen Projekt arbeiteten. Dazu passte eine Information der Londoner Residentur des sowjetischen Auslandsgeheimdienstes. Im September 1941 hatte der britische Diplomat Donald McLean, heimlicher Kommunist und Agent Moskaus, seinen Führungsoffizieren einen Bericht übergeben, den das britische Urankomitee für Premier Winston Churchill erstellt hatte. Durch weitere Quellen kamen die Sowjets zum Ergebnis, britische Atombomben könnten schon in zwei Jahren hergestellt werden.

Wenig später nahm die Londoner Sowjetbotschaft Kontakt zu einem Mann auf, der sich schnell als Top-Quelle erwies. Der deutsche Physiker Klaus Fuchs, Sohn eines protestantischen Theologen, war nach der Machtergreifung der Nazis von der SPD zur KPD gewechselt und nach Großbritannien emigriert. Ab Mai 1941 arbeitete er an der Universität Birmingham für das britische Atomprojekt.

In London lernte er den deutschen Kommunisten und Wirtschaftswissenschaftler Jürgen Kuczynski kennen. Der bekannte später in seinen Memoiren, er habe regelmäßig "dieses oder jenes", vor allem aber "politische und wirtschaftliche Analysen über die Situation in England" für seine Freunde in der sowjetischen Botschaft geschrieben.

Er war es auch, der den Sowjets Ende 1942 den Kontakt zu Fuchs vermittelte. Kuczynskis Schwester Ursula wurde die Verbindungsagentin. Sie erlebte Fuchs als "zurückhaltend und bescheiden". Beim ersten Treffen mit ihm gingen sie "nach dem illegalen altbewährten Liebespaarprinzip Arm in Arm spazieren", schrieb sie später in ihren Memoiren. Ursula Kuczynski arbeitete unter dem Decknamen "Sonja" für die Moskauer Militäraufklärung. Dort war man hocherfreut, als Fuchs 1943 beim amerikanischen Atomprogramm anheuerte.

"Ohne ersichtliche Gemütsbewegung"

Die Laboratorien des Manhattan-Projekts in Los Alamos wurden zum Schwerpunktobjekt der sowjetischen Auslandsaufklärung. Um die Operation zu steuern, wurden die besten Männer als Diplomaten getarnt in die USA geschickt. Sie führten mehrere Dutzend Agenten, vor allem amerikanische Kommunisten, die aus politischen Gründen und nicht gegen Geld helfen wollten.

Frauen wie Leontine ("Lona") Cohen, die als konspirativer Kurier arbeitete. Die Kommunistin, nach ihrem Tode im Moskauer Exil zum "Helden der Russischen Föderation" ernannt, übermittelte eine Konstruktionszeichnung der amerikanischen Atombombe. Die hatte ihr der jüngste Wissenschaftler im Manhattan-Projekt verschafft, Theodor Alvin Hall (Deckname "der Junge"). Erst 1995 wurde seine Identität bekannt.

Zu den "Kämpfern an der unsichtbaren Front", wie sie in Moskau hießen, gehörte auch das Ehepaar Julius und Ethel Rosenberg. Beide riskierten ihr Leben für ein Land, das sie gar nicht kannten. Joel Barr, amerikanischer Kommunist und Sowjetagent, bescheinigte seinem Freund Julius Rosenberg, der habe "alles Mögliche von Marx bis Stalin gelesen" und sei vom nahen Untergang des Kapitalismus überzeugt gewesen.

Tote Zonen: Die Kerntechnische Anlage Majak,Tscheljabinsk-40, war ein Zentrum des sowjetischen Atomwaffenprojektes. Bis heute ist die Landschaft, wie hier der Fluss Tetscha, verseucht.
Denis Sinyakov/REUTERS

Tote Zonen: Die Kerntechnische Anlage Majak,Tscheljabinsk-40, war ein Zentrum des sowjetischen Atomwaffenprojektes. Bis heute ist die Landschaft, wie hier der Fluss Tetscha, verseucht.

In der Moskauer Geheimdienstzentrale Lubjanka fasste Pawel Fitin, der Chef der Auslandsaufklärung, die Meldungen seiner Spione aus Übersee zusammen. Im März 1942 schrieb der 32-jährige Offizier einen Bericht an Sowjet-Diktator Josef Stalin über die "Ausarbeitung von Methoden über die Verwendung von Uran für neuen Sprengstoff". Im November 1944 unterzeichnete Fitin einen Bericht ("Enormos") über ausländische Atomprogramme. Das US-Bombenprogramm entwickle sich "sehr erfolgreich", hieß es da.

US-Präsident Truman konnte nicht ahnen, dass es ihm kaum gelingen würde, Stalin am 24. Juli 1945 auf der Siegerkonferenz in Potsdam mit "etwas Vertraulichem" zu verblüffen. Die USA, so Truman, hätten eine "Waffe mit großer Zerstörungskraft" entwickelt. Der sowjetische Diktator, so schilderte es der spätere Außenminister Andrej Gromyko in seinen Erinnerungen, habe die Nachricht "ruhig und ohne ersichtliche Gemütsbewegung aufgenommen".

"Schlimmer als Mord"

Die Amerikaner erkannten bald, dass sie ausspioniert wurden. Im September 1945 lief der Ukrainer Igor Gusenko, sowjetischer Chiffrieroffizier an der Botschaft im kanadischen Ottawa, zu den Westalliierten über. Seine Flucht markiert den Beginn des Kalten Krieges.

Gusenko hatte 250 Geheimdokumente mitgehen lassen, die Kanadiern und Amerikanern das ganze Ausmaß der Spionageaktivitäten zeigten. Zudem gelang es britischen und amerikanischen Diensten, geheime Funksprüche der Sowjets zu dechiffrieren. Im Juni 1950 verhaftete das FBI Julius Rosenberg und im August auch seine Frau Ethel. 1950 setzten die Briten Klaus Fuchs fest.

Obwohl die Rolle der Rosenbergs wohl eher klein war, verurteilte ein US-Gericht das Ehepaar im April 1951 zum Tode. Der Prozess spiegelte die hasserfüllte Atmosphäre des Kalten Krieges wider. "Ich halte Ihr Verbrechen für schlimmer als Mord", sagte Richter Irving Kaufman und warf den Angeklagten eine "diabolische Verschwörung zur Vernichtung dieser gottesfürchtigen Nation" vor. Weltweite Proteste gegen das Urteil, darunter von Albert Einstein und Jean-Paul Sartre, beeindruckten die US-Justiz nicht. Selbst die Mahnung von Papst Pius XII., die Rosenbergs am Leben zu lassen, verhallte wirkungslos. Am 19. Juni 1953 wurden Julius und Ethel Rosenberg im New Yorker Gefängnis Sing Sing auf einem elektrischen Stuhl hingerichtet.

Im heutigen Kasachstan zündeten die Sowjets am 29. August 1949 ihre erste Atombombe. Dieses Bild wurde 1965 bei einem anderen Kernwaffentest aufgenommen.
DPA

Im heutigen Kasachstan zündeten die Sowjets am 29. August 1949 ihre erste Atombombe. Dieses Bild wurde 1965 bei einem anderen Kernwaffentest aufgenommen.

Da war die Sowjetunion längst Atommacht. Angesichts der Erkenntnisse über den US-Atombombenbau hatte Stalin im September 1942 die Bildung eines staatlichen Uran-Komitees angeordnet. So entstand das "Laboratorium Nr. 2" der Akademie der Wissenschaften in Moskau. Dort begann im Februar 1943 unmittelbar nach dem Sieg in Stalingrad ein Team von Kernphysikern mit der Arbeit.

Es waren junge Wissenschaftler zwischen 30 und 40, die Igor Kurtschatow, Jahrgang 1903, um sich versammelte. Zur Einstimmung auf die Arbeit las der zum Akademiemitglied aufgestiegene Chef des Projekts innerhalb eines Monats mehr als 3000 Seiten, die Geheimdienstchef Lawrentij Berija von seinen Spionen bekommen hatte. Zweckmäßigerweise hatte Stalin Berija zum Oberaufseher des sowjetischen Atomprogramms ernannt.

"Stellen Sie die Bombe her"

Noch bis kurz vor Kriegsende arbeiteten die Sowjets an ihrem Atomprojekt mit weit bescheideneren Mitteln als die Amerikaner. So waren im "Laboratorium Nr. 2" im April 1944 nur 74 Mitarbeiter beschäftigt, darunter 25 Wissenschaftler. In einem Beschwerdebrief an Berija klagte Kurtschatow im September 1944 über die schlechte Ausstattung seines Teams: "Die Lage der Dinge bleibt völlig unbefriedigend." Erst 1945 kam das sowjetische Atomprogramm in Schwung. Der Sieg über Hitler setzte Ressourcen frei. Zudem eröffneten die Informationen der Agenten nun direkt den Weg zur Bombe. So erhielt Kurtschatow im April 1945 detaillierte Daten über den Zündmechanismus.

Die Nachricht von der Detonation der amerikanischen Bombe am 16. Juli 1945 erreichte die sowjetische Führung innerhalb eines Tages. Wenige Wochen später wurde Kurtschatow im August 1945 von Stalin in den Kreml eingeladen: "Das Gleichgewicht ist gestört. Stellen Sie die Bombe her - sie wird eine große Gefahr von uns nehmen." Das war das Startsignal. Ein immer noch hungerndes Land versuchte in einer enormen Kraftanstrengung, so schnell wie möglich mit den USA gleichzuziehen. Bald schuf sich Moskau eine Atomwirtschaft, die an die Dimensionen des Manhattan-Projekts heranreichte.

Hunderte Atombomben zündeten die Sowjets während des Kalten Krieges allein auf dem kasachischen Kernwaffentestgelände Semipalatinsk.
Corbis

Hunderte Atombomben zündeten die Sowjets während des Kalten Krieges allein auf dem kasachischen Kernwaffentestgelände Semipalatinsk.

Fabriken und ganze Städte wurden aus dem Boden gestampft. "Tscheljabinsk-40", wo der erste sowjetische Atomreaktor entstand. Oder die heutige Stadt Sarow bei Nischni Nowgorod (Geheimname "Arsamas-16"), Standort einer der Atomfabriken. Dort wurden allein von 1946 bis 1950 rund 350 Gebäude für die Atomsiedlung gebaut.

Dabei zwang der Sowjetstaat auch Gefangene aus den Lagern des Gulag zum Einsatz, vor allem beim Bau von Gebäuden und Straßen. 2012 veröffentlichten Mitarbeiter des Sarower Atomforschungszentrums die Dokumentation "Das Sowjetische Atomprojekt". Dort beschreibt ein Zeitzeuge, was sich hinter dem offiziellen Begriff des "Spezialkontingents" von Arbeitern verbarg: "Es gab Kolonnen von Gefangenen, begleitet von bewaffneten Soldaten und Hunden." Die Zwangsarbeiter hatten "finstere Gesichter, abgewetzte, schmutzige Kleidung". Sie seien "schlimmer als Tiere behandelt" worden. Zu Beginn des Jahres 1947 arbeiteten im Atomprojekt in Sarow 9737 Gulag-Häftlinge, darunter 1818 Frauen.

Festschmaus für die Atomforscher

Angenehm dagegen hatten es die deutschen Kernphysiker, die nach Kriegsende von den Sowjets rekrutiert wurden. Drei Gruppen deutscher Wissenschaftler halfen bei der Entwicklung des Atomprogramms: Ein Team um Nikolaus Riehl, das sich mit der Herstellung reinen Urans befasste, und die Gruppen von Gustav Hertz und Manfred von Ardenne vom deutschen Kaiser-Wilhelm-Institut, die an der für die Urananreicherung wichtigen Isotopen-Trennung arbeiteten.

Awramij Sawenjagin, Generalleutnant der Staatssicherheit und Vize des berüchtigten Geheimdienstchefs Berija, machte Anfang Mai 1945 von seinem Stabsquartier in Berlin-Friedrichshagen aus Jagd nach deutschen Nuklearphysikern. Der kahlköpfige General hatte Ende der Dreißigerjahre in der Eiseskälte des nordrussischen Norilsk ein Bergbaukombinat mit 19.000 Gulag-Gefangenen kommandiert.

Gegenüber den Physikern aus dem besiegten Deutschland aber gab er sich warmherzig. So warb er Manfred von Ardenne für eine langfristige Arbeit in der Sowjetunion. Schon zwei Tage später flog der Baron mit Ehefrau vom Berliner Flughafen Tempelhof in einer sowjetischen Maschine nach Moskau.

Dort erwartete ihn in einer Staatsdatscha im Silberwald am Nordwestrand Moskaus ein gut gedeckter Tisch. "Kräftige Suppe mit Sahne, gebratene Hühner, dazu hellstes Weißbrot, Butter, Aufschnitt in Fülle, mehrere Sorten Käse, Dessert, Wein, Wodka, Bier und Kaffee", erinnerte sich Ardenne in seinen Memoiren. Der Wissenschaftler gab sich nach eigenen Worten "den dargebotenen Genüssen hin", wenn auch "mit dem Gedanken an unsere ausgehungerten Angehörigen zu Hause".

Mitte August 1945 eröffnete Generaloberst Sawenjagin seinem Gast, die fürstliche Bewirtung habe ihren Preis. Ardenne und andere deutsche Forscher sollten der Sowjetunion helfen, die Atombombe zu bauen. Der Baron, politisch ein virtuoser Opportunist, bekundete später, "dass die Entscheidung unwiderruflich war und im Interesse des Weltfriedens lag".

"Äußerst liebenswürdig"

Die Sowjets brachten den Forscher standesgemäß in einer zweigeschossigen Villa am Schwarzen Meer unter, in der kaukasischen Teilrepublik Abchasien. An der abchasischen Riviera waren neben Ardenne auch andere deutsche Forscher tätig: Nikolaus Riehl, Gustav Hertz, Max Steenbeck, Max Volmer und Peter Adolf Thiessen. Die Sowjets zahlten den Deutschen weit höhere Gehälter als ihren einheimischen Spezialisten.

Örtlichen Mitarbeitern fielen die Deutschen durch ihren Arbeitseifer auf. "Die waren unglaublich fleißig und begannen immer um neun Uhr", berichtete der Zeitzeuge Jefim Andrejeschtschew später in einer russischen Fernsehdokumentation ("Bombe für die Sieger").

Das vom Krieg verschonte, subtropische Abchasien wirkte auf die Gäste aus dem zerbombten Deutschland mit seinen Palmen, Bambushainen, Oleanderbüschen, Weinreben und Mandarinen wie das Paradies. Ardenne-Sohn Thomas, der in Suchumi aufwuchs, schwärmte noch Jahrzehnte später: "Abchasien wurde meine zweite Heimat." Doch das Leben in Stalins Diktatur war auch bedrückend. Der Physiker Max Steenbeck schilderte in seinen 1977 in der DDR publizierten Memoiren ungewohnt offen das "ständige Beobachtetwerden" und die "Depressionen über die vorhandene Lage", die sich "gelegentlich bis zur Verzweiflung" gesteigert haben.

Der Physiker und Nobelpreisträger Enrico Fermi, l., half den Amerikanern beim Bau der Atombombe.
Mario Torrisi/AP

Der Physiker und Nobelpreisträger Enrico Fermi, l., half den Amerikanern beim Bau der Atombombe.

Denn die Deutschen durften ihre umzäunte Siedlung nur mit einem offiziellen Begleiter verlassen. Jedes bei der Arbeit beschriebene Stück Papier wurde nummeriert und musste Abends abgegeben werden. Briefe nach Deutschland wurden zensiert, und die Forscher durften nicht mitteilen, wo sie sich befanden. Zudem war die Post oft mehrere Monate lang unterwegs.

Geheimdienstchef Berija aber gab sich bei Treffen mit den deutschen Forschern "äußerst liebenswürdig", sogar "ausgesprochen charmant", berichtete Nikolaus Riehl in seinen Erinnerungen ("Zehn Jahre im Goldenen Käfig"). Erst Mitte der Fünfzigerjahre konnten die Forscher nach Deutschland zurückkehren. Riehl ging in die Bundesrepublik, Ardenne, Steenbeck, Volmer und Thiessen in die DDR. Die deutschen Physiker hatten ihren Beitrag geleistet.

Bei der ersten Explosion einer sowjetischen Atomwaffe war keiner von ihnen dabei. Am 29. August 1949 zündeten die Sowjets im kasachischen Semipalatinsk bei Tagesanbruch die Bombe. Lawrentij Berija und Igor Kurtschatow waren Augenzeugen. Vier Jahre später, am 12. August 1953, warf ein IL-28-Bomber über dem Testgelände bei Semipalatinsk die erste sowjetische Wasserstoffbombe ab.

Doch dieses Mal konnte Berija nicht dabei sein. Stalins Großinquisitor hatte das Schicksal vieler seiner Opfer ereilt. Am 26. Juni 1953 war er auf einer Sitzung der Sowjetführung verhaftet worden, er wurde in einem Geheimprozess zum Tode verurteilt und am 23. Dezember 1953 erschossen.

Im Jahr darauf empfahl die Große Sowjetenzyklopädie ihren Abonnenten, die Seite mit Berijas Porträt herauszutrennen, "mit einem Messer oder mit einer Rasierklinge".



insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
Mark Homann, 16.08.2015
1.
Ein mehr als genialer Thriller zu dieser Thematik: Die Faust Gottes von Frederick Forsyth
Alex Buchmann, 16.08.2015
2. Nur Halbwahrheiten. Auch die Amis haben die Russen ausspioniert. Sonst hätten sie keine Wasserstoffbombe.
Kein Wort darüber, dass die Russen die ersten waren, die die Wasserstoffbombe 1953 gebaut hatten. Das, was die Amis vorher gezündet hatten - das war keine Bombe, sondern ein Gebäude mit flüssigem Deuterium, das auf −254,43 °C (!) gekühlt werden musste. Die Russen waren die ersten, die statt dem kryogenen Deuterium auf die feste Lithium-Deuterium Verbindung setzten. Die Amis kamen von allein nicht auf diese Idee - erst die amerikanischen Spione lieferten den Amis diese Information. Dabei waren die Amerikanischen Wissenschaftler sogar nicht in der Lage, die Idee hinter dem Lithium-Deuterat richtig zu verstehen. Die erste thermonukleare U.S.-Bombe mit festem Brennstoff (nach Russischer Art) wurde auf dem Atoll Bikini am 1. März 1, 1954 gezündet. Anstatt geplanten 6 MegaTonn hat die Explosion 15 MegaTonn betragen, was den Wissenschaftler vor Ort fast das Leben kostete, und viele Japaner auf einem Fischerboot in der Nähe des Atolls umbrachte.
Arne Fellien, 16.08.2015
3. Die Deutschen haben nur indirekt an der russischen Bombe
mitgearbeitet. Ihr Anteil beschränkte sich auf die Urananreicherung. An der Bombe selbst war Ardenne nicht bereit zu arbeiten.
Kai Euteneuer, 16.08.2015
4.
Nunja, die rosenbergs haben immerhin für waffengleichheit gesorgt. Ich weiß nicht ob die Operation paperclip auch nicht schlimmer als Mord in dieser gottesfürchtigen Nation war....
Max Blum, 16.08.2015
5. Gewichtung unsensibel
Angesichts der weitaus verheerenderen Auswirkungen amerikanischer Atomtests (nicht nur Hiroshima), finde ich die Dämonisierung der Sowjets, die in diesem Artikel polemisch mitschwinkt, ziemlich deplatziert. Auf die völlig unterschiedliche Ausgangslage eines ungehemmten Amerikas und des völlig zerstörten Russlands, wird üerhaupt nicht eingegangen. So fällt es auch schwer zu verstehen, warum es für die Sowjets ein solcher Kraftakt wurde, die Atombombe zu erringen. Und hätten sie sie nicht errungen - wer wieß schon ob der Kalte Krieg ein kalter Krieg geblieben wäre? Hätten die Amerikaner dann noch die Distanz vor Russland behalten, die sie vor der Atommacht Sowjetunion zeigten? Die Frage wird viel diskutiert aber ich bin durchaus der Ansicht, dass die Atombombe in der Hand beider Großmächte letztendlich davor bewahrt hat, dass die Lage zwischen USA und Russland eskalierte. Jeder wusste genau, was der erste Kanonenschuss für eine Konsequenz haben würde...
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