Bizarre Rockshows Blutbad auf der Bühne

Bizarre Rockshows: Blutbad auf der Bühne Fotos
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Brennende Sänger, gepiercte Brüste, Blut sabbernde Monster: Wenn es um die Gunst des Publikums geht, ist Rockstars kein Effekt zu schrill. einestages zeigt die spektakulärsten Schockszenen der Bühnengeschichte.

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Plötzlich liegt sie da. Eine Fledermaus, von einem Fan auf die Bühne geworfen, paralysiert vom hellen Scheinwerferlicht. Wir schreiben das Jahr 1982 in Des Moines im US-Bundesstaat Iowa, und der britische Hardrocker Ozzy Osbourne absolviert gerade seine "Night Of The Living Dead"-Tour. Der Prinz der Finsternis macht seinem Namen mal wieder alle Ehre, indem - wie bei jedem seiner Konzerte - zirka 25 Pfund Schweine-Innereien in das Publikum wirft. Das kennen seine Fans schon.

Doch dann geschieht der Wahnsinn. Eine Szene, die Tierschützer auf die Barrikaden treibt und echte Ozzy-Fans auch heute noch respektvoll die Brauen lupfen lässt: Der ehemalige Black-Sabbath-Frontmann beißt dem Tierchen bei lebendigem Leibe den Kopf ab.

Gut, Ozzy hatte gedacht, die Fledermaus sei nur eine Gummiattrappe. Ok, Ozzy ließ sich hinterher, das Blut des toten Flattermanns noch an den Lippen, eiligst ins Krankenhaus fahren und auf Tollwut testen. Doch das sind nur Fußnoten, schnippische Sticheleien von Nörglern und Besserwissern in diesem eindrucksvollen Kapitel der Rockkonzert-Geschichte.

Ein Nippel zu viel

Die legendäre Szene bewies wieder einmal: Geniale Alben, sündhaft teure Musikvideos, Klatsch über Drogenabstürze, Playbunny-Liebschaften und zertrümmerte Hotelzimmer mögen schön und gut sein. Doch unsterbliche Rocklegenden werden nur auf Bühnen geboren. Unter den Augen ihrer schockierten, amüsierten, hysterischen Fans, die Geschichten wie jene von Ozzy und der Fledermaus mit nach Hause tragen wie einen Schatz. Wie das beste Band-T-Shirt der Welt, so schön, dass man es nicht in seinem Kleiderschrank, sondern in seinem Herzen verschließt und nur unter wahren Fans herumzeigt - bis alle die Geschichte kennen.

Das war schon in den Fünfzigern so, als Bill Haley mit seiner Band, den "Comets", den Rock 'n' Roll miterfand und mit seinen ekstatischen Shows das Musikverständnis einer ganzen Generation veränderte. Und auch heute, in Zeiten von Satellitenfernsehen und Internet, hat sich daran nichts geändert. Stattdessen wird zur besten Sendezeit Rockshow-Geschichte geschrieben.

Zum Beispiel bei jenem berüchtigten Konzert in der Halbzeitpause des 38. Superbowl-Finales am 1. Februar 2004 im Reliant Stadium in Houston, als der Popper Justin Timberlake mit einer schnellen Handbewegung die Brust seiner Gesangspartnerin Janet Jackson freilegte - und mit diesem "Nipplegate" nicht nur für Tage die Weltpresse beschäftigte, sondern auch Konzert-Geschichte schrieb.

Von Jerry Lee Lewis bis Rammstein

Der Unterschied zwischen damals und heute ist nur, dass in den Fünfzigern oder den Achtzigern noch nicht überall Handy- und Fernsehkameras dabei waren. So sind zum Beispiel von Ozzys legendärer Fledermaus-Enthauptung bis heute keine Fotos aufgetaucht - es sei denn, Doch zahlreiche andere spektakuläre Showeinlagen wurden auf Fotofilm und Video gebannt. einestages zeigt Bilder der legendärsten Auftritte der Konzertgeschichte - von Jerry Lee Lewis bis Madonna, von den Sex Pistols bis Rammstein. Bühne frei für die irrsten, wildesten, grandiosesten Rockshows!

bma/gsa/kik/she/har

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1.
John Martens 29.02.2008
Also der Moonwalk kommt nicht von den Breakdancern den 80ern. Sondern ist eine Bewegung aus der Pantomime. Marcel Marceu hat diese Bewgung bereits Anfang des 20 Jahrhundets in seinem Programm vollführt. Er lief damit gegen den Wind an. Michael Jackson selbst hat in einem Interview gesgat, dass er sich mit Marceu getroffen habe um seine Tanzfähigkeiten zu verbnessern.
2.
marcus bender 29.02.2008
was bill haley angeht... der gute war ganz schön fake soweit ich das sehe.... was die bühnenshow angeht: das haben die jazzer auch vor ihm und seiner band schon gemacht (auf den knien spielen usw., auf dem kontrabass stehen usw.), die songs mit denen er (und andere natürlich auch) viel kohle gemacht hat stammten oft von schwarzen, die damit dank damaligem rassismus nicht so wirklich viel erreichen konnten bzw meines wissens nach sogar noch eigene charts hatten.... und damit man niemandem auf den fuss tritt, wurden texte entschärft wenn sie im original zu "schweinisch" waren, so z.b. bei shake rattle and roll, ...original: Well, you wear low dresses, the sun comes shining through Well, you wear low dresses, the sun comes shining through I can't believe my eyes all that mess belongs to you I believe to my soul you're a devil in nylon hose I believe to my soul you're a devil in nylon hose Well, the harder I work, the faster my money goes I'm like a one-eyed cat peeping in a seafood store I'm like a one-eyed cat peeping in a seafood store Well, I can look at you and tell you ain't no child no more und haley: Wearin' those dresses, your hair done up so nice Wearin' those dresses, your hair done up so nice You look so warm, but your heart is cold as ice I'm like a one-eyed cat, peepin' in a sea-food store I'm like a one-eyed cat, peepin' in a sea-food store I can look at you, tell you don't love me no more
3.
Hans Luehring 29.02.2008
Die wohl bizarrste Bühnenshow lieferte imho "Rockbitch". Klar aber auch, dass man davon hier keine Fotos einstellen kann...
4.
Florian Schmid 01.03.2008
Die Zusammenstellung ist recht ordentlich, lässt aber das bisher programmatischste Blutbad auf der Bühne unerwähnt: Im Juli 2004 verwirklichten SLAYER eine Idee, die bereits kurz nach der Veröffentlichung ihres Klassikers "Reign In Blood" Mitte der 80er Jahre entstand. Beim Konzert im Augusta Civic Center in Augusta, Maine ließen die Musiker während des abschließenden Songs "Raining Blood" literweise Kunstblut von der Bühnendecke "regnen". Dokumentiert ist dieser nette Effekt auf der DVD "Still Reigning". Eine ähnliche, wenn auch weniger "blutige" Variante hatten 1996 bereits TYPE 0 NEGATIVE auf ihrer "October Rust"-Tour erprobt. Zur Untermalung der "frostigen" Stimmung schneite es auf der Bühne Kunstschnee. In die Liste sollten auf jeden Fall auch noch IRON MAIDEN aufgenommen werden, die zwischen 1984 und 1989 die aufwändigsten Bühnenproduktionen ihrer Geschichte auffuhren. Am jeweiligen Plattencover orientiert schickten die Engländer ihr Bandmaskottchen Eddie in gigantischen Ausmaßen und immer neuen Varianten auf die kunstvoll gestaltete Bühne. Und nicht zuletzt ist noch die kanadische Prog-Legende RUSH zu nennen, die in den letzten Jahren immer ausgefeilte Videoscreen-Effekte und witzige Kurzfilmchen bei ihren Konzerten verwendeten. Dass die drei Ausnahmemusiker das Thema Bühnenproduktion eher von der humoristischen Seite betrachten, kann man schon allein daran erkennen, dass die Backline teilweise mit Waschmaschinen oder einem Hähnchengrill "aufgewertet" wurde.
5.
Tom Vrkic 26.03.2008
Man sollte hier in jedem Fall die "Mentors" hinzu nehmen.Die Mentors aus den USA, eine Kapelle bestehend aus drei Herren, bekleidet mit Henkerskaputzen, die ihre Textlichen Schwerpunkte auf Alkohol, Drogen, Frauen und eklige Körperausflüsse festgelegt haben.Diese Themenschwerpunkte wurden während ihren Liveauftritten optisch in Szene gesetzt.Der Musikstil ist eine Art dreckiger Rock/HardRock.Es gibt eine sehr witziges (wenn auch sehr geschmacklose-man sollte einen derben Humor besitzen) DvD zu kaufen, mit dem Titel "El Duce Vita".Nichts für Zartbeseitete.Thrash pur!Zu sehen ausser einigen "MusikVideos" auch einige Liveauftritte der Herren.Der Sänger "El Duce" soll übrigens, angeblich 50000$ von Curt Cobains Frau Courtney Love angeboten bekommen haben, um eben diesen umzubringen. Kurze Zeit nach Cobains Tod wurde El Duce betrunken von einem Zug überfahren. Ich muss noch hinzu fügen, dass ich von der inhaltlichen Auswahl dieses Artikels ziemlich enttäuscht bin.Was haben denn Madonna, Robbie Williams, Justin Timberlake...u.s.w. mit "blutigen Rockshows" zu tun? So viel wie der Papst mit Abtreibung. Kollege Schmid hat ja bereits gute Beispiele (Slayer, Type O Negative, Maiden) aufgelistet.Die Band "Tool" macht noch sehr interessante Liveshows mit riesigen Videoprojektionen im Hintergrund, die abstrakte Alienartige Figuren als Film zeigen.
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